Bayerns Dante: Deshalb will er Deutscher werden

AZ exklusiv: Bayern-Verteidiger Dante spricht über den Kampf um seinen Stammplatz und Schweinsteigers Comeback. Außerdem erklärt er, warum er Deutscher werden will und wieso er so gerne gegen Real spielt
| Patrick Strasser
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Bayerns Star Dante mit Ehefrau Jocelina auf dem Oktoberfest. Im AZ-Interview erklärt der Brasilianer, warum er Deutscher werden will.
Sampics/Augenklick Bayerns Star Dante mit Ehefrau Jocelina auf dem Oktoberfest. Im AZ-Interview erklärt der Brasilianer, warum er Deutscher werden will.

München - Der 31-jährige Brasilianer Dante spielt seit 2012 beim FC Bayern, in dieser Saison kämpft der Nationalspieler der Selecao um seinen Stammplatz auf der Innenverteidiger-Position.

AZ: Dante, welcher Gegner war – unabhängig vom Ergebnis – der härteste für den FC Bayern in dieser Bundesliga-Saison?

Dante: Der BVB. Sie haben 1:0 hier bei uns in der Allianz Arena geführt, das war ein ganz schöner Brocken und nicht einfach, die Partie noch zu drehen.

Wer ist der stärkste Konkurrent um den Meistertitel? Oder gibt es gar keinen?

Gladbach und Wolfsburg sind dieses Jahr sehr stark. Aber ich glaube auch, dass Dortmund noch eine große Rolle im Titelkampf spielen wird.

Ernsthaft? Nach elf Spieltagen trennen Bayern und den BVB gewaltige 17 Punkte.

Diese Mannschaft hat eine große Qualität, großartige Einzelspieler. Sie können immer mal eine Serie von Siegen hinlegen – warum nicht? Wenn sie spielen wie in der Champions League, mit dieser Anspannung, mit dieser Konzentration, gewinnen sie auch ihre Spiele in der Bundesliga. Im Fußball kann alles passieren. Man muss sich einfach jede Woche voll konzentrieren und alles geben.

Warum läuft es beim zweiten Mal noch besser als in der vergangenen Debüt-Saison von Trainer Pep Guardiola?

Jetzt verstehen wir noch besser, was Pep möchte. Im zweiten Jahr ist die Zusammenarbeit natürlich einfacher, man kennt sich. Die Mannschaft hat sich noch mal weiterentwickelt. Wir wollen uns einfach ständig verbessern. Durch den Einkauf von Medhi Benatia haben Sie einen weiteren Konkurrenten auf der Innenverteidiger-Position.

Ihren Stammplatz haben Sie verloren.

Ich seh’s so: Wir rotieren jetzt mehr. Ich arbeite im Training wie immer und bereite mich auf jedes Match vor, als würde ich wissen, dass ich spiele. Es gibt natürlich ein paar besondere Partien im Jahr, in denen jeder unbedingt spielen will.

Zum Beispiel gegen Manchester City, bei AS Rom oder gegen den BVB. In allen Partien saßen Sie auf der Bank.

Ich respektiere, was der Trainer entscheidet. Es liegt in meiner Verantwortung, ihm im Training zu zeigen, dass ich im nächsten Spiel auf dem Platz stehen sollte. Am wichtigsten ist unter dem Strich immer der Erfolg der Mannschaft.

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Wie verstehen Sie sich mit Benatia?

Super. Er ist ein lockerer, eher ruhiger Typ. Medhi, Franck (Ribéry, d.Red.) und ich unterhalten uns auf Französisch, wir alle helfen ihm. Als Spieler ist er sehr schnell, physisch stark, robust im Zweikampf. Ein Top-Einkauf.

Wie auch Xabi Alonso, der von Real Madrid kam.

Er ist ein ganz besonderer Spieler. Mit seiner Erfahrung und Ruhe hilft er uns sehr, Xabi hat eine tolle Ausstrahlung. Wir alle haben uns sehr gefreut, dass er sich für Bayern entschieden hat.

Nun wird es nicht einfach für Bastian Schweinsteiger, seinen Platz im Team zu finden. Pep Guardiola hat ihn für das Hoffenheim-Spiel in den Kader berufen.

Diese Saison wird viel rotiert. Außerdem: Bastian ist Weltmeister, er ist nun Deutschlands Kapitän, hat noch mehr Verantwortung. Ich denke, Basti wird noch stärker sein als zuvor. Da bin ich mir sicher. Ich sehe ja, was er schon wieder im Training drauf hat.

Lesen Sie hier: Comeback gegen Hoffenheim? - Schweinsteiger auf der Bank

Ab der Rückrunde sind dann wohl David Alaba, Holger Badstuber, Claudio Pizarro und irgendwann auch Thiago wieder dabei. Muss diese Auswahl das Champions-League-Finale erreichen?

Der Druck bei Bayern ist immer da. Wir haben einen Super-Kader, eine Super-Mannschaft, das stimmt. Aber wir haben diese Saison auch sehr viel Pech, sehr viele Verletzte.

Wer wäre Ihr Wunschgegner in den K.o.-Runden im Frühjahr?

Real Madrid!

Um denen zu zeigen, dass die zwei Halbfinal-Pleiten im April Ausrutscher waren?

Nein, nicht deshalb. Sie haben einfach eine Top-Mannschaft, und ich messe mich immer am liebsten mit den stärksten Teams. Auch Chelsea ist gefährlich, ebenso Paris, aber vergesst nicht den FC Barcelona. Deren Zeit ist noch nicht vorbei.

Sie haben gesagt, Sie würden Ihre Karriere am liebsten bei Bayern beenden.

Klar, noch habe ich zweieinhalb Jahre Vertrag bei Bayern, am liebsten würde ich noch länger bleiben. Meine Familie und ich fühlen uns sehr wohl in München, mein Sohn Diogo ist in Deutschland geboren. Daher möchte ich auch den deutschen Pass bekommen und die deutsche Staatsbürgerschaft beantragen. Ich bin bereit, für den Integrationstest zu lernen. Im Januar 2016 wäre ich sieben Jahre in Deutschland, könnte den Test dann machen. Aber im Fußball geht es so schnell. Man weiß nie, was passiert.

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