Beckenbauer: „Alles machbar, auch Barca“

Franz Beckenbauer glaubt an den Halbfinal-Einzug des FC Bayern in der Champions League. Der Kaiser will bis 80 kommentieren – und warnt Ribéry vor Pfiffen in Marseille.
| Protokoll: Thomas Becker
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
0  Kommentare Artikel empfehlen
Franz Beckenbauer freut sich schon auf London 2013.
dpa Franz Beckenbauer freut sich schon auf London 2013.

Franz Beckenbauer glaubt an den Halbfinal-Einzug des FC Bayern München in der Champions League. Der Kaiser will bis 80 für Sky kommentieren – und warnt Franck Ribéry vor Pfiffen in Marseille.

 

Der Kaiser referiert künftig nur noch bei Sky: Franz Beckenbauer (66) wird ab Sommer auch die Champions League bei Sky kommentieren (und nicht mehr bei Sat.1), der Bayern-Ehrenpräsident hat seinen Vertrag als TV-Experte langfristig verlängert (zunächst bis 2015 plus Option) und dabei auf eine „einseitige Ausstiegsklausel mit 80“ (Beckenbauer) bestanden: „Vielleicht feiere ich mit Sky ja noch silberne Hochzeit. Das hab ich in drei Ehen noch nicht geschafft.“ Die AZ sprach mit Beckenbauer über:

Marseille: „Phantastisch! Eine traumhafte Stadt, mit der Provence im Hintergrund. Schöne Golfplätze! Ich hab’ mich da wohl gefühlt.“

seine Zeit als Teamchef von Olympique: „Das war ja ein kurzer Auftritt von mir, den ich mir anders vorgestellt hatte. Nach der WM 1990 war ich ein bissl erholungsbedürftig und habe beschlossen, mit Holger Osieck da hin zu gehen. Kaum waren wir auf dem Trainingsplatz, kam die Polizei und nahm drei Spieler mit zum Verhör. Da kam die schlimmste Geschichte des französischen Fußballs auf. Im Dezember bin ich zu Bernhard Tapie, dem Besitzer, und hab’ gesagt: ’So was kannst du mir nicht zumuten!’ Dann kam noch Korruption dazu, es ist drunter und drüber gegangen, hat Jahre gedauert und schließlich mit Gefängnisstrafen geendet.“

die jetzige Form von OM, Viertelfinalgegner der Bayern (Hinspiel am Mittwoch, 20.45 Uhr, Sky): „Im Moment haben sie eine Flaute. Aber vielleicht konservieren sie ihre Kräfte für die Champions League. Meister sind sie schon so oft geworden. Es wird schwer für Bayern, eine 50:50-Situation.“

Ribérys Rückkehr: „Er ist kein Freund mehr, er ist jetzt Gegner. Das Publikum dort ist fanatisch, für das gibt es nur OM. Der Gegner wird gnadenlos ausgepfiffen.“

ein mögliches Halbfinal-Duell mit Madrid: „Bayern gegen Real: Hört sich gut an. Ich denke, es wird so kommen. Real hat eine sehr gute Mannschaft, aber es ist nicht Barcelona. Real spielt mit einer Wucht, ist körperlich sehr stark, spielt aber wie alle anderen auch. Barcelona spielt dagegen mit einer Leichtigkeit. Da fließt alles. Für Bayern ist alles machbar, auch Barcelona. Aber dass man dem Duell gegen Real oder Barca im Viertelfinale entgangen ist, ist von Vorteil.“

das Titelrennen in der Liga: „Die Stunde der Wahrheit kommt in der Woche nach Ostern, wenn Bayern in Dortmund spielt. Da müssen sie gewinnen, sonst ist es eh vorbei. Danach muss Schalke nach Dortmund, und wenn Bayern gewinnt, würde Dortmund mit anderen Gefühlen da hin fahren. Dortmund und Bayern halten sich im Moment spielerisch die Waage. Aber Bayern hat halt die Doppel-Belastung mit der Champions League. Und je länger die Saison dauert, werden die Spieler ja nicht frischer.“

Bayerns dünne Personaldecke: „Olic ist wieder zurück, Schweinsteiger wird bald so weit sein: Es war schon ein bissl dünn, denn die Aufgaben werden ja nicht leichter. Aber wenn nichts passiert, ist der Kader ausreichend.“

Philipp Lahm: „Ich bin kein Freund von Lahm auf der rechten Seite. Aber der kann alles spielen, außer Torwart - dafür ist er zu klein.“

Robbens Vertragsverlängerung: „Vielleicht war er ein bisschen beleidigt oder in der Ehre gekränkt, weil man an ihm gezweifelt hat. Er hat wieder das Mittelmaß gefunden zwischen gesundem Egoismus und mannschaftsdienlichem Zusammenspiel. Er ist wieder fit, läuft wieder ganz anders. Wenn er über Ostern ein wenig nachdenken sollte, fällt ihm vielleicht ein, dass er bei Bayern bleiben sollte.“

Mario Gomez: „Er ist nicht der ideale Kombinationsspieler, aber das war Gerd Müller auch nicht, auch wenn man mit ihm sehr gut Doppelpass spielen konnte. Der Gomez ist eher ein Finisher.“

Claudio Pizarro: „Du brauchst ja jemanden! Der Olic geht nach Wolfsburg, und ich weiß nicht, ob Petersen so weit ist für die Joker-Rolle. Da habe ich so meine Bedenken. Pizarro ist nach wie vor einer der Besten, die es gibt - obwohl er schon 33 ist. Von Alter keine Spur. Es wäre schon sinnvoll, ihn zu holen.“

moderne Kommunikation: „SMS, E-Mail, Twitter und all das: Ich bin technisch total old-fashioned, wie der Uli Hoeneß. Deswegen telefonieren wir immer.“

 

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
Teilen 0  Kommentare – hier diskutieren Artikel empfehlen
0 Kommentare
Artikel kommentieren