Trachtenwahnsinn-Chef Manfred May hört in Corona-Krise auf

Es geht nicht mehr weiter. Manfred May, Chef von Trachtenwahnsinn, hört auf. Label und Laden haben die Corona-Krise nicht überstanden.
| Steffen Trunk
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Manfred May mit Micaela Schäfer (li.) und Yvonne Woelke (re.) bei seiner "Trachtentrends"-Modenschau im Hotel Sheraton am Westpark.
Manfred May mit Micaela Schäfer (li.) und Yvonne Woelke (re.) bei seiner "Trachtentrends"-Modenschau im Hotel Sheraton am Westpark. © BrauerPhotos / B.Lindenthaler

"Irgendwann geht es nicht mehr", beginnt Manfred May das AZ-Gespräch. "Heute ist leider der letzte Tag von Trachtenwahnsinn." Der Entschluss sei nicht über Nacht gefallen, sondern hat sich über die letzten Wochen hinweg gezogen. May, der 2015 mit 5.000 Euro Startkapital loslegte, gibt sein geliebtes Label für immer auf. Die Corona-Krise bedeutete das wirtschaftliche Aus. "Es ist bedrückend, ich fühle mich hilflos, weil ich, wie viele andere auch, ohne eigenes Verschulden alles verloren habe."

Promis kamen gern zu Trachtenwahnsinn-Partys

Er war als Trachten-Neuling der Liebling der Münchner Lokalpresse sowie Freund und Partner vieler Promis. Es gab Fashion-Shows auf Hotelfluren und in -zimmern, Live-Interviews mit TV-Stars in Betten und immer einen Gastgeber, der sich hervorragend um das Wohl seiner Gäste gesorgt hat. 

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Wenn May zu Trachten-Events lud, konnte man sich auf professionell organisierte Veranstaltungen und auf einmalige Feiern mit innovativen Konzepten freuen. VIPs zeigten sich gern an seiner Seite und er profitierte vom Glamour und der hohen Aufmerksamkeit seiner Gäste.

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Manfred May: "Irgendwann geht es nicht mehr"

Doch die Party ist für immer aus. Während der Corona-Krise hat sich bei Manfred May ein sechsstelliger Schuldenberg angehäuft. "Im Frühjahr machte ich noch Umsatzrekorde, dann kam der Lockdown, Einschränkungen sowie abgesagte Hochzeiten und Volksfeste", so Manfred May zur AZ, der zuletzt ein Geschäft in Germering hatte.

Schulden durch Corona-Krise: May löste Altersvorsorge auf

May möchte selbstverständlich seine kompletten Schulden begleichen: "Ich will für all meine Verpflichtungen aufkommen, das ist mir ein wichtiges Anliegen. Dafür habe ich meine Altersvorsorge aufgelöst, mein Auto und das Motorrad verkauft. Auch meine Drei-Zimmer-Wohnung werde ich verkaufen." Der 56-Jährige wird emotional und ergänzt: "Mein 13-jähriger Sohn sagte gar: 'Papi, ich verzichte dieses Jahr auf mein Weihnachtsgeschenk.'" 

Was ihm bleibt sind "unzählige, einmalige Erinnerungen", versichert er. "Ich bin dankbar für alles, durfte so viel erleben, tolle Menschen kennenlernen und mit ihnen respektvoll zusammenarbeiten. Das macht mich stolz."

"Katastrophal": Wiesn-Absage 2021?

Der Trachtenwahnsinn-Chef fürchtet, dass auch das Jahr 2021 für die Trachten-Branche "katastrophal ausfallen" wird. An ein Stattfinden der Wiesn glaubt Manfred May nicht. "Wenn das so weiter geht, gibt es bald keine Trachtenläden mehr. Unser Kulturgut kommt dann nur noch aus China."

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