Nach Villa-Kauf am Starnberger See: Günther Jauch verrät privates Detail

Normalerweise spricht "Wer wird Millionär?"-Moderator Günther Jauch nicht viel über sein Privatleben. Bei einem Publikumsgespräch im Festspielhaus Neuschwanstein plauderte der 70-Jährige nun aber erstaunlich offen aus dem Nähkästchen – über Frau Thea, Kinder, den Kauf der Loriot-Villa am Starnberger See und darüber, warum er trotz großer Popularität nicht Bundespräsident werden will.
Manfred Otzelberger |
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Moderator Günther Jauch hat die einstige Villa von Loriot gekauft.
Moderator Günther Jauch hat die einstige Villa von Loriot gekauft. © Rolf Vennenbernd/dpa

Deutschlands Fernsehliebling Günther Jauch ("Wer wird Millionär?") neben dem bayerischen Märchenkönig Ludwig II. in Sichtweite von Schloss Neuschwanstein – dieses Bild gefiel den Zuschauern im ausverkauften Festspielhaus Füssen, wo sonst viele Musicals aufgeführt werden. Quizmaster Jauch bekam Ovationen bei seinem Auftritt im Allgäu, wo er einen unterhaltsamen Rollentausch hinlegte: Diesmal stellte nicht er die Fragen, sondern das Publikum stellte sie ihm. "Fragt mich, was ihr fragen wollt", war sein Motto.

Und der TV-Star machte sich gleich beim Publikum mit Lokalkolorit beliebt: "Maultaschen und Spätzle hatte ich bislang zur Genüge, meine Frau stammt aus Nonnenhorn am Bodensee. Gar nicht so weit vom Allgäu entfernt. Aber Urlaub machen wir eher an der Nordsee. Oder in Südtirol."

Günther Jauch (von rechts) mit dem "Kini"-Darsteller Matthias Stockinger und Moderator Alexander Houben auf der Bühne im Festspielhaus Neuschwanstein in Füssen.
Günther Jauch (von rechts) mit dem "Kini"-Darsteller Matthias Stockinger und Moderator Alexander Houben auf der Bühne im Festspielhaus Neuschwanstein in Füssen. © Juergen Schall/Festspielhaus Neuschwanstein

Der 70-jährige Jauch ist so populär, dass sich ihn viele früher schon als Bundespräsidenten vorstellen konnten – so wie heute Hape Kerkeling, für den eine Petition läuft. Aber auf dieses Amt hat Jauch keine Lust: "Erstens bin ich zu ungeduldig, zweitens parteipolitisch ungebunden und drittens tendiere ich zu einer gewissen Konfliktbereitschaft: Ich sage deutlich, was mir nicht passt. Ein Bundespräsident muss aber ausgleichen."

"Für meine Begriffe ist Ilse Aigner nicht die Schlechteste"

Deutschlands beliebtester Moderator kann sich dafür ungefragt für Ilse Aigner erwärmen: "Ich bin sehr dafür, dass es diesmal eine Frau wird. Für meine Begriffe ist Ilse Aigner nicht die Schlechteste." Ein kleiner Ritterschlag.

Die Oberbayerin ist Jauch, der sich immer als politischen Kopf empfindet und anders als sein Freund Thomas Gottschalk als Verkörperung kundiger Vernunft gilt, als Staatsoberhaupt also durchaus willkommen.

Die bayerische Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU) kann sich Jauch durchaus als Bundespräsidentin vorstellen.
Die bayerische Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU) kann sich Jauch durchaus als Bundespräsidentin vorstellen. © Peter Kneffel/dpa

Jauch, der sonst sehr wenig Einblicke in sein Privatleben zulässt und auch gegen Medien prozessiert, die seine Privatsphäre nicht respektieren, war an diesem Nachmittag im Allgäu sehr gesprächig. Immer wieder kam er auf die Familie zu sprechen. Er erzählte, dass er immer nur Einjahresverträge mit RTL abschließt – per Handschlag.

Was seine Frau Thea ihm genehmigen muss

Seine Frau Thea, die lächelnd in der ersten Reihe saß, müsse diese genehmigen. "Das ist tatsächlich Verhandlungsmasse zwischen mir und meiner Frau."

