EHC: "Alles oder nichts!"

Im dritten Spiel gegen die Iserlohn Roosters steht für den EHC Red Bull München eine ganze Saison auf dem Spiel. Trainer Pierre Pagé appelliert an die Fans an – und sagt, wie es klappt.
| Matthias Kerber
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Ausgehebelt: EHC-Keeper Mika Noronen beim 2:3 in Iserlohn.
GEPA pictures/ho Ausgehebelt: EHC-Keeper Mika Noronen beim 2:3 in Iserlohn.

Im dritten Spiel gegen die Iserlohn Roosters steht für den EHC Red Bull München eine ganze Saison auf dem Spiel. Trainer Pierre Pagé appelliert an die Fans an – und sagt, wie es klappt.

AZ: Herr Pagé, beim zweiten Preplayoffspiel, dem 2:3 bei den Iserlohn Roosters, schienen sich einige Ihrer Spieler lange in der Rolle des Zuschauers zu gefallen, erst in der Schlussphase drehte das Team auf. Viel zu wenig für ein Team, das Sie zum Titelkandidaten erhoben haben.

PIERRE PAGÉ: Das ist richtig. Leider ist das irgendwie die Persönlichkeit dieser Mannschaft, man weiß nie, wann sie sich als Team zeigen, wann sie alles geben. Wir waren in Iserlohn nicht bereit, keine Frage. Einige haben sich wohl zu lange mit der guten Vorstellung beim 5:3-Sieg im ersten Spiel beschäftigt. Dabei ist eine der großen Tugenden im Eishockey die Amnesie. Die Fähigkeit zu vergessen und bei null zu beginnen. Einige dachten wohl, wir haben Iserlohn im Griff, die haben halb aufgegeben. Da kann ich nur sagen: Willkommen zu den Playoffs, hier gibt keiner auf! Iserlohn war im ersten Spiel nicht bereit, wir nicht im zweiten – zum Glück gibt es jetzt am Freitag in München das Entscheidungsspiel.

Das muss der EHC da anders machen, um nicht wieder unter die Kufen zu geraten?

Es geht nicht mehr ums Talent, sondern allein um den Willen, die Motivation, die Hingabe. Und die Disziplin. Man muss emotional sein – aber diszipliniert. Man muss voll motiviert sein – aber diszipliniert, man muss konzentriert sein – und diszipliniert. Das ist nicht leicht, aber die wirklich guten Dinge im Leben sind nie leicht.

Daran mangelte es in Spiel 2 gewaltig. Superstar Darren Haydar schwächte das Team, indem er den Schiri anmeckerte und eine Zehn-Minuten-Disziplinarstrafe bekam.

Ja, und das ist vollkommen inakzeptabel. Dafür gibt es keine Entschuldigung. Wenn einer es wissen muss, dann Haydar. Er ist 34 Jahre alt! Wir haben das ganze Jahr an der Disziplin gearbeitet, mentale Stärke trainiert. Und dann das. Man gewinnt keine Spiele, indem man sich mit den Referees anlegt, man gewinnt keine Spiele, indem man auf der Strafbank sitzt. Man darf nie seinen Kopf verlieren. Wenn mir der Gegner in die Fresse schlägt, dann habe ich das hinzunehmen. Für das Team. Ich habe mich da für das Team zu opfern. Denn dann kriegt der andere eine Strafe. Haydar hat damit dem Team geschadet.

Geschadet hat es auch, dass Uli Maurer verletzt ausfiel.

Ja, er ist das Herz und die Seele dieser Mannschaft, wie sehr er uns fehlt? Das kann man nicht in Worte fassen, aber ich will nicht, dass das wie eine Entschuldigung klingt, ich hasse Entschuldigungen. Jetzt sind eben andere gefragt, an Ulis Stelle zu treten. Das ist Spiel drei, das ist der Showdown, ein Alles-oder-Nichts-Spiel. Ich freue mich drauf, dafür spielen wir doch die ganze Saison. In Iserlohn, das war eine sehr feindliche Stimmung. Aber ich erwartet, dass wir und die Fans unser Stadion jetzt zu einem Hexenkessel machen.


 

 

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