Bayern gegen Würzburg: "Total geplättet"

Bayerns Basketballer begeistern gegen Würzburg 12.200 Fans in der Olympiahalle – unter ihnen van Gaal, Lahm und Hoeneß
| J. Galinski, M. von Harsdorf
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Wer die Bayern-Basektballer nächste Saison in der Bundesliga erleben will, muss tief in die Tasche greifen, doch nun gibt's Rabatt.
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München - Die Spieler des FC Bayern und die Zuschauer aus den ersten Reihen der Olympiahalle lagen sich gerade kollektiv in den Armen, als ein kleiner Mann Darius Hall ansprang und sich am 2,02 Meter großen Amerikaner festklammerte. Der Mann am Hals war Vizepräsident Bernd Rauch, der gerade ein berauschendes 82:75 seiner Basketballer gegen die Würzburg Baskets gesehen hatte und sich überschäumend freute. „Das war total verrückt“, meinte Hall danach.

12200 Zuschauer waren gekommen, ein neuer Rekord in der zweiten Basketball-Bundesliga, rund 2000 davon aus Würzburg. Am Ende waren es also etwas mehr als 10000 Bayern-Fans, die die Olympiahalle in einen Basketball-Tempel verwandelten, einen Tempel. Einen ausgesprochen lauten Tempel allerdings. Präsident Uli Hoeneß war begeistert: „Das ist eine unglaubliche Atmosphäre. Das ist gigantisch. Ich bin total geplättet!“

Die Bayern hatten mit einem geschickten Animationsprogramm zum Trommeln, Klatschen und Mitsingen ihr Möglichstes getan, um die Stimmung anzufeuern – und das Glück gehabt, dass das Spitzenspiel hielt, was zwei wohl zukünftige Erstligisten versprechen.

Die Bayern starteten sensationell ins Spiel, mit einem 7:0-Lauf und gewannen das erste Viertel mit 31:14. Topscorer Jonathan Wallace (22 Punkte), die große Münchner Enttäuschung bei der Niederlage im Hinspiel, verwandelte einen Wurf nach dem anderen. Der Halbzeitstand nach einem ausgeglichenen zweiten Viertel war 45:28. Darius Hall hatte zu diesem Zeitpunkt schon eine Vorahnung: „Wir wussten, dass sie noch einmal zurückkommen würden.“

Und zwar in Person von Lee Jeka, dem besten Würzburger, der seine Mannschaft wieder bis auf wenige Punkte heranbrachte. Der Stimmung in der Halle hätte nichts besseres passieren können. Nun zählte jeder Punkt, das verstanden auch die Neulinge unter den Basketball-Zuschauern und feierten jeden Korb der Bayern mit ohrenbetäubenden Getöse. Sie hatten auch keine andere Möglichkeit als zu schreien – an Gespräche mit dem Nachbarn war bei dieser Lautstärke nicht zu denken.

Auch Fußball-Kapitän Philipp Lahm genoss die dichte Atmosphäre: „Ich bin begeistert von der Mannschaft und vom Sport. Es ist sensationell hier!" Aus seiner Mannschaft feierten auch Holger Badstuber (im Basketball-Fantrikot), Mario Gomez, Jörg Butt und Bastian Schweinsteiger mit, sogar Coach Louis van Gaal – samt Gattin Truus – war da. Auf dem Parkett – die Bayern führten nur noch mit einem einzigen Punkt – übernahm der Kapitän der Basketballer das Steuer.

„In solchen Momenten geht man als Sportler auf, dafür trainiert man“, sagte Steffen Hamann (16 Punkte, neun Zuspiele). Vor allem dank Hamanns beherzten Attacken zogen die Bayern wieder davon, auch, weil die wichtigen Freiwürfe saßen. Trainer Dirk Bauermann befand später: „Das war ohne Frage ein Spiel von Erstligaqualität.“

Nicolas Grundmann, der Geschäftsführer der zweiten Basketball-Bundesliga legte fest: „Heute ist München die Basketball-Hauptstadt Deutschlands.“ Nach der Schlusssirene und dem 82:75 stand fest: Basketball ist in München vollends angekommen – als begeisterndes Riesenevent. Und: Drei weitere Siege reichen den Bayern nun offiziell zum sportlichen Aufstieg in die erste Liga – am 12. März in Crailsheim wäre es soweit.

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