Servus, ich bin Michelle

In der Münchner City trifft AZ-Kolumnist Michael Graeter die schöne Michelle Hunziker – und feiert später mit ihr im Bayerischen Hof – der Siemens–Chef bei Käfer.
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Unterwegs in der Münchner Altstadt: Michelle Hunziker mit Agentin Petra Maus.
Graeter Unterwegs in der Münchner Altstadt: Michelle Hunziker mit Agentin Petra Maus.

MÜNCHEN - In der Münchner City trifft AZ-Kolumnist Michael Graeter die schöne Michelle Hunziker – und feiert später mit ihr im Bayerischen Hof – der Siemens–Chef bei Käfer.

Am rechteckigen weißgedeckten Tisch „Bavaria-Blick“, gleich beim VIP-Hintereingang von Michael Käfers Wiesn-Schänke, saßen nur Männer, in der Mehrzahl mit gletschersilberner Haartracht. Alle trugen sie dunkle, bestickte Samtjacken. Eigentlich war es ein eher langweiliges Mannsbilder-Stelldichein, wenn nicht Gevatter Alk etwas nachgeholfen hätte.

Allerdings: Bis auf den Obersten der österreichisch sprechenden Herrengesellschaft entwickelten die Gäste aus dem Nachbarland im Laufe des Abends große Kunst beim Baggern, wenn Stöckelwild vorbeitippelte. Schmäh sells, selbst wenn er aus Villach kommt. Aus diesem Ort stammt Peter Löscher, der am Kopfende saß, der Vorstandsvorsitzende der Siemens AG, mächtiger Herr über 420 000 Mitarbeiter und Gastbauer der Villacher Bauerngman. Er hatte Freunde aus der Heimat in Käfers A-Liste-Terrain im ersten Stock des Wiesn-Zeltes um sich versammelt und „Brotzeit-Brett“ und „Gemischte Pfanne“, auftischen lassen.

Die Etage, fast so sicher wie das Fort Knox und von sechzig feinfühligen Sicherheits-Männern im Griff´ gehalten, entpuppte sich zum Ausklang als Ziel-Ort von Top-Prominenten wie Metro-Mufti Eckhard Cordes, Autozubehör-Industrieller Maria-Elisabeth Schäffler, Linde-Lord Wolfgang Reitzle mit Ehefrau Nina, Bleistift-Graf Toni zu Faber-Castell mit weiblichen Hofstaat, Bank-Manager Peter Müller und Diamanten-König Günter Matzdorf mit Frau sowie Michael Käfers Onkel Helmut, der wie alle anderen bezahlen musste und von Rudi Seidl, der seit 38 Jahren bei Käfer arbeitet, betreut wurde, Sport-Ausstatter Gerd Bittl, Sport-Experte Günter Netzer mit Frau Elvira, Bulle Roth mit seiner Bella und Show-Master Kai Pflaume, der vorher noch bei Ali Bräu's Schießbude seine Treffsicherheit unter Beweis stellte. Sie speisten alle gegrillte Ente, der große Renner der Käfer-Karte.

Aus vier handfest wirkenden Männern, verkleidet in Tracht, bestand die Leibwächter-Garde von Peter Löscher, der erstaunlich weit zu seinem Auto laufen musste. Der schwarze Mercedes-Van mit total schwarzen Scheiben und Stuttgarter Nummernschild parkte beim Deutschen Museum für Autos gegenüber der Wiesn-Disco.

Und so musste der Siemens-Boss an aufgedrehten Gästen des Dancings vorbei geleitet werden. Gerstensaft- oder sonst wie Selige haben den Industrie-Manager, Nachfolger von Klaus Kleinfeld und Heinrich von Pierer, nicht registriert – ihnen stand der Sinn wohl mehr nach Wirtschafts-Besuchen als nach Wirtschafts-Größen.

