Queen begeht 94. Geburtstag im Stillen

Kein Kanonensalut, keine Fahnen, keine Parade: Die britische Königin geht mit gutem Beispiel voran und verbringt ihren 94. Geburtstag ohne Feierlichkeiten auf Schloss Windsor. Die Monarchin ist sich dem Ernst der Lage in der Coronavirus-Pandemie mehr als bewusst.
| dpa
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Königin Elizabeth II. feiert ihren 94. Geburtstag.
Victoria Jones/PA Wire/dpa/dpa 4 Königin Elizabeth II. feiert ihren 94. Geburtstag.
Die britische Königin Elizabeth II. auf ihrem Pferd während der Zeremonie Trooping the Colour (1960).
Leon Neal/PA Wire/dpa/dpa 4 Die britische Königin Elizabeth II. auf ihrem Pferd während der Zeremonie Trooping the Colour (1960).
Das Londoner Palladium gratuliert Königin Elizabeth II. mit einem Banner.
Yui Mok/PA Wire/dpa/dpa 4 Das Londoner Palladium gratuliert Königin Elizabeth II. mit einem Banner.
Die britische Königin Elizabeth II. lacht (2014).
Leon Neal/PA Wire/dpa/dpa 4 Die britische Königin Elizabeth II. lacht (2014).

Windsor - Happy Birthday Your Majesty! Die britische Königin englische Queen ist 94 Jahre alt geworden. Doch dieser royale Geburtstag am Dienstag dürfte wie kaum ein anderer in Erinnerung bleiben.

Wohl erstmals seit die Monarchin 1952 den britischen Thron bestieg, gab es keine Fahnenpflicht für öffentliche Gebäude, auch Kanonendonner im Londoner Hyde Park und am Tower hatte sich englische Queen verbeten. Das sei "nicht angemessen" inmitten der Coronavirus-Pandemie, befand die Königin. Sogar die traditionelle Militärparade Trooping the Colour, die wegen des besseren Wetters normalerweise im Juni stattfindet, wurde bereits abgesagt.

Statt jubelnden Untertanen zuzuwinken, verbrachte englische Queen ihren Geburtstag auf Schloss Windsor an der Seite ihres 98 Jahre alten Mannes, Prinz Philip. Dorthin hatten sich die beiden schon Mitte März zurückgezogen. Sie werde per Videokonferenz mit Familienmitgliedern sprechen, sagte eine Palastsprecherin auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.

Auf Twitter postete der Palast ein Video, das Elizabeth als junges Mädchen mit ihrer Schwester beim Spielen zeigt: Mal tollen die beiden mit Hunden herum, mal sind sie auf einer Wippe zu sehen, mal tanzen sie. Bilder einer unbeschwerten Kindheit, so scheint es - doch schon mit zehn Jahren wusste Elizabeth, dass sie einmal die britische Krone tragen würde. Mit 14 - während des Zweiten Weltkriegs - hielt sie ihre erste Radioansprache.

Glückwünsche aus der Familie kamen bereits am Morgen per Social Media. "Wünschen Ihrer Majestät der Queen heute alles Gute zum 94. Geburtstag!", schrieben Prinz William (37) und Herzogin Kate (38), dazu posteten sie ein Foto, das beide mit der Queen bei einer Gartenschau in London im vergangenen Jahr zeigt.

Beinahe wortgleich gratulierten der gerade erst von der Lungenkrankheit Covid-19 genesene Thronfolger Prinz Charles (71) und Herzogin Camilla (72), ebenfalls per Twitter. Sie posteten dazu eine kleine Foto-Collage aus mehreren Jahrzehnten, die Charles einmal als Baby in einem Gitterbett mit seiner Mutter zeigt, ein anderes Mal bei einem Sport-Event als Mann mittleren Alters. Zwei weitere Fotos zeigen ihn bereits als ergrauten Herrn an der Seite seiner noch immer rüstigen Mummy, wie er englische Queen immer wieder auch öffentlich nennt.

Etwas nüchterner war der Gruß vom Erzbischof von Canterbury, Justin Welby. Für englische Queen werde an ihrem Geburtstag wie immer gebetet, twitterte er und fügte hinzu: "Sie dient unserem Land weiterhin mit großartiger Würde und Treue."

Die Queen bedankte sich - ebenfalls per Twitter. "Danke für Ihre Mitteilungen heute", hieß es auf dem Account des Palasts. "An diejenigen, die heute ebenfalls Geburtstag feiern, mit oder ohne ihre Liebsten, wir senden Ihnen viele Glückwünsche", so eine weitere Nachricht.

Die Königin hatte sich in den vergangenen Wochen bereits zweimal an ihr Volk gewandt. Ausgerechnet zum bisherigen Höhepunkt der Krise in ihrem Land war Premierminister Boris Johnson wegen seiner eigenen Coronavirus-Erkrankung ausgefallen. Er musste sogar zeitweise auf der Intensivstation behandelt werden. Gleichzeitig wuchsen die Zahl der Todesfälle und die Kritik am Krisenmanagement der Regierung. Die Briten konnten etwas Zuspruch gut gebrauchen. Sie wurden nicht enttäuscht. Die Queen beschwor das Durchhaltevermögen ihrer Landsleute und machte Mut: "Wir werden uns wiedersehen", versprach sie.

Wie so oft, bewahrt sie auch in dieser Krise die Haltung: Dabei hat englische Queen neben der Coronavirus-Pandemie noch andere Sorgen. Ihr Enkel Prinz Harry (35) und seine Frau Meghan (38) hören nicht auf, Schlagzeilen zu machen. Die beiden schieden zu Beginn des Monats auf eigenen Wunsch aus dem engeren Kreis der Royals aus. Inzwischen leben sie Berichten zufolge in der US-Metropole Los Angeles.

Doch das Paar liefert sich derzeit einen Schlagabtausch mit den Boulevardmedien, von denen es sich ungerecht behandelt fühlt. Erst am Montag teilten die beiden mit, keine Anfragen von Journalisten der Blätter "Daily Mail", "Sun", "Mirror" und "Express" mehr zu beantworten. Meghan klagt derzeit gegen die "Mail on Sunday", weil das Blatt Auszüge eines persönlichen Briefs an ihren Vater, Thomas Markle, veröffentlicht hatte. Eine Online-Anhörung vor Gericht dazu soll bereits an diesem Freitag stattfinden. Die Zeitung besteht darauf, im Recht zu sein. Meghans Vater hatte angekündigt, zugunsten des Blatts auszusagen. Beobachter befürchten eine Schlammschlacht.

Kummer bereitet der Queen auch ihr zweitältester Sohn Andrew (60). Er steht im Verdacht, in den Missbrauchsskandal um den inzwischen verstorbenen US-Multimillionär Jeffrey Epstein verwickelt zu sein. Epstein hatte über Jahre hinweg Dutzende minderjährige Mädchen missbraucht und zur Prostitution gezwungen. Er nahm sich vergangenen Sommer in einer Gefängniszelle in New York das Leben. Andrew war mehrfach Übernachtungsgast bei Epstein in dessen Anwesen in den USA und der Karibik. Von den Machenschaften seines Freundes will er nichts mitbekommen haben. Eines der Opfer, Virginia Giuffre, wirft dem Prinzen aber vor, er selbst habe sie als Minderjährige mehrfach missbraucht. Die US-Ermittlungsbehörde FBI klagte über mangelnde Kooperation des Prinzen.

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