Cortina über den EHC: "Gefährlich und unberechenbar"

Nach mäßiger Saison überzeugte der EHC plötzlich im ersten Spiel der Pre-Playoffs mit 5:3 gegen Iserlohn. Ex-Coach und Bundestrainer Pat Cortina erklärt die neue Stärke – und spricht über Titelchancen.  
| Matthias Kerber
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Bereit für die Playoffs: Die EHC-Stars Nick Palmieri, Danny Richmond, Daniel Sparre (v.l.)
Rauchensteiner/AK Bereit für die Playoffs: Die EHC-Stars Nick Palmieri, Danny Richmond, Daniel Sparre (v.l.)

Nach mäßiger Saison überzeugte der EHC plötzlich im ersten Spiel der Pre-Playoffs mit 5:3 gegen Iserlohn. Ex-Coach und Bundestrainer Pat Cortina erklärt die neue Stärke – und spricht über Titelchancen.

 

AZ: It’s Playoff-Time – und plötzlich sieht der so lange schwächelnde EHC Red Bull München, der im ersten Spiel der Preplayoffs Iserlohn 5:3 geschlagen hat, wie ein echter Titelanwärter aus. Kann Bundestrainer Pat Cortina das erklären, was sagt er dazu?

PAT CORTINA: De Bundestrainer sagt, dass der EHC vielleicht genau das gebraucht hat, um zu sich selbst zu finden. Playoffs sind eine Kopfsache. Letztlich ist nicht wirklich wichtig, was man in den 52 Spieltagen der regulären Saison geleistet hat, da hat man um Punkte gekämpft, diese gehamstert. Jetzt gibt’s keine Punkte mehr, nur noch Siege. Mit guten Playoffs kann man alles, was vorher war vergessen machen. Man erinnert sich bei Champions daran, das sie gewonnen haben, nicht wie sie die Monate vor dem Triumph drauf waren. Es gibt Teams, es gibt Spieler, die irgendwie auf ein anderes Niveau kommen, sobald es nur noch dieses Alles oder Nichts gibt. Vielleicht trifft das auf den EHC zu.

Sie waren ja live im Stadion – wie beeindruckt waren Sie?

München war die bessere Mannschaft, hat verdient gewonnen. Iserlohn spielt das, was es kann: gerades, ehrliches, hart arbeitendes, einfaches Eishockey. Für sie ist es ja schon ein großer Erfolg, dass sie es noch in die Preplayoffs geschafft haben.

Ganz anders die Situation in München. Auch durch die Aussagen von Trainer Pierre Pagé bedingt, der die gesamte Saison vom Titel sprach.

Ich habe immer gesagt, wenn München mal einen Lauf hat, sind sie extrem gefährlich. Sie können weit kommen, ohne Frage. Im Viertelfinale treffen Nürnberg und Wolfsburg und Mannheim und Köln aufeinander, da sind auf jeden Fall schon mal zwei Topteams eliminiert. Das kann ein Außenseiter wie München ausnützen. Ihr Spiel war die ganze Saison unterhaltsam. Nicht immer hochklassig, aber langweilig war es nie. Gegen Iserlohn kam eine Diszipliniertheit, eine Entschlossenheit dazu, die es vielleicht zuvor so nicht gegeben hat. Das alles macht München zu einer unberechenbaren Mannschaft, einer guten Mannschaft. Wer sieht sich schon gerne etwas gegenüber, was man nicht berechnen, nicht einschätzen kann?

Wie schätzen Sie den einen der herausragenden Akteure beim jetzigen EHC ein: Uli Maurer. Er ist ja zur Ihrer Zeit als EHC-Trainer zum Star gereift – und treibt den jetzigen EHC richtiggehend an.

Uli ist ein Mann mit einem unglaublichen hohen Eishockey-IQ, er versteht das Spiel in all seinen Nuancen, deswegen ist es für ihn auch kein Problem, sich auf eigentlich jeder Position zu behaupten. Deswegen kann er eben Verteidiger, Außenstürmer oder Center spielen, ohne dabei von seiner Effektivität einzubüßen. Darüber hinaus ist Maurer ein außergewöhnlich guter Schlittschuhläufer, wenn man diese zwei Fähigkeiten dann noch mit der Tatsache paart, dass er ein unglaublich großes Kämpferherz hat, dann kommt dabei eben ein großartiger Spieler heraus. Und genau das ist Uli, ein großartiger Spieler.

Sie waren sechs Jahre der Trainer des EHC. Wie neutral können Sie denn als Bundestrainer so ein Spiel auf der Tribüne anschauen?

(lacht) Ich arbeite dran. Es ist sicher so, dass ich mich manchmal auf der Tribüne dabei erwische, dass ich bei einer Aktion klatsche oder mit der Stimmung mitgehe, aber dann nehme ich mir mich selbst zur Brust und sage: Pat, neutral sein. Zum Glück verbietet aber Neutralität nicht jede Emotionalität. 

 

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