Philip Lahm: „Einfach mal 90 Minuten lachen“

Philipp Lahm verrät, worüber er schmunzeln kann und welcher Mitspieler auf die Bühne gehört.  Hier spricht der Kapitän der Mannschaft des Jahres.
| Interview: Patrick Strasser
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Die AZ Leser haben die Herren-Mannschaft des FC Bayern München zur Mannschaft des Jahres 2012 gewählt.
dapd Die AZ Leser haben die Herren-Mannschaft des FC Bayern München zur Mannschaft des Jahres 2012 gewählt.

AZ: Herr Lahm, der FC Bayern hat Pep Guardiola verpflichtet – was halten Sie davon?

PHILIPP LAHM: Ich ziehe den Hut vor unseren Bossen! Das ist ein großes Zeichen – Guardiola ist schließlich DER Trainer der letzten Jahre. Er ist noch jung und hat seine Zukunft noch vor sich, obwohl er schon so viele Titel gewonnen hat. Wir freuen uns auf ihn.

Die Leser und User der Abendzeitung haben Bayern trotz der drei Vize-Titel zur Münchner Mannschaft des Jahres 2012 gewählt. Überrascht Sie als Kapitän dieses Votum dann doch etwas?

Wir sind drei Mal Zweiter geworden und trotzdem war es ein gutes Jahr für uns, ein erfolgreiches Jahr. Ich denke schon, dass das eine Leistung ist. Aber bei Bayern zählen eben nur Titel, das haben wir nicht geschafft. Dieser Hunger, dieser Wille, Titel zu gewinnen – das zeichnet den FC Bayern nun einmal aus.

Die Wahl ist natürlich kein Titel-Ersatz, aber eine Auszeichnung der Herzen.

Gerade deshalb finde ich es schön, dass die Leute sehen und anerkennen, was wir im vergangenen Jahr geleistet haben und dass sie auch zweite Plätze respektieren und honorieren. Das hat ja auch unser Bundespräsident Joachim Gauck einmal angesprochen, dass eben zweite Plätze auch etwas zählen und durchaus was Besonderes sind – etwa bei den Olympischen Spielen.

Seine Botschaft war: Erfolg ist eine Frage der Perspektive.

Wir standen in den vergangenen drei Jahren zweimal im Champions-League-Finale – das zeugt von Qualität. Dass wir keins gewonnen haben, ist die Kehrseite.

Haben Sie sich in der Weihnachtspause einen der Sport-Jahresrückblicke im Fernsehen angeschaut?

Das lässt sich ja nicht vermeiden, wenn man in der Zeit häufiger vor dem Fernseher sitzt.

Und? Haben Sie bei Bildern vom Champions-League-Finale gegen Chelsea oder den Titelfeiern der Dortmunder schnell wieder weggezappt?

Nein, ich bin keiner, der sofort wegschaltet und auch keiner, der so ein Spiel in der Rückschau nochmal groß analysiert. Ich habe keines der Spiele über 90 Minuten – oder eben länger – gesehen, aber Ausschnitte immer mal wieder. Das gehört dazu. Genau wie Niederlagen zum Sport gehören.

Die 120 Minuten plus Elfmeterschießen gegen Chelsea wären auch eine spezielle Art der Folter, oder?

Klar schaue ich mir lieber Spiele nochmal an, die man gewonnen hat als Spiele, die man verloren hat.

Gab es Momente, in denen Sie sogar Galgenhumor empfunden haben während des Chelsea-Spiels? Bei diesem irrwitzigen Spielverlauf?

Nein, schmunzeln kann man da nicht auf dem Platz. Dafür ging es um einen zu großen Titel, den wir verspielt haben.

Bleiben wir beim Humor, bei der Ironie des Lebens: AZ-Kolumnist Django Asül erzählte, dass Sie ein regelmäßiger Besucher von Kabarett-Veranstaltungen sind.

Ich genieße so etwas, wenn man da hin geht und einfach mal 90 Minuten durchlachen kann. Das ist herrlich. Ich gehe gerne ins „Lustspielhaus“ oder in die „Lach- und Schieß-Gesellschaft“, wenn ich die Zeit habe. Ich hoffe, dass wir bis zum Ende der Saison viel unterwegs sind, denn dann sind wir noch in drei Wettbewerben dabei. Man muss aber auch lachen – das gehört doch zum Leben dazu. Ich bin ein fröhlicher Mensch, schaue mir gelegentlich im Fernsehen Comedy an, weil ich das lustig finde.

Wer sind Ihre Favoriten? Was schauen Sie gerne?

Da gibt es einige, fast zu viele. Man muss sich die Künstler genau aussuchen, es gibt auch einige, die mir nicht so gefallen. Im Trainingslager in Katar habe ich den Comedy-Nachwuchs gesehen, auf RTL wurden junge Talente in Sachen Comedy gesucht. Das war sehr interessant und witzig.

Django Asül sagte, sein perfekter Sidekick vom FC Bayern für einen Bühnenauftritt wäre Hermann Gerland.

Das könnte er definitiv machen. Ich kenne den Tiger ja schon seit etlichen Jahren. Es ist immer toll, sich mit ihm über frühere Zeiten zu unterhalten und legendär, wenn der Tiger mal ins Erzählen kommt. Herrlich – das macht Spaß, da hört jeder gerne zu.

In der Mannschaft ist Thomas Müller laut Bastian Schweinsteiger derjenige, der am meisten plappert – und schon beim Frühstück nervt.

Ich sag’s mal so: Er spart nicht mit Worten, so wird’s manchmal ein bisschen viel. (lacht) Thomas ist ein guter Kerl, ein lustiger Junge. Er unterhält die Mannschaft definitiv – egal, wo wir sind. Es ist immer unterhaltsam, mit ihm am Tisch zu sitzen.

 

 

 

 

 

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