Wie gesagt, der VIP von heute wird nicht mehr im bequemen Daimler oder Audi chauffiert, sondern im Van von Mercedes oder Volkswagen und ganz in schwarz. In solch einem „Lieferwagen“, der viel Platz hat, wurden auch das ZDF-Sender-Gesicht Thomas Gottschalk und die immer fröhlich aufgelegte Show-Masterin Michelle Hunziker vom Hotel Bayerischer Hof, wo gerade Star-Orthopäde und FC Bayerns Medizin-Guru Hans Müller-Wohlfahrt mit einem Fahrrad ohne Schutzblech vorbeiradelte – ein sogenanntes Fixie –, zur Olympiahalle gefahren, von wo wieder mal die Sendung „Wetten, dass“ republikweit ausgestrahlt wurde.

Zwei schwarze Abhol-Vans standen auch vor Münchens von Philippe Starck komplett nobel umgestylten Münchner Arbeitsamt im Glockenbach-Viertel. Dort hat Thomas für circa 2,7 Millionen Euro eine 200-Quadratmeter große Dachwohnung mit Galerie gekauft.

Nach der Sendung, bei der Michelle Hunziker noch einen raschen Auftritt im Hippodrom auf der Wiesn hatte, begann um 23 Uhr die ZDF-After-Show-Party im Bayerischen Hof. Es war mehr ein Fest für Sender-Mitarbeiter und Sponsoren. Wie man weiß, ist ja „Wetten, dass“ ein Productplacement-Mutterschiff. Deshalb strahlte auch Bruder Christoph Gottschalk, der seinen Kunden eine gesellschaftliche Freude bereiten konnte.

Der große Hotelsaal und die angrenzende Lobby war ganz in Intensivstation-Weiß getaucht, die Rundtische mit bodenlanger weißer Decken geschmückt, auf denen weiße spitz gefaltete Servietten beim Teller-Set standen. Die Stühle ließ Hausherrin Innegrid Volkhardt, die den ganzen Ablauf persönlich überwachte, mit weißen Hussen überziehen. Nur ein dünner Orange-Streifen mit ZDF-Versalien unterbrach das cleane Bild der Party, bei der man wohl ganz offensichtlich den Schwerpunkt auf Gesundheit gelegt hatte.

Quer durch den ganzen Saal zog sich auf dem Büffet eine Salat-Orgie hin, die von Veggi-Guru Prinz Myshkin hätte nicht besser gepowert werden können. Fleischliche Gaumen-Lust konnte bei dieser ZDF-Kost nur in Form von Weißwürsten, Leberkäse und Mastgeflügel- oder Gulasch-Suppe befriedigt werden.

Auf Katy Perry in ihrem tief ausgeschnittenen Glitzer-Nichts wartete man vergeblich. Die Hitsängerin, die in ihren Videoclips stets ihre Vorliebe für Straps praktiziert, blieb wie Joe Cocker und auch Filmschauspielerin Milla Jovovich verschwunden. Dagegen waren Auto-Manager Ralf Weyler, Komiker Michael Mittermeier und seine Frau Gudrun, Brillen-Baron Liwe Pinhammer („Freudenhaus“) sowie Christine Neubauer präsent. Die dirndltragende Schauspielerin hatte bei Gottschalks Sofa-Besetzung dazu gepasst wie Kartoffelsalat zu amerikanischen Käsekuchen mit Himbeer-Mark.

Der Star der Mainzer Hausparty war Fußballspieler Arjien Robben, der lässig über das Parkett dribbelte. An allen Tischen, wo er auftauchte, sorgte der kickende Holländer für Wirbel. Selbst an der feierlichen Tafel von ZDF-Zampano Markus Schächter und Thomas Gottschalk mit Frau Thea und Sohn Roman wurde gemessen geschmunzelt. Als Erste verließ ZDF-Sonnenschein Michelle Hunziker die Runde. Sie war in Begleitung der Managerin Petra Maus und ihrem beruflichen Aufpasser Alexander Elbertzhagen, mit denen sie in Münchens Innenstadt vorher beim Shopping war und dem Fotografen freundlich in die Kamera winkte: Servus, ich bin’s – Michelle. Dermaßen behütet, gab es selbst für ausgekochte Raben keine Chance, um mit der Schweizerin in Berührung zu kommen.

Michael Graeter

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