Bayern gegen BVB: Das Machtspiel

Mehr als nur ein Match: Wenn der FC Bayern bei Dortmund antritt, geht es um den Titel 2012 – und die Vorherrschaft im deutschen Fußball. Kapitän Lahm will etwas "geraderücken".
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Mehr als nur ein Match: Wenn der FC Bayern bei Dortmund antritt, geht es um den Titel 2012 – und die Vorherrschaft im deutschen Fußball. Kapitän Lahm will etwas "geraderücken".

München - Vorendspiel klingt nett. Oder Meisterschaftsentscheidungsfastfinale. Mal was Neues. Megaknaller, Superkracher, Gipfeltreffen, gar Gigantengipfel, so etwas haben Beteiligte ja schon vorgeschlagen. Borussia Dortmund gegen den FC Bayern – kurz: das Spiel der Spiele. Anpfiff: Mittwoch, 20 Uhr im Signal- Iduna-Park (Sky und Liga total! live).

Ein Spiel der Spiele, das mehr ist als nur ein Spiel. Mehr als nur 90 Minuten, in denen es um die Meisterschaft 2012 geht. Das Duell geht ja weiter, über den Mittwoch hinaus. Bis zum letzten Spieltag am 5. Mai wird es ein Fernduell um den Titel sein, das eine Woche später beim Pokalendspiel in Berlin wieder zum Nahkampf wird. Eine schnelle Revanche. Man wird sich wieder sehen, im August wohl zum Supercup-Finale. Franz Beckenbauer würde sagen: „We call it a Klassiker.“

Die Spanier nennen ihr ewiges Duell zwischen Real Madrid und dem FC Barcelona „El Clásico“, ein Kampf der Systeme, der Ideologien, der Regionen. BVB-Trainer Jürgen Klopp brach das deutsche Duell auf das jeweilige Motto herunter, kündigte an: „Am Mittwoch, das wird ,Mia san mia’ gegen ,Wir sind Fußball’“. Soll wohl übersetzt heißen: Die Bayern sind die Bayern, wissen nicht genau, wofür sie stehen – und Dortmund spielt Fußball. Real München gegen Borussia Barcelona?

Es steckt mehr drin. Es wird ein Machtspiel. Vor allem für die Bayern hat das Match eine größere Bedeutung, schließlich gingen die letzten drei Partien gegen den BVB verloren. „Das ist ärgerlich, und das wollen wir geraderücken“, versicherte Kapitän Philipp Lahm am Dienstag.

Und viermal verlieren? Unmöglich? Nein, das nicht. Otto Rehhagel war’s mit seinen Bremern, der die Roten inden Jahren 1991 bis 1993 mit vier Siegen hintereinander ärgerte. Bei einer vierten Niederlage würde der BVB Meister in einem gerade Jahr, einer Saison ohne EM- oder WM-Vorlauf werden. Das ist den Bayern zuletzt 2004 passiert (wieder Werder!). Es galt als Naturgesetz, dass die Bayern nach einem schwachen Jahr sich den Titel zurückholen. Fünf Mal hieß der Meister von 1997 bis 2010 nicht FC Bayern – fünf mal glückte die Revanche. Der letzte Nicht-Bayern-Titelverteidiger? Der BVB, 1996.

„Wir finden es toll, dass wieder ein Verein kommt, der es wirklich auf Augenhöhe mit uns auch mal längere Zeit aushält“, sagte Bayerns Präsident Uli Hoeneß. Denn Wolfsburg (2009) und Stuttgart (2007) waren Zufallsmeister, Kontinuität in der Rivalität wie in den 70er Jahren Gladbach, in den 80ern der HSV könnte nun der sanierte BVB erreichen. Hoeneß: „Ich denke, dass mit Dortmund jetzt ein Verein heranwachsen kann, der wirklich einige Jahre lang das mit uns auf Augenhöhe betreiben kann. Das ist für uns kein Problem.“ Solange Schwarz-Gelb Zweiter wird.

Beide spielen auf Sieg. Die Bayern müssen, die Dortmunder wollen. Meistertrainer Klopp kokettierte: „Ich habe noch nie auf Unentschieden gespielt. Ich weiß gar nicht, wie das geht.“ Heynckes stellte klar: „Ich glaube, dass die Meisterschaft am 34. Spieltag entschieden wird.“ Heißt: Bayern gewinnt das Duell – wie so oft.

 

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