Ancelotti vs. Guardiola: So unterschiedlich ticken die Trainer

Das Testspiel gegen Manchester City ist ein Treffen der Vergangenheit und der Gegenwart auf der Trainerbank. Die Unterschiede zwischen Pep Guardiola und Carlo Ancelotti sind enorm. Ancelottis Art sei "differenzierter", meint Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge.
| sid/az
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Zwei Trainer, die sich verstehen: Pep Guardiola und Carlo Ancelotti.
dpa Zwei Trainer, die sich verstehen: Pep Guardiola und Carlo Ancelotti.

München - Bis zum Wiedersehen mit Pep Guardiola würde Carlo Ancelotti gerne bis zum 3. Juni 2017 warten. "Ich hoffe, unser nächstes Treffen ist in Cardiff", sagte der neue Trainer des FC Bayern vor dem Duell mit seinem Vorgänger am Mittwochabend in der Allianz Arena. In Cardiff findet im kommenden Jahr das Endspiel in der Champions League statt.

Sowohl von Ancelotti in München als auch von Guardiola bei Manchester City wird der Triumph in der Königsklasse erwartet. Das Ziel ist das gleiche, die Ansätze der beiden Trainer sind aber unterschiedlich: hier der Bauchmensch Ancelotti, dort der Kopfmensch Guardiola, hier der Pragmatiker dort der Philosoph.

Ancelotti als stiller Beobachter

Auf der einen Seite Guardiola, der fast 90 Minuten lang Anweisungen gibt und sich auch mal mit dem Vierten Offiziellen anlegt, auf der anderen Seite Ancelotti, der nach außen hin entspannt das Spiel verfolgt.

"Ich habe eine sehr gute Beziehung zu Pep Guardiola. Er hat hier hervorragende Arbeit geleistet", sagte der Italiener Ancelotti vor dem Testspiel gegen die Citizens über den Spanier. Bei aller Wertschätzung wird aber schon nach gut einer Woche deutlich, dass es beim FC Bayern künftig in eine andere Richtung gehen wird. Nicht nur auf dem Platz, sondern vor allem daneben.

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Es ist der lockere Umgang, der in diesen Tagen am Trainingsgelände des FC Bayern auffällt. Ancelotti, der von seinen Spielern immer hundertprozentige Einstellung fordert, gibt gleichzeitig zu, dass es bei der Arbeit nicht immer nur ernst zugehen muss. Gleiches gilt auch für Termine mit Medienvertretern. Guardiola (45) fühlte sich in seinen drei Jahren in München von der Presse dagegen oft missverstanden und wirkte nicht selten gereizt.

Ancelottis Art ist "differenzierter"

Der Katalane stellte zudem seine Philosophie stets über den Einzelnen, bei Ancelotti steht der Spieler im Vordergrund. Das Verhältnis zur Mannschaft sei "das Wichtigste". Seine Art sei "differenzierter", meinte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge diplomatisch.

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Auch wenn Ancelotti beim Rekordmeister "nicht zu viel verändern" will und auch "keine Revolution plant". Er versuche dennoch, "meine eigenen Ideen hier einzubringen". Deshalb verzichtet der 57-Jährige auch darauf, sich mit Pep über die Bayern-Stars auszutauschen. Er kenne seine Mannschaft "bereits sehr gut. Ich muss keine Fragen stellen", betonte Ancelotti.

Spieler lieben Ancelotti

Ancelotti gilt als gelassenster Vertreter der Riege internationaler Top-Trainer, als Spielerversteher. Die stets gehobene linke Augenbraue verleiht ihm wie Don Corleone aus seinem Lieblingsfilm "Der Pate" den nötigen Schuss Autorität. "Für einen Chef, der dir soviel Spielraum lässt, würdest du alles tun", sagte Zlatan Ibrahimovic. "Er ist wie ein großer Bär, ein genialer Typ", lobte Superstar Cristiano Ronaldo seinen Ex-Coach. Bei Ronaldos Real Madrid, bei Milan, Chelsea oder Paris hielt es der zur Gemütlichkeit neigende Pragmatiker immerhin mit Bossen wie Silvio Berlusconi, Roman Abramowitsch oder Florentino Pérez aus.

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In München hat er es vorwiegend mit Rummenigge, der den Neuen als "Taktikfuchs" würdigt, und wohl bald wieder mit Uli Hoeneß zu tun. Es sei wichtig, "zu verstehen, wie so ein Fußball-Klub funktioniert", betonte Ancelotti. Guardiola hat das in München nie so ganz geschafft.

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