Nach Schlagabtausch mit Earl Spencer: Charles zurück bei der Arbeit

König Charles hat in Schottland ein Treffen zum Thema künstliche Intelligenz abgehalten - und das nur wenige Stunden, nachdem er mit einem ungewöhnlichen Statement auf das neue Buch von Dianas Bruder reagiert hatte.
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König Charles zeigte sich bei einem Auftritt in Schottland gut gelaunt.
König Charles zeigte sich bei einem Auftritt in Schottland gut gelaunt. © ddp/EMPICS/Jonathan Brady

König Charles (77) hat einen öffentlichen Auftritt hingelegt und ließ sich dabei offenbar den Streit mit seinem Ex-Schwager nicht anmerken. Kurz vor dem Termin hatte Charles ein Statement veröffentlicht, das ihn laut Royal-Experten tief verärgert zeigte. Der Streit mit Charles Earl Spencer (62), dem Bruder von Prinzessin Diana (1961-1997), spielte bei seinem Auftritt am Donnerstag aber wohl keine Rolle.

Charles lud zu einem Treffen zum Thema künstliche Intelligenz ins Dumfries House in Schottland. Er traf sich dabei unter anderem mit Führungskräften von KI-Entwicklern. Auch eine Rede hielt der Monarch laut Medienberichten.

Appell an KI-Entwickler

Bei dieser soll der 77-Jährige gesagt haben: "Die Entwicklung der KI - sowohl ihr Wesen als auch ihr Tempo - ist gleichermaßen faszinierend wie zutiefst beunruhigend. Diejenigen in unserer Welt, denen unsere Menschlichkeit und ihre unverzichtbare moralische Komponente am Herzen liegen, suchen besorgt nach Ihrer Zusicherung, dass wir die Kontrolle über unser Schicksal nicht verlieren werden."

Im Mittelpunkt der Veranstaltung steht laut Buckingham-Palast die Frage, wie künstliche Intelligenz zum Wohle der Gesellschaft und der Natur genutzt werden kann. Es sollen Diskussionen über gemeinsame Grundsätze für die Entwicklung der Technologie geführt werden.

Buch von Dianas Bruder sorgt für Streit

Der Auftritt von König Charles in Schottland erfolgte wenige Stunden, nachdem der Palast eine außergewöhnliche Erklärung als Reaktion auf das brisante neue Buch von Earl Spencer veröffentlicht hatte. Auslöser ist eine angebliche Aussage des damaligen Prinzen Charles kurz nach dem Tod von Prinzessin Diana. Wie die "Daily Mail" vorab aus dem Buch berichtete, behauptet Dianas Bruder in "Swan Song: Diana, My Sister", Charles habe während eines Telefonats gesagt: "Sei versichert, wir werden sie schon bald vergessen."

Zu dem Streit sei es in den Tagen zwischen Dianas Tod am 31. August 1997 und ihrer Beerdigung am 6. September gekommen. Im Mittelpunkt stand die Frage, ob ihre beiden Söhne, Prinz William (44) und Prinz Harry (42), damals 15 und 12 Jahre alt, hinter dem Sarg ihrer Mutter durch London laufen sollten. Spencer schreibt dem Bericht zufolge, dass er entschieden gegen die Teilnahme seiner Neffen gewesen sei.

Das Gespräch sei zunehmend hitziger geworden. Spencer beschreibt, Charles habe seinem Ärger freien Lauf gelassen und schließlich die Worte gesagt, die ihn bis heute beschäftigen. Er selbst sei von der Aussage derart überrascht gewesen, dass er zunächst einige Sekunden nichts habe sagen können. Schließlich habe er Charles lediglich geantwortet: "Ich kann nicht glauben, dass du das gerade gesagt hast", und aufgelegt.

König Charles "außer sich vor Wut"?

Der Buckingham-Palast reagierte nach Veröffentlichung der Buchpassage auf Spencers Darstellung. Grundsätzlich kommentiere man Bücher nicht, erklärte ein Sprecher laut "The Sun". König Charles sei sich jedoch bewusst, dass der Schmerz um ein verstorbenes Geschwister die Vernunft trüben, das Urteilsvermögen beeinflussen und auch viele Jahre später die Erinnerung färben könne.

Die außergewöhnliche Erklärung des Palastes, in der Earl Spencers Behauptungen zurückgewiesen werden, offenbart laut Experten das Ausmaß des Zorns des Königs. Der ehemalige BBC-Königshauskorrespondent Peter Hunt sagte laut "Daily Mail", Charles sei "offensichtlich absolut außer sich vor Wut".

Julian Payne, der ehemalige Kommunikationssekretär des Monarchen, erklärte gegenüber der "BBC", dass die angeblichen Äußerungen des Königs in dem Buch "einfach nicht der Sprache entsprechen, die ich kenne". Die "äußerst ungewöhnliche" Stellungnahme des Palastes zeige, "wie stark die Emotionen gewesen sein müssen, dass man es für notwendig hielt, sich öffentlich zu äußern und dies zu korrigieren".

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