Coronavirus: Bestätigt! FC Bayern trägt Geisterspiele in Allianz Arena aus

Weil im Freistaat wegen der Ausbreitung des Coronavirus Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Gästen zunächst bis zum Ende der Osterferien untersagt werden, muss der FC Bayern in mindestens drei Heimspielen ohne Fans auskommen.
| AZ/dpa
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In den entsprechenden Zeitraum fallen das Champions-League-Heimspiel der Bayern gegen den FC Chelsea am 18. März und die Bundesliga-Partie gegen Eintracht Frankfurt vier Tage später.
Tobias Hase/dpa In den entsprechenden Zeitraum fallen das Champions-League-Heimspiel der Bayern gegen den FC Chelsea am 18. März und die Bundesliga-Partie gegen Eintracht Frankfurt vier Tage später.

München - Der FC Bayern wird sämtliche Heimspiele in der Allianz Arena bis zum Ende der Osterferien vor leeren Zuschauerrängen bestreiten müssen. Grund dafür ist ein Beschluss der bayerischen Staatsregierung, die bis zum 18. April sämtliche Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Zuschauern untersagt, um ein weiteres Ausbreiten des Coronavirus einzudämmen. Der Beschluss wurde am Dienstag offiziell verabschiedet.

In diesen Zeitraum fallen das Achtelfinal-Rückspiel in der Champions League gegen den FC Chelsea (18. März) sowie die Bundesligaspiele gegen Eintracht Frankfurt (22. März) und Fortuna Düsseldorf (11. April). Sollten die Münchner in einem möglichen Königsklassen-Viertelfinale am 7./8. April Heimrecht haben, wäre auch dieses Spiel betroffen. Wer bereits Karten für eines der Spiele erworben hat, hat das Recht, sich den Kaufpreis zurückerstatten zu lassen. Nähere Informationen dazu finden Sie hier.

Bayern-Auftritt bei Union Berlin ohne Fans

In Bezug auf das kommende Auswärtsspiel der Bayern gegen Union Berlin herrschte am Mittwochmorgen noch etwas Verwirrung. Während der Aufsteiger selbst noch am Dienstag mitteilte, dass das Spiel am Samstagabend mit Zuschauern ausgetragen wird, sagte die Berliner Gesundheitssenatorin Dilel Kalayci (SPD) einen Tag später, dass die Partie höchstwahrscheinlich doch ein Geisterspiel wird.

Wenig später folge dann die offizielle Entscheidung: Das Spiel zwischen Union und Bayern wird ohne Fans im Stadion stattfinden. Das zuständige Bezirksamt gab am Mittwoch eine entsprechende Anordnung bekannt.

Die Aussage der Berliner am Dienstag kam trotz allem etwas überraschend – haben die Verantwortlichen der Deutschen Fußball Liga (DFL) doch mitgeteilt, sich am kommenden Bundesliga-Wochenende auf Geisterspiele einzustellen. "Wir würden am liebsten schon nächsten Spieltag mit Zuschauern spielen. Das ist aber leider nicht realistisch", sagte DFL-Geschäftsführer Christian Seifert am Montag bei "Bild", schloss aber eine Komplett-Absage des kommenden Spieltags aus. "Wir haben entschieden, dass der Spieltag stattfindet, rein sportlich. Mit wie vielen Zuschauern und ob ohne, das ist eine Entscheidung, die die Behörden treffen müssen", sagte der 50-Jährige.

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Seifert: Spielpause in der Bundesliga ist "illusorisch"

Wie die Stadt Dortmund am Dienstag mitteilte, wird wahrscheinlich auch der Bundesliga-Kracher zwischen dem BVB und dem FC Bayern vor leeren Rängen stattfinden. Aktuell gehe man davon aus, dass der erwartete NRW-Erlass zu Großveranstaltungen bis mindestens Mitte April Geltung habe, wie Dortmunds Oberbürgermeister Ullrich Sierau (SPD) am Dienstag sagte. "Bis dahin wird die Lage aber erneut bewertet", twitterte die Stadt dazu. Kurz zuvor hatte die Stadt Dortmund bestätigt, dass das Revierderby gegen Schalke 04 am Samstag ohne Zuschauer stattfinden wird.

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Seifert sprach von "einer Ausnahmesituation, die wir alle noch nicht erlebt haben. Das betrifft ja auch Handball, Basketball oder auch die Dritte Liga." Eine Spielpause in der Bundesliga sei jedoch "illusorisch" und bringe nichts. Es war auch darüber spekuliert worden, ob Spieltage auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden könnten, um so Geisterspiele zu vermeiden.

"Das ist nicht zu Ende gedacht. Da gibt es Verträge, sportliche Konsequenzen. Abstiege und Aufstiege. Wir brauchen den geregelten Spielbetrieb. Aufzuhören ist keine Option. Wir brauchen Mitte Mai eine Tabelle, damit die Klubs planen können", sagte Seifert dazu. In der 2. Liga dagegen würde die DFL Spielverlegungen prüfen.

Bundesliga-Spielverlegungen gestalten sich schwierig

"In der Bundesliga ist das schwieriger wegen der internationalen Spiele einiger Klubs", erklärte Seifert. So sind neben dem FC Bayern auch Bayer Leverkusen und Eintracht Frankfurt noch im DFB-Pokal-Halbfinale und im Europacup vertreten. Schon am Sonntag hatte Seifert eine Krisensitzung angekündigt und die Tür für Geisterspiele geöffnet. Er hatte betont, "dass die Saison wie vorgesehen bis Mitte Mai zu Ende gespielt werden muss, um Auf- und Absteiger sowie die Teilnehmer für die internationalen Wettbewerbe zu ermitteln".

Im italienischen Fußball wurden wegen der Ausbreitung von Sars-CoV-2 seit Ende Februar etliche Spiele verschoben oder vor leeren Rängen ausgetragen, so auch das Spitzenspiel am Sonntag zwischen Meister Juventus Turin und Inter Mailand (2:0). Am Montag wurde schließlich bekanntgegeben, dass der Spielbetrieb in der Serie A und der Serie B bis Anfang April ausgesetzt wird.

Bei Geisterspielen dürfen neben den beteiligten Mannschaften noch Betreuer, Ballkinder, Arena-Personal und Journalisten dabei sein. In der Bundesliga waren zuletzt erste Vorsichtsmaßnahmen eingeführt worden. Mehrere Klubs wiesen ihre Spieler unter anderem an, bis auf Weiteres keine Autogramme mehr zu schreiben und auch nicht für Fotos oder Selfies mit den Fans zur Verfügung zu stehen. Zudem wurde der obligatorische Handschlag vor den Spielen ausgesetzt. In manchen Arenen wurden Fans zusätzliche Desinfektionsmittel angeboten.

Lesen Sie hier: Coronavirus - Goretzka zeigt Verständnis für mögliche Geisterspiele

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