Nach Hoeneß legt Hainer nach: Nächstes klares Signal für Eberl
Es sind zwei sehr mächtige Fürsprecher, die Max Eberl da auf seiner Seite hat. Und zwei starke Argumente, die für eine baldige Vertragsverlängerung des Sportvorstands über 2027 hinaus sprechen. Denn nach Ehrenpräsident Uli Hoeneß jüngst am Tegernsee hat sich nun auch Präsident Herbert Hainer, der Vorsitzende des Aufsichtsrats, auf der Asien-Tour in Jeju pro Eberl ausgesprochen.

"Ich gehe mal davon aus, dass Uli das so gemeint hat, dass wir mit der momentanen Transferperiode sehr zufrieden sind", sagte Hainer, als er auf das Hoeneß-Lob für Eberl angesprochen wurde. Hoeneß hatte dem Sportvorstand "eine perfekte Transferperiode" bescheinigt und die Wahrscheinlichkeit zu einer Vertragsverlängerung auf "im Moment, glaube ich, 100" Prozent beziffert.
Transfers stärken Eberls Position
Eine klare Tendenz, auch wenn es im neunköpfigen Aufsichtsrat nach AZ-Informationen weiter Eberl-kritische Stimmen gibt. Und an anderer Stelle im Klub ebenso. Doch die früh perfekt gemachten Transfers von Ismael Saibari und Nathaniel Brown, die in Absprache mit den Aufsichtsräten Hainer, Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge sowie CEO Jan-Christian Dreesen getätigt wurden, haben Eberls Ausgangslage verbessert. Gleichzeitig wurden "mehr als zehn Spieler verkauft, mittlerweile über 40 Millionen Euro eingenommen", wie Hainer anmerkte, "was ja auch vom Aufsichtsrat eine Forderung war, dass eben Geld auch eingespielt werden muss."

Dies ist den Kaderplanern Eberl und Sportdirektor Christoph Freund gelungen, bei einigen Verkäufen spielte nach AZ-Informationen auch der gut vernetzte Campus-Chef Jochen Sauer eine wichtige Rolle. Intern wird erwartet, dass bis zum Ende der Wechselperiode am 1. September noch weitere Spieler abgegeben werden. João Palhinha, Sacha Boey, Bryan Zaragoza, Armindo Sieb und Hiroki Ito sind die Kandidaten. Hoeneß nahm Eberl allerdings öffentlich den Druck, indem er auf Nachfrage der AZ sagte: "Ein Vertrag beim FC Bayern ist sakrosankt. Das heißt: Wenn man am Ende eben nichts findet, müssen wir die Spieler behalten." Noch ist Zeit. Und die Hoffnung groß, dass mehrere Abgänge klappen. Zugänge soll es vorerst nicht geben.
Eberl reagiert auf Hoeneß-Lob
"Natürlich haben mich die Worte am Donnerstag sehr gefreut, da mache ich keinen Hehl draus. Man hört lieber Lob", sagte Eberl über die Hoeneß-Sätze: "Ich versuche, meinen Job zu machen bei Bayern München, versuche die Menschen, die darüber entscheiden, zu überzeugen, dass ich keine so schlechte Wahl bin. Am Ende wird es der Aufsichtsrat entscheiden."

Genauso wie bei Dreesen, der ebenfalls bis 2027 an die Münchner gebunden ist. "Ich bin überzeugt davon, der Aufsichtsrat wird zu gegebener Zeit eine gute Entscheidung treffen", sagte Hainer: "Ich darf noch dazu sagen, dasselbe gilt im Übrigen auch für Jan-Christian Dreesen, dessen Vertragsverlängerung ansteht und mit dessen Arbeit wir genauso zufrieden sind."
Freund wichtig für den Campus
Dreesen wird im Kreise der Bosse und ebenso bei den Fans für seine Geradlinigkeit, Souveränität und sympathische Art geschätzt. Zudem ist er der große Finanzexperte des FC Bayern, der immer eine ausgeglichene Bilanz im Blick hat. Dreesens Verlängerung gilt als sicher. Und auch Sportdirektor Freund darf davon ausgehen, dass sein 2027 auslaufender Vertrag verlängert wird. Über Freunds Zukunft entscheidet der Vorstand.

Der Österreicher ist inzwischen neben Sauer und Michael Wiesinger (Leiter Sport und Nachwuchsentwicklung) der entscheidende Mann am Campus. Er sucht die Stars von morgen, die möglichen nächsten Lennart Karls, die sich gerade schon auf der Asien-Tour beweisen dürfen.
Eine wichtige Aufgabe, der Freund weiter nachgehen soll. Spätestens bis zur Jahreshauptversammlung des FC Bayern am Wochenende des 20. bis 22. Novembers dürften die Verlängerungen mit Dreesen, Eberl und Freund fix sein - womöglich auch schon früher.

