Allianz im Audi Dome

Heute treffen sich die Mitglieder des FC Bayern zur Jahreshauptversammlung. Sportlich und finanziell läuft es prächtig – das wollen die Basketballer nutzen, um im Verein für ihre Sportart zu werben.
| Julian Galinski
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Zwei der erfolgreichsten deutschen Vereinstrainer überhaupt: Basketballer Dirk Bauermann und Fußballer Jupp Heynckes.
Bayern-Magazin/Christian Kaufmann Zwei der erfolgreichsten deutschen Vereinstrainer überhaupt: Basketballer Dirk Bauermann und Fußballer Jupp Heynckes.

Im Sommer 1990 unternahmen die Fußballer des FC Bayern, gerade zum 11. Mal deutscher Meister geworden, eine Saison-Abschlussreise in die USA. Sie machten auch in Los Angeles Station – und sahen sich ein Basketball-Spiel der ortsansässigen Lakers an. Trainer Jupp Heynckes war begeistert von dem Sport und dem zugehörigen Showprogramm. So begeistert sogar, dass er wenig später im vereinseigenen „Bayern-Magazin“ einen Gast-Kommentar schrieb, in dem er seine Leidenschaft für den Basketball offenbarte und sich ausdrücklich einen Aufschwung der Sportart wünschte.

Im Herbst 2011 ist Heynckes nun wieder einmal Trainer des FC Bayern. Er ist immer noch großer Basketball-Fan – und sein Verein der Hoffnungsträger einer ganzen Sportart, eben diese einer größeren Öffentlichkeit bekannt zu machen. „Jupp ist offenbar nicht nur ein Spitzentrainer, sondern auch ein Hellseher“, sagt Dirk Bauermann, Trainer der Basketballer.


Es ist kein Zufall, dass die Jahreshauptversammlung der Bayern am Freitagabend im Audi Dome, der Heimat der Basketballer, stattfindet. „Das ist Ausdruck der Tatsache, dass wir im Verein angekommen sind,“ sagt Bauermann.


Der FC Bayern inszeniert die Allianz zwischen Fußballern und Basketballern: Im aktuellen „Bayern-Magazin“ geben Heynckes und Bauermann, beide erstaunlich gut gelaunt, ein mehrseitiges gemeinsames Interview. „Wir haben sofort eine persönliche Sympathie gespürt, wir mögen uns“, sagt Bauermann, der seinerseits als Junge oft zu Heynckes’ Zeiten als Spieler mit seinem Vater in Mönchengladbach im Stadion war – auch bei Spielen gegen den FC Bayern, damals mit Uli Hoeneß in den Reihen. „Wobei ich da eher Jupp als Uli die Daumen gedrückt habe.“


Mittlerweile sei es jedenfalls „geradezu beängstigend“, wie viele Gemeinsamkeiten die beiden entdeckt hätten: Etwa „was die Grundpfeiler des Trainerüberzeugung betrifft, oder den Umgang mit den Spielern.“


Beide sind hochdekorierte Vereinstrainer, mehrfache deutsche Meister – und als verantwortliche Angestellte des FC Bayern einem Druck ausgesetzt, wie es ihn in Deutschland in ihrem Beruf kein zweites Mal gibt. „Der Anspruch ist immer, das Maximale zu erreichen“, sagt Heynckes, der es zwar noch immer nicht geschafft, ein Heimspiel der Basketballer zu besuchen, dies aber bald nachholen will. Mit möglichst vielen weiteren Führungspersonen aus dem Verein, denn dafür werden die Basketballer um Vizepräsident Bernd Rauch bei der Hauptversammlung werben. Ob dann auch Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge applaudiert? Der AG-Boss ist bisher noch nicht als Freund der Basketballer aufgefallen.


Er wird sich in seiner Bilanz eher um den Fußball kümmern. 2,9 Millionen Euro Gewinn hat die AG im Vorjahr erwirtschaftet, sportlich läuft es nach starken Auftritten in Bundesliga und Champions League herausragend gut. Und während sich die Mannschaft sich im Teamhotel „Dolce“ in Unterschleißheim auf das Spitzenspiel gegen Dortmund vorbereitet, wird sie vom nach seinem Schlüsselbeinbruch genesenden Mittelfeld-Star Bastian Schweinsteiger vertreten – dem Audi-Dome-Stammgast und größten Basketball-Fan unter den Fußballern.

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