Seit 27 Jahren moderiert er "Wer wird Millionär?", über 1700 Folgen wurden ausgestrahlt. Seine Frau sei seine beste Kritikerin, sie habe ihm geraten, aufzuhören, solange ihn die Leute noch wirklich sehen möchten. Finanziell hat er das Weitermachen nicht nötig. Jauch ist Multimillionär.

Günther Jauch verrät privates Detail nach Villa-Kauf: "Loriot und ich waren befreundet"

Jauch, der mit seiner Familie in Potsdam lebt, hatte auch genügend Geld, um die Loriot-Villa am Starnberger See zu kaufen: "Ich bin ein großer Fan von ihm gewesen. Wir waren sogar ein bisschen befreundet, es gab gegenseitige Besuche in Ammerland und Potsdam, ich hatte auch Kontakte zu Loriots Töchtern."

Das Wohnhaus des Komikers, Zeichners und Schriftstellers Loriot in Ammerland (Oberbayern) in der Nähe des Starnberger Sees.
Das Wohnhaus des Komikers, Zeichners und Schriftstellers Loriot in Ammerland (Oberbayern) in der Nähe des Starnberger Sees. © Tobias Hase/dpa

Der ideale Zweitwohnsitz für Jauch

Jauch liebt das "schöne kleine Haus, ein Brandenburger Gutshaus, das der Architekt anfangs nicht bauen wollte, danach war er stolz darauf". Der ideale Zweitwohnsitz für ihn. Es ist für ihn keine Geldanlage, sondern ein Herzenshaus.

Jauch und das verwechselte Kind

Eine große Peinlichkeit ist ihm in der Familie passiert. Jauch ist vierfacher Vater, alle seine Kinder waren im Ballett. "Eine Tochter trat da mit anderen als Marienkäfer auf. Ich wollte sie filmen, aber habe sie nicht erkannt und ein anderes Mädchen auf Video aufgenommen. Noch heute wird mir das vorgeworfen: Papa erkennt sein eigenes Kind nicht."

Er selbst wurde als Kind musikalisch gequält: "Ich musste Blockflöte lernen, fünf Jahre lang. Danach meinten meine Eltern, jetzt darfst du dir ein Instrument aussuchen. Aber da war ich schon verdorben für die Musik."

Seit vielen Jahren Freunde: Thomas Gottschalk (l.) und Günther Jauch, hier in der ZDF-Nachmittagsshow "Die 2 im Zweiten" 1989.
Seit vielen Jahren Freunde: Thomas Gottschalk (l.) und Günther Jauch, hier in der ZDF-Nachmittagsshow "Die 2 im Zweiten" 1989. © IMAGO/United Archives / Valdmanis

Auch eine Wissenslücke offenbarte der Quizkönig in der Heimat des Bayern-Kinis bereitwillig: "Königshäuser sind meine große Schwäche, da weiß ich fast nichts. Ich bin nicht darüber informiert, welche Königin gerade Schlankheitsprobleme hat", spottete er über die royale Presse und ihre vielen Leserinnen. Das ist ihm zu banal.

Beckenbauer? "Der Mann hatte Achtung vor Menschen"

Aber einen Monarchen verehrt er bis heute sehr: "Franz Beckenbauer, mit dem ich viele Sendungen gemacht habe, Kaiser Franz. Als er ins Studio kam, begrüßte er jeden der 40 Mitarbeiter mit Handschlag. Und als er ging, verabschiedete er sich auch so persönlich. Bei Autogrammen kürzte er auch seinen langen Namen nicht ab oder machte wie andere einen Strich, er schrieb ihn aus. Der Mann hatte Achtung vor Menschen."

Jauch verriet auch seine Tricks, um im Fernsehen Quote zu machen: "Bei einem meiner Jahresrückblicke kündigten wir ein Gespräch mit Oliver und Simone Kahn an. Deren Trennung war damals ein großes Schlagzeilen-Thema. Die Quote blieb sehr hoch, bis die beiden zum Schluss auftraten. Aber es war ein Ehepaar, das zufällig so hieß, nicht der berühmte Fußballer. Sie kamen Hand in Hand – und wir hatten zehn Millionen Zuschauer. Die Idee haben wir sogar an unserer Chefredaktion vorbeigeschmuggelt."

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