Nach Flucht von Juan Carlos: Spanische Stadt will Straße umbenennen

Die Entscheidung des ehemaligen Königs Juan Carlos, fortan nicht mehr in Spanien leben zu wollen, hat hohe Wellen geschlagen. Eine Stadt will deshalb offenbar eine Straße, die den Namen des in Ungnade gefallen Royals trägt, umbennen.
| AZ/dpa
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Juan Carlos hat Spanien verlassen.
Francisco Flores Seguel/dpa Juan Carlos hat Spanien verlassen.

Der ehemalige spanische König Juan Carlos hat Spanien den Rücken gekehrt. Wie er in einem Brief an seinen Sohn König Felipe schreibt, wolle er aufgrund einer Finanzaffäre, in die er verwickelt sein soll, ins Ausland ziehen. Damit wolle er die Arbeit Felipes "erleichtern".

Wo Juan Carlos sich derzeit aufhalten soll, ist unklar. Nach Medienberichten hatte das frühere Staatsoberhaupt zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Briefes Spanien längst verlassen und soll bei einem Freund in der Dominikanischen Republik untergekommen sein.

Stadt Gijón kündigt Umbenennung der Avenia Juan Carlos I. an

Ministerpräsident Pedro Sánchez lobte das Verhalten des Königshauses und äußerte "Respekt" für die Entscheidung von Juan Carlos. Sein zweiter Stellvertreter Pablo Iglesias vom Koalitions-Juniorpartner Unidas Podemos spricht dagegen von einer "unwürdigen Flucht". Die Stadt Gijón im Norden Spaniens kündigte wegen des Skandals die Umbenennung der Avenida Juan Carlos I., einer der wichtigsten Verkehrsadern der Stadt, an. Laut Medien sollen weitere Gemeinden und Regionen ähnliche Maßnahmen erwägen.

Hat Juan Carlos 100 Millionen US-Dollar Schmiergeld angenommen?

Im Skandal geht es um mutmaßliche Schmiergeldzahlungen beim Bau einer Hochgeschwindigkeitsbahnstrecke in Saudi-Arabien durch ein spanisches Konsortium. Juan Carlos soll 2008 von den Saudis 100 Millionen US-Dollar für die Vermittlung kassiert haben. Damals genoss er als Monarch zwar noch Immunität, in Zusammenhang mit der Zahlung wird er aber nun der Steuerhinterziehung und der Geldwäsche nach seiner Abdankung im Juni 2014 verdächtigt. Im Juni leitete das Oberste Gericht in Madrid Ermittlungen ein.

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