Ein Käfer auf Abwegen? Warum es den Münchner Pfandleiher ins Dschungelcamp zieht

Von Bayerns größtem Pfandleiher zum Dschungelkönig? Warum der Münchner "Superhändler" Thomas Käfer mit einer Teilnahme am RTL-Dschungelcamp liebäugelt und wie es nach den Erbstreitigkeiten um die Familienbande des bekannten Feinkost-Imperiums steht, hat der 65-Jährige der AZ verraten.
Franziska Hofmann |
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Bayerns größter Pfandleiher: Thomas Käfer
Bayerns größter Pfandleiher: Thomas Käfer © Felix Hörhager/dpa

Seit fast 30 Jahren führt er ein Pfandleihhaus am Münchner Hauptbahnhof, flimmerte drei Jahre lang als "Superhändler" in der gleichnamigen RTL-Sendung über die Bildschirme und wusste eines schon früh: Er will es anders machen als seine berühmte Familie.

Er baute mit seinem Bruder das Feinkostimperium auf: Das ist Thomas Käfers berühmter Vater

Thomas Käfer entstammt einem wahren Münchner Feinkost-Imperium. Sein Vater, Helmut Käfer (†2017), baute Anfang der 60er-Jahre gemeinsam mit seinem Bruder Gerd Käfer (†2015) das legendäre Feinkost-Business auf, das Gerd Käfers Sohn und Thomas Käfers Cousin, Michael Käfer, inzwischen zu internationalem Erfolg führte.

Eine Zukunft im Familienunternehmen? Warum das für Thomas Käfer nie infrage kam

Dass Thomas Käfer diesen Weg nicht einschlagen will, wird dem Juwelier klar, als er mit 21 Jahren im Käfer-Stammhaus hinter der Bar aushilft: "Da dachte ich mir: Willst du dein Leben lang hinter der Bar stehen oder auf der anderen Seite?", erzählt er der AZ bei einem Treffen im Münchner Koenigshof - drei Gehminuten von seinem 600 Quadratmeter großen Leihhaus entfernt.

Helmut und Hilde Käfer bei der Präsentation von Gerd Käfers Buch "Der Gourmet Papst" 2006 in München.
Helmut und Hilde Käfer bei der Präsentation von Gerd Käfers Buch "Der Gourmet Papst" 2006 in München. © imago

Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung: Warum der "Superhändler" in den RTL-Dschungel will

Stattdessen hat der 65-Jährige jetzt, nach Jahrzehnten im Juwelier- und Pfandleihergeschäft, ganz neue Ambitionen. Stichwort: Spinnen, Schlangen, Schlafmangel. Thomas Käfer liebäugelt mit einer Teilnahme am RTL-Dschungelcamp. Der bodenständige Pfandleiher sucht, wie so oft schon in seinem Leben – und trotz junger, österreichischer Lebensgefährtin Vicky (29, "Sie hält mich auf Trab") – nach der nächsten Herausforderung. In seinem Pfandleihhaus an der Bayerstraße steht Käfer nicht mehr, wie noch in den ersten Jahren, direkt am Schalter, sondern betreut vor allem noch die "VIP-Kunden", die die Diskretion des Münchners besonders schätzen.

Thomas Käfer (66) und Freundin Vicky (29) beim Almauftrieb bei Käfer.
Thomas Käfer (66) und Freundin Vicky (29) beim Almauftrieb bei Käfer. © BrauerPhotos/G.Nitschke

Thomas Käfer vermisst TV-Auftritte: "Ich werde natürlich auch älter"

Mit Formaten wie "Die Superhändler" hat der Münchner Blut geleckt, vermisst seine Zeit im TV, gesteht er der AZ:  "Ich bin einfach neugierig und werde natürlich auch älter. Wenn ich so etwas mache, müsste ich es jetzt machen." Die Idee kam dem 65-Jährigen auch durch seinen Vorgänger bei den "Superhändlern". Markus Reinecke alias der "Trödelfuchs" suchte bereits 2020 die Herausforderung im australischen Dschungel.

Pfandleih-König will seine Dschungel-Gage spenden

Thomas Käfer macht sich keine Illusionen: "Entweder sind junge Leute im Dschungelcamp, die bekannt werden wollen, oder Alte, die unbedingt Geld brauchen." Er selbst? Gehört zu keiner der beiden Kategorien, bekräftigt der Pfandleiher im AZ-Gespräch. Im Gegenteil: Käfer hat mit seiner Gage etwas Besonderes vor: Sollte er sich für eine Teilnahme entscheiden, will der Münchner alles bis auf Flug, Hotel und Spesen einem guten Zweck – aus naheliegenden Gründen – "vermutlich der RTL-Stiftung ,Wir helfen Kindern'" – spenden. "Ich möchte etwas tun, das noch niemand gemacht hat, und mit meiner Teilnahme auch etwas zurückgeben", so Käfer.

"Trödelfuchs" Markus Reinecke ging bereits 2020 ins RTL-Dschungelcamp.
"Trödelfuchs" Markus Reinecke ging bereits 2020 ins RTL-Dschungelcamp. © imago

Nach Erbstreiterei: So steht es um die Familienbande der Käfers

Angst vor öffentlicher Kritik oder Tratsch? Hat Thomas Käfer nicht: "Bedingt durch meine Branche und meine Familie bin ich Kritik gewohnt – damit musste ich schon in jungen Jahren lernen, umzugehen", erzählt der Münchner offen. Tatsächlich hatte die Käfer-Familien-Fehde bereits vor Jahren immer wieder für Schlagzeilen gesorgt – der Pfandleiher selbst widmet dem Konflikt rund um das Erbe seines verstorbenen Vaters sogar ein eigenes Kapitel in seinem Buch "Alles hat seinen Preis" (2020 im Riva-Verlag erschienen).

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"Es kam Geld ins Spiel", so Käfers nüchterne Erklärung. Geld, das das einst gute Verhältnis der beiden Cousins Thomas und Michael Käfer nachhaltig beschädigte. "Heute sind wir verwandt, aber nicht mehr befreundet. Wir sagen Grüß Gott und Auf Wiedersehen, wenn wir uns irgendwo sehen. Ansonsten haben wir keinen Kontakt", so Käfer.

Genügend Stoff für private Enthüllungen am australischen Lagerfeuer hätte der Pfandleiher jedenfalls: "Da gibt es massenhaft Geschichten."

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