Beckenbauer: „Es war die Maske!“

Robert Lewandowski spielt bei der 0:3-Niederlage gegen den FC Barcelona mit Gesichtsschutz und vergibt die größte Bayern-Chance: „In der Sicht behindert“
| Thomas Becker
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Zum Verzweifeln: Robert Lewandowski nach seiner vergebener Großchance.
dpa Zum Verzweifeln: Robert Lewandowski nach seiner vergebener Großchance.

Barcelona - Lewandowski auf Müller, Müller auf Lewandowski, und dann steht der Mittelstürmer des FC Bayern, der vor einer Woche noch mit Gehirnerschütterung, Oberkiefer- und Nasenbeinbruch über den Platz getaumelt war, in der 18. Minute völlig frei vor dem Torhüter des FC Barcelona – und rutscht am Ball vorbei. Franz Beckenbauer kann es im Sky-Studio überhaupt nicht fassen: „Den muss er machen! So frei am Ball vorbei zu säbeln – sagen wir mal: Die Maske war’s.“

Ein federleichtes Carbon-Konstrukt, das ihn wie einen Kollegen von Batman aussehen ließ, machte den Einsatz des Polen überhaupt erst möglich. Tagelang war zuvor spekuliert worden, ob Lewandowski bei diese so wichtigen Spiel auflaufen würde. „Ich brauche Spieler, die zu 100 Prozent fit sind. Wenn Robert fit ist, wird er spielen“, sagte Pep Guardiola, sein Trainer. „Du kannst nicht ins Spiel gehen und sagen, wenn die Situation kommt, dann muss ich ein bisschen aufpassen“, meinte Mannschaftskollege Jérôme Boateng.

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Und Keeper Manuel Neuer sagte: „Ich denke, wenn ein Robert Lewandowski auf dem Platz steht, wird er auch hundert Prozent Einsatz zeigen. Er kennt seinen Körper und weiß, inwieweit er da ein Risiko eingeht.“
Sky-Experte Beckenbauer lobte den schmerzfreien Stürmer: „Dass er spielt, spricht für seinen Charakter: die Mannschaft zu unterstützen, sie nicht im Stich zu lassen.“ Bayerns Sportvorstand Matthias Sammer wählte derweil drastischere Worte: „Robert ist ein Tier im positiven Sinne.“ Und Sky-Moderator Wolff Fuss sah in dem Maskenmann „eine Kreuzung aus Zorro und Hannibal Lecter“.

Und Lewandowski? Sagte wenig, twitterte dafür schon am vergangenen Sonntag ein finster entschlossenes Masken-Bild mit einem ebenso kämpferischen Text: „Bereit für die nächste Herausforderung!“ Einen Tag später setzte er noch einen drauf und schrieb in bester Arnold-Schwarzenegger-Diktion: „I’m back.“ Keine Spur von Angst vor Javier Mascherano und Gerard Piqué, den beiden eher raubeinigen als sanftmütigen Innenverteidigern des FC Barcelona.

Und dann stand er tatsächlich auf dem Platz im ausverkauften Camp Nou: weißes Dress, schwarze Maske. In 44 Saisonspielen hatte er bislang 23 Mal getroffen, und schon nach sechs Minuten peilte er den nächsten Volltreffer an, doch sein Distanzschuss blieb in der Abwehr hängen. Auch vor den Luftkämpfen drückte sich der Maskenmann nicht, im Gegenteil: Nach 13 Minuten hob er zum ersten Mal zum Kopfball ab, ohne eine Sekunde zu zögern.

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Und dann kam diese 18. Minute, dieser Pass von Thomas Müller. Die erste und bis zum Spielende größte Chance des FC Bayern. Was für eine Heldengeschichte hätte das werden können: Maskenmann schießt seinen Klub ins Endspiel! Es kam anders. Es kam: Lionel Messi. Und wie! Ein Doppelschlag des Argentiniers in der 78. und 80. Minute, später noch Neymar – und aus der Traum vom Batman-Hero. Bleibt die Hoffnung auf das Rückspiel in einer Woche, dann vielleicht schon ohne den ja doch irgendwie störenden Carbon-Schutz, dafür mit freier Sicht aufs Barca-Tor. Und dann bitte nicht wieder am Ball vorbei säbeln!    

 

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