Massive Beitragserhöhungen: Wie Sie jetzt noch schnell die Krankenkasse wechseln können

Auch wenn der Bundesrat gerade erst ein Sparpaket von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) verabschiedet hat, das genau das verhindern sollte: Zahlreiche Krankenkassen erhöhen zum Jahreswechsel den Zusatzbeitrag. Welche das sind, bis wann man noch die Krankenkasse wechseln kann und ob das ratsam ist zeigt der AZ-Überblick.
Lisa Marie Albrecht, dpa |
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Post von der Krankenkasse – das verheißt derzeit oft nichts Gutes.
Post von der Krankenkasse – das verheißt derzeit oft nichts Gutes. © IMAGO/Panthermedia

Für viele Versicherte dürfte das neue Jahr Mehrkosten bringen: Trotz eines von der Bundesregierung geschnürten Sparpakets, um die Krankenkassenbeiträge stabil zu halten, haben bereits mehrere Krankenkassen Beitragserhöhungen angekündigt.

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) wies Kritik gesetzlicher Krankenkassen zurück, sie habe nicht genug dagegen getan. "Wenn die Kassen sagen, dass nur die anderen schuld seien, machen sie es sich zu einfach", sagte die Ministerin der "SZ". "Jeder hat Verantwortung, auch die Kassen."

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU).
Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU). © Fabian Sommer/dpa

Sie habe die Finanzlücke geschlossