Interview

Jung-Wirtin Pongratz im AZ-Gespräch: "Ich bete für die Wiesn"

Jung-Wirtin Ramona Pongratz im AZ-Gespräch über ihre berühmte Familie, den schönsten Job der Welt – und warum sie nicht am Gärtnerplatz feiert.
| Kimberly Hagen
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Peter Pongratz, Ex-Frau Arabella und Tochter Ramona auf der Wiesn 2019.
Peter Pongratz, Ex-Frau Arabella und Tochter Ramona auf der Wiesn 2019. © imago images/Michael Westermann

Momentan planen Münchens Wiesn-Wirte, wie sie die Zeit ohne Oktoberfest zünftig-gemütlich gestalten können. Einen modernen Ansatz serviert Ramona Pongratz (23), Jung-Wirtin und Tochter von Arabella Schörghuber (Paulaner Festzelt, Grünwalder Einkehr) und Peter Pongratz. Sie hat einen eigenen Podcast auf die Beine gestellt: "O'zapft is!" (auf Spotify, Apple Music, Instagram). In den 30-minütigen munteren Folgen dreht sich natürlich alles um die Wiesn.

Wiesn ist in ihrer DNA: Ramona Pongratz auf dem Königsplatz vorm Riesenrad.
Wiesn ist in ihrer DNA: Ramona Pongratz auf dem Königsplatz vorm Riesenrad. © Max Ostermeier, Rocka Studio

AZ: Liebe Frau Pongratz, was machen Sie am 19. September um Punkt 12 Uhr?
RAMONA PONGRATZ: Gute Frage! Wir sind in der Grünwalder Einkehr am Organisieren der Wirtshaus-Wiesn, beschäftigt und abgelenkt. Ich denke, wenn es so weit ist – die Zeit, an dem die Wiesn gestartet wäre, das wird hart. Kann sein, dass ich ein paar Tränen verdrücke. So richtig die Absage ist, so traurig ist sie auch.

Ramona Pongratz: Podcast als Wiesn-Alternative

Wie kam's zur Podcast-Idee?
Ich war Anfang des Jahres selbst bei einem Podcast eingeladen, hatte davor keine Vorstellung, was das ist. Dann hat es mir so viel Spaß gemacht und das Feedback war auch super, so dass viele meinten, mach deinen eigenen Podcast. Darauf sagte ich: Wenn die Wiesn abgesagt wird, mach ich das - als kleine Alternative.

Was sind Ihre ersten Erinnerungen ans Oktoberfest?
Dass ich dort nach der Schule meine Hausaufgaben gemacht habe. Sicher war ich schon früher dort, aber da habe ich keine Erinnerung. Ansonsten war ich als Gast erst mit 16 dort, da waren meine Eltern sehr streng. Mit 18 war das letzte Jahr, in dem ich als Gast dort war, danach bin ich umgestiegen.

Wiesn ist für Ramona Pongratz "der schönste Job der Welt"

Sie wollten nie etwas anderes als Gastronomie machen?
Nein. Ich bin da reingewachsen, Gastro, Wiesn waren immer Teil meines Lebens. Für mich ist es der schönste Job der Welt.

Bestand je die Gefahr, dass Sie als Promi-Tochter abheben?
Nein, meine Mama hat mich und meinen Bruder sehr bodenständig erzogen. Abheben, angeben, das ist mir fern. Ich bin froh, dass sie es - wenn ich das behaupten darf - so gut hinbekommen hat.

Welches Wiesn-Klischee stört Sie am meisten?
Dass die Wirte alle nur abzocken und von einer Maß, die 12 Euro kostet, elf Euro für sich behalten.

Seit drei Jahren arbeiten Sie offiziell im Paulaner Festzelt, dem früheren Winzerer Fähndl, mit. Sehen Sie sich schon als Wiesn-Wirtin?
Nein, auf keinen Fall! Meine Mama ist Wiesn-Wirtin. Mein Job ist: Assistentin der Geschäftsführung - also von meiner Mama. Ich versuche, alles mitzuerleben und mitzuerlernen und habe meine speziellen Aufgabengebiete.

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Welche zum Beispiel?
Grundsätzlich mache ich alle Marketing-Sachen, Social Media, Webseiten, dann Reservierungen, Gästebetreuung und Mitarbeiter. Wer Probleme hat, kommt zu mir.

Bei 10.000 Gästen und 380 Mitarbeitern ist das nicht unanstrengend.
Total! Aber auch wenn es Stress ist, es ist für mich der schönste Stress, den es gibt.

"Mama ist die Chefin-Chefin, ihr Wort ist Gesetz"

Ihre Freunde feiern, Sie arbeiten–- nervt das auch mal?
Natürlich gibt es diese Momente. Aber niemals wieder würde ich die Seiten tauschen und Gast sein wollen. Ich kann meine Freunde trotzdem kurz sehen. Die Vorstellung, mitten im Schiff zu stehen zwischen 10.000 Menschen, das ist eh nichts mehr für mich. Wahrscheinlich werde ich langsam älter (lacht). Ich bin auch sonst null der Feier-Mensch, Clubs oder am Gärtnerplatz abhängen, nicht mein Ding. Ich treff mich lieber mit Freunden gemütlich beim Essen.

Ist Ihre Mutter als Chefin streng?
Mama ist die Chefin-Chefin, ihr Wort ist Gesetz. Sie macht das auch alles sehr, sehr gut und richtig. Wenn sie mal eine Frage hat, kommt sie aber auch zu mir. Wir arbeiten viel, gut und intensiv zusammen.

Fliegt da auch mal ein Teller?
Nein, niemals.

Wie ist es für Sie, wenn Sie über das Privatleben Ihrer Eltern in der Zeitung lesen?
Meine Eltern sind erwachsen genug, sie können machen, was sie wollen. Auch die Trennung ist etwas komplett Natürliches, alles ist fein. Mit der Presse haben wir alle gerechnet, meine Eltern sind nun mal Personen des öffentlichen Lebens. Ich liebe meine Eltern, beide haben ihr neues Leben, ich mag Elen, die Freundin meines Vaters, sehr und meine kleine Halbschwester. Da meine Eltern glücklich sind, bin ich es auch. Eine fröhliche Patchwork-Familie zu haben, ist doch toll.

Findet die Wiesn 2021 statt?
Hoffentlich! Ich bete jeden Tag für die Wiesn.

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