6:3 in Stuttgart: Bayern feiern Fußball-Fest

Drei Tage nach dem 5:3 in der Bundesliga triumphiert Bayern im Pokal beim VfB Stuttgart mit 6:3. Van Gaal glücklich: „Wir spielen Fußball für die Leute.“ Im Viertelfinale geht’s nach Aachen
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Der Jubel nach dem Pokal-Fight in Stuttgart
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STUTTGART - Drei Tage nach dem 5:3 in der Bundesliga triumphiert Bayern im Pokal beim VfB Stuttgart mit 6:3. Van Gaal glücklich: „Wir spielen Fußball für die Leute.“ Im Viertelfinale geht’s nach Aachen

Am Ende eines verrückten Fußballabends war zumindest ein Trainer zufrieden: Louis van Gaal. Seine Worte zum (Fußball)-Fest: „Es war ein sehr schönes Spiel für das Publikum, und wir spielen Fußball für die Leute. Es ist unglaublich, in drei Tagen elf Tore zu schießen und sechs Tore zu bekommen. Jetzt haben wir sehr gute, fröhliche Weihnachten.“

Und einen Viertelfinalgegner: Alemannia Aachen.

Es war so einiges passiert, bis es soweit war. Womöglich hatten seine Spieler gehört, was van Gaal vor der Partie in die TV-Kamera gesagt hatte – und waren ein wenig irritiert. Der Bayern-Coach sagte: „Die Spieler können frohe Weihnachten haben oder etwas anderes.“ Etwas anderes? Was das wohl sein mag?

Aber da die Bayern abgezockte Profis sind, verdrängten sie diese ablenkenden Gedanken, schossen zu Beginn schnell mal zwei Tore – und verfielen wieder ins Grübeln: Was anderes? So wurde ein kurzweiliger Pokalabend daraus, an dessen Ende Bayern 6:3 in Stuttgart gewann.

Es gab alles, was ein Fußballspiel in petto hat: neun Tore, Aufholjagden, zwei gelb-rote Karten, ein verschossener Elfmeter und auch noch der reichlich merkwürdige Abschied des Mannschaftskapitäns neun Minuten nach der Pause. Aber der Reihe nach.

Zunächst traf Andreas Ottl nach sechs Minuten aus fast 30 Metern hoch ins Eck. Weiter: 140 Sekunden später war Mario Gomez nach Flanke von Thomas Müller in feinster Mittelstürmermanier schneller am Ball als Boulahrouz! 2:0 – nach acht Minuten.

In den darauffolgenden Minuten dachten die Bayern wieder an „was anderes“.

Am offensichtlichsten wohl Andreas Ottl. In der 32. Minute sprang er unter einer Flanke durch, Martin Harnik passte quer auf Pogrebnijak, der aus abseitsverdächtiger Distanz vollstreckte. Danach drehten die Schwaben auf und glichen noch kurz vor der Pause aus, wiederum durch Pogrebnijak. Bei beiden Treffern wurden wieder die chronischen Defizite des FC Bayern in der Innenverteidigung offensichtlich. Anatoliy Tymoshchuk hinter statt vor Pogrebnijak beim ersten Gegentreffer, Breno und Tymoshchuk hilflos vor dem sich um die eigene Achse drehenden Pogrebnijak beim zweiten Gegentreffer. Aber dieses Trauerspiel kennt der Bayern-Fan ja seit Lucio zu Inter Mailand vergrault wurde.

Nach der Pause wurde es richtig wild. Der für den angeschlagenen Gomez ins Spiel gekommene Miroslav Klose traf nach hanebüchenen Abwehrfehlern zum 3:2 (52.). Zwei Minuten später wechselte van Gaal seinen Kapitän aus – „er war angeschlagen“ (siehe Bericht Seite 24). Eine Viertelstunde später sah Boulahrouz gelb-rot, dennoch bäumte sich Stuttgart auf, vergab durch Christian Gentner einen von Jörg Butt verschuldeten Elfmeter (73.) und kam durch Delpierres Kopfball sogar zum Ausgleich (77.). Doch dann erinnerten sich die Spieler an das, was van Gaal ihnen in der Halbzeit gesagt hatte. „Ihr müsst wieder Männer werden!“ Und später wusste er: „Das haben sie gemacht!“

In der 81., 85. und 90. Minute machten Müller, Klose und Ribéry schließlich alles klar – 6:3, ein spektakuläres Ergebnis.

Und ein versöhnlicher Jahresabschluss, ein fast perfektes Jahr. Oder nicht, Louis van Gaal? „Besser kann ich es nicht“, sagte er. Obwohl: „Es gab auch schon ein Jahr, da hab’ ich die Champions League gewonnen.“ Also dann: Prosit 2011.

tbc/ps

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