„Ein Meilenstein“ – im Wert von 300 Millionen

Der Europäische Gerichtshof kippt das staatliche Monopol für Sportwetten in Deutschland.Jetzt freuen sich die Bundesliga-Vereineschon auf erhebliche Mehreinnahmen.
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Oddset bekommt legale Konkurrenz: Der Europäische Gerichtshof kippte nun das Sportwetten-Monopol in Deutschland.
dpa Oddset bekommt legale Konkurrenz: Der Europäische Gerichtshof kippte nun das Sportwetten-Monopol in Deutschland.

Der Europäische Gerichtshof kippt das staatliche Monopol für Sportwetten in Deutschland.Jetzt freuen sich die Bundesliga-Vereineschon auf erhebliche Mehreinnahmen.

MÜNCHEN Die Nachricht kam früh am Mittwoch. Um kurz vor 10 Uhr vormittags. Gut möglich, dass schon um diese Zeit bei einigen Vereinen der Profiligen hierzulande ein Gläschen aufgemacht wurde.

Halb elf in Deutschland – und die Welt in Sachen Sportwetten war aus Sicht vieler Klubs wieder in Ordnung. Der Europäische Gerichtshof (EuGH) entschied in Luxemburg, dass das deutsche Monopol für Sportwetten und Glücksspiele nicht mit EU-Recht vereinbar ist. Es verstoße gegen die Niederlassungs- und Dienstleistungsfreiheit in der EU. Ab sofort dürfen Anbieter von Sportwetten legal als Sponsoren auftreten. Sofort legten deren Aktien massiv zu. Die AZ erklärt das Urteil, das von Sportverbänden sowie der DFL und DFB herbeigesehnt wurde.

Was bedeutet das für Zocker?

In Deutschland dürfen ab sofort wieder private Sportwetten abgeschlossen werden. Jeder, der hier eine Sportwette außerhalb der staatlichen Wette Oddset abschließen will, kann dies ab sofort tun. „Es gibt keine Übergangszeit für das Monopol“, sagt der Münchner Rechtsanwalt Thomas Summerer. Wenn Verbraucher in Deutschland an privaten Sportwetten teilnehmen, ist das nun genauso wenig illegal wie bisher schon der Besuch in einer Spielhalle.

Was heißt das für die Klubs?

Es wird eine Menge frisches Sponsorengeld in Umlauf kommen. Franz Beckenbauer hatte beklagt, dass dem deutschen Sport 400 Millionen Euro an jährlichen Werbeeinnahmen verloren gingen. Werder Bremen musste beispielsweise den Aufdruck des Anbieters „bwin“ von der Trikotbrust nehmen. Klubs wie Real Madrid oder der AC Mailand durften nicht mit Logos der Firmen in der Münchner Allianz Arena antreten. Milan zahlte der Stadt München für eine Zuwiderhandlung 100000 Euro.

„Wir gehen davon aus, dass die Verluste derzeit mehr als 300 Millionen Euro pro Jahr betragen“, sagte Wettexperte Max Stahl vom Kölner Unternehmen „Sport+Markt“.

Wie sind die Reaktionen?

Thomas Bach, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes, sagt: „Das Urteil ist ein Meilenstein. Es erlaubt den Gemeinwohlinteressen des Sports ebenso gerecht zu werden wie denen der Sportveranstalter, ohne die es keine Sportwetten gäbe.“

DFB-Präsident Theo Zwanziger: „Der Sport und ganz besonders der Fußball leistet durch die Organisation der Spiele einen aktiven und erheblichen Beitrag für den Wettmarkt. Dieser Leistung muss Rechnung getragen werden.“ Auch beim FC Bayern freut man sich: „Wir begrüßen außerordentlich diesen Urteilsspruch, weil er aus unserer Sicht ein Regulativ im Positiven darstellt“, sagt Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge, „ich gehe davon aus, dass die Klubs aus der Fußball-Bundesliga davon profitieren werden.“

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