Thomas Müller gewährt privaten Einblick: "Das Problem, das andere mit mir haben"

Woher kommt der Optimismus bei Thomas Müller? Der Fußballstar spricht jetzt über seine offene Lebenseinstellung, aber auch über persönliche Erfahrungen. Er fühlt sich manchmal falsch verstanden.
von  Max Häussler
Thomas Müller gewährt jetzt einen privaten Einblick.
Thomas Müller gewährt jetzt einen privaten Einblick. © imago/Sports Press Photo

Lachen ist sein Markenzeichen: Bei öffentlichen Auftritten und auf dem Fußballplatz sieht man Thomas Müller (37) oft mit einem Grinsen im Gesicht. Der einstige FC-Bayern-Kicker sieht sich selbst als optimistischen Menschen. Warum Müller so positiv durchs Leben geht, verrät er nun in einem Interview.

Thomas Müller spricht über persönliche Erfahrungen: "Nützlich, optimistisch zu sein"

"Ich glaube, ich war schon immer optimistisch, auf ganz natürliche Weise", erzählt der Profikicker offen. Seine Eltern würden das wahrscheinlich bestätigen, meint Müller im Podcast-Gespräch mit der ehemaligen kanadischen Politikerin Christy Clark (60). Seine positive Lebenseinstellung sei demnach "einfach nur Glück". Doch die Erfahrungen, die er im Leben machte, haben ihn in seiner meist zuversichtlichen Haltung bestärkt. "Ich sah schon so viele verschiedene Charaktere, so viele Menschen in verschiedenen Situationen. Und wenn ich hinter die Kulissen schaute, habe ich bemerkt, dass es oft auch einfach sehr nützlich ist, optimistisch zu sein."

Profikicker ganz optimistisch: "Andere Einstellung macht keinen Sinn"

Der Profikicker glaubt, dass auch der Fußball seine Sicht auf das Leben geprägt hat. "Gerade dann, wenn du in einer Gruppe bist und Teamsport machst, musst du für deinen Platz in der Gruppe kämpfen. Aber zugleich fühlt man sich als eine Einheit. Es geht um Wettkampf, aber auch darum, sich gegenseitig zu helfen. Man wird Spiele gewinnen, Spiele verlieren, manchmal ist es dein eigener Fehler und manchmal bist du der Held. [...] Es ist ein Mix zwischen realistisch und optimistisch sein, der einen dann weiterbringt. [...] Eine andere Einstellung macht keinen Sinn. Auch macht es keinen Spaß, anders zu denken. Und es wäre eben nicht nützlich, um seine Ziele zu erreichen", so der Fußballer im Videopodcast "The Christy Clark Show".

Thomas Müller blickt positiv auf das Leben. "Ich war schon immer optimistisch", erzählt er jetzt in einem Interview.
Thomas Müller blickt positiv auf das Leben. "Ich war schon immer optimistisch", erzählt er jetzt in einem Interview. © BrauerPhotos/G.Nitschke

Thomas Müller falsch verstanden: "Das Problem, das andere mit mir haben"

Thomas Müller weiß es zu schätzen, dass er sich seinen Optimismus immer bewahrt hat. Doch seine lockere Art werde manchmal auch falsch verstanden, gibt der Sportler offen zu. "Das Problem, das andere Menschen mit mir haben, ist manchmal, dass sie denken, ich wäre immer nur optimistisch und würde alles immer nur auf die leichte Schulter nehmen." Dabei wisse er in wichtigen Momenten genau, wann es an der Zeit ist, Dinge auch mal ernst zu betrachten. "Aber selbst dann schaffe ich es eben, einen Witz zu machen – auch wenn ich zum Beispiel im Wettkampfmodus bin."

Fußballer erkennt Gefahr: "Die sehen, dass ich gelassen bin"

Manche Menschen könne er mit seiner lockeren Art positiv beeinflussen, ist sich Müller sicher. Doch der Fußballer sieht darin auch eine Gefahr: Wer sich an ihm ein Beispiel nehme, habe womöglich den Eindruck, dass eine entspannte Einstellung allein zum Erfolg führen könne. "Die sehen dann, dass ich gelassen bin und damit Erfolg habe, und denken: 'Okay, entspannt zu sein ist anscheinend etwas Gutes, um abliefern zu können.'" Dabei werde jedoch oft übersehen, dass auch für Müller viel mehr dazugehöre, als die Dinge mit einer lockeren Einstellung anzugehen.

Schlussendlich komme es für Thomas Müller auf die richtige Balance an. Mit einer positiven Einstellung durch den Tag zu gehen, ist laut ihm zwar hilfreich, sei aber längst nicht alles, um erfolgreich zu sein. Eines ist jedenfalls sicher: Seinen Optimismus wird Müller wohl nicht so schnell verlieren.

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