Bosse in Alarmbereitschaft: Durchhänger bei FC-Bayern-Stars

Der FC Bayern steckt in der Aufarbeitung der letzten beiden Remis. Einige Profis von Vincent Kompany haben Luft nach oben.
von  Kilian Kreitmair
Nehmen die jüngsten Ergebnisse nicht auf die leichte Schulter: Die Bayern-Bosse Max Eberl und Jan-Christian Dreesen (rechts), hier mit Rouven Kasper (links).
Nehmen die jüngsten Ergebnisse nicht auf die leichte Schulter: Die Bayern-Bosse Max Eberl und Jan-Christian Dreesen (rechts), hier mit Rouven Kasper (links). © IMAGO

Es herbstelt an der Säbener Straße. Die trüben Morgenstunden, sie passen nach dem Remis in der Champions League bei Viking Stavanger (3:3) zur Stimmung beim FC Bayern. "Das ist aktuell nicht das Niveau unserer Mannschaft", kritisierte Sportvorstand Max Eberl noch am Dienstagabend in der Lyse Arena.

Dreesen: "Wir wollen die Fehler so nicht sehen"

Wenig später fand CEO Jan-Christian Dreesen im Teamhotel bei seiner Bankettrede ähnlich deutliche Worte für das zweite Remis binnen weniger Tage. "Wir wollen die Fehler so nicht sehen", stellte er klar. Die Chefetage der Bayern ist in Alarmbereitschaft.

Die jüngsten Leistungen werden nicht toleriert, aus dem Herbst-Blues soll keine handfeste Herbst-Krise werden. Der von Ministerpräsident Markus Söder betitelte FC Feeldgood soll sich nicht schleichend in den FC Feelbad verwandeln. Dafür ist man nun zum FC Aufarbeitung geworden.

Bleibt ruhig: Bayern-Cheftrainer Vincent Kompany.
Bleibt ruhig: Bayern-Cheftrainer Vincent Kompany. © IMAGO

Chefetage erwartet Leistungssteigerung gegen Leipzig

"Wir müssen unsere Lehren ziehen", betonte Dreesen und meinte mit Nachdruck in Richtung Mannschaft: "Das ist eure Aufgabe." Die Mannschaft nahm am Donnerstag hinter dem neuen Schichtschutz die Vorbereitung für das wichtige Spiel gegen RB Leipzig (Samstag, 18.30 Uhr) auf.

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Die Granden der Münchner erwarten sich eine deutliche Leistungssteigerung von den Profis. "Wir können da einiges besser machen", sagte Eberl. In der Videoanalyse der jüngsten Auftritte wird Trainer Vincent Kompany – der seine Truppe ungewohnt deutlich kritisierte – die Schwachstellen aufzeigen.

Karl hat aktuell einen Durchhänger

Gleichzeitig wird sich der Coach mit seinem Trainerteam Gedanken machen müssen, wie er einige seiner Akteure aus ihrer aktuellen Formkrise bekommt. Einer davon: Lennart Karl. Der 18-Jährige hat seit seinem Comeback nach dem Muskelfaserriss einen Durchhänger.

Die jugendliche Leichtigkeit ist Karl abhandengekommen. Die Antritte der Nummer 42 des FC Bayern wirken längst nicht mehr so energiegeladen und seine Abschlüsse kommen, abgesehen von ein paar Ausnahmen, nicht mehr so ungeniert. Es ist wohl auch eine Kopfsache bei ihm.

Ihm fehlt aktuell die Magie: Lennart Karl.
Ihm fehlt aktuell die Magie: Lennart Karl. © IMAGO

Saibari noch kein Unterschiedsspieler beim FC Bayern

Für ähnlich wenige Wow-Momente sorgte zuletzt Offensivkollege Ismael Saibari. Während der 50-Millionen-Neuzugang von PSV Eindhoven vor seiner Oberschenkelblessur bei der WM noch die Massen verzückte, hat er etwas Anpassungsschwierigkeiten in München. Zu selten kann er sich bisher in Szene setzen.

Auch der zweite Neuling in der Mannschaft von Kompany bringt noch nicht konsequent seine Leistungen, wenngleich er schon etwas weiter ist. Zweifelsohne hat Nathaniel Brown den Druck auf Alphonso Davies deutlich erhöht und sein Offensivdrang belebt das Spiel, doch gegen den Ball zeigt er bisher zu oft Nachlässigkeiten.

Defensiv noch mit Stellungsfehlern: Neuzugang Nathaniel Brown.
Defensiv noch mit Stellungsfehlern: Neuzugang Nathaniel Brown. © IMAGO

Eberl kritisiert Abwehrleistung des FC Bayern

"Zwei Tore in Augsburg und drei Tore gegen Stavanger sprechen eine eindeutige Sprache", so Eberl über die Defensivleistung des FC Bayern in den vergangenen beiden Partien. In seiner Kritik schloss der Sportboss der Münchner auch Jonathan Tah mit ein, der zuletzt überspielt wirkte.

Unkonzentriertheiten haben sich beim Abwehrboss eingeschlichen. Kompany nahm ihn auch deshalb bei Viking zur Pause runter und brachte Dayot Upamecano in die Partie. Bei Tah, wie auch bei weiteren WM-Fahrern der Bayern, darunter Josip Stanisic, stellt sich die Frage: Können sie aktuell womöglich nicht mehr geben?

Dreesen kündigt Leistungssteigerung an

Das muss der Cheftrainer des amtierenden Double-Siegers nun herausfinden, um für die kommenden englischen Wochen eine schlagkräftige Startelf zusammenzustellen und, noch viel wichtiger, die erste Krise seiner Amtszeit frühzeitig abzuwenden. Dass dem Belgier das gelingt, ist sich die Chefetage der Münchner sicher.

"Wir werden in den nächsten Spielen den Charakter und die Spielweise sehen, zu der wir in der Lage sind", kündigte Dreesen an. Am besten schon am Samstag im Heimspiel gegen die Sachsen von Trainer Martin Demichelis. Der Druck auf die Bayern, er ist allerdings höher, als man noch vor Wochen angenommen hat.

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