Hape Kerkeling über Anhörung im Landtag: "Mir war es wurscht, ob ich meine Karriere aufs Spiel setze"

In einem Interview schildert Hape Kerkeling Hass und Zuspruch als Reaktion auf sein verlesenes Statement im Thüringer Landtag. Der Komiker spricht darin auch über die Petition, die ihn als Bundespräsidenten vorschlägt.
Jens Szameit |
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Hape Kerkeling hat mit der großen Resonanz auf seine Rede im Thüringer Landtag laut eigener Aussage gerechnet.
Hape Kerkeling hat mit der großen Resonanz auf seine Rede im Thüringer Landtag laut eigener Aussage gerechnet. © 2026 Getty Images/Gerald Matzka

Ende September nahm Hape Kerkeling im Thüringer Landtag an einer Anhörung teil. Thema: ein mögliches Parteiverbotsverfahren gegen die AfD auf Bundesebene. "Mir war klar, dass meine Präsenz dort für Beachtung sorgen würde", sagte der Schauspieler, Komiker und Autor nun im Gespräch mit dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". Kerkeling betonte: "Mir war es regelrecht wurscht, ob ich meine Karriere aufs Spiel setze, solange die Aufmerksamkeit auf diese Anhörung gelenkt wird."

Kerkeling warb in seiner Rede für die Prüfung eines AfD-Parteiverbots. Die Resonanz darauf war offenbar auch abseits klassischer Medien beachtlich. Seit der Anhörung habe er "weit über 2.000 E-Mails von Menschen aus unterschiedlichsten Berufsgruppen und Bevölkerungsschichten erhalten, die sagten: Herr Kerkeling, machen Sie weiter, bleiben Sie unerschütterlich in Ihrem Bestreben, für die Demokratie einzutreten." So groß der Zuspruch auch war, als so "heftig" empfinde er die geäußerte Gewaltbereitschaft vonseiten einiger AfD-Anhänger.

Hape Kerkeling glaubt nicht, dass er Bundespräsident wird

"Es kamen bisher etwa 150 Zuschriften von Anhängern der AfD, die meisten davon beschämend und niederträchtig", sagte Kerkeling gegenüber dem "Spiegel". "Aus diesem Lager kam keine einzige E-Mail, die nicht in irgendeiner Form meine Würde verletzt hat. Man gewöhnt sich nicht daran, auch nicht daran, dass im Internet längst Lynchjustiz für mich gefordert wird."

Kerkeling vermutet, den Anhängern der Rechtsaußen-Partei stehe der Sinn "nach einer wie auch immer gearteten Disruption". Unzufriedenheit mit dem Bundeskanzler oder anderen demokratischen Akteuren entschuldige jedoch keine Radikalisierung. "Und daher möchte ich warnen", sagte Kerkeling: "Wer Rechtsextremisten wählt, will keinen bloßen Denkzettel verteilen, wie es oft heißt. Wer will, dass die Löwen in die Arena kommen, der will auch Blut sehen."

Im Interview sprach Kerkeling auch über jene Petition, laut der er der nächste Bundespräsident werden soll. "Das hat mich gerührt, und ich nehme es so ernst, wie es gemeint ist", kommentierte der TV- und Kino-Star die Initiative. "Dass da jemand eine Petition startet und die Idee hat, eine queere Person soll Staatsoberhaupt werden - das wollte ich nicht unterbinden", erklärte er. Insofern habe er die Initiative "gar nicht absurd" gefunden. Sie werde jedoch kaum zum Erfolg führen, ist er sicher: "Ohne die CDU würde es nicht gehen. Und die wird jemanden nach ihrer Vorstellung küren. Da wollen wir hoffen, dass die Wahl auf die richtige Dame fällt."

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  • Freigeist31 vor 6 Stunden / Bewertung:

    Gut gemacht, Respekt !! 👍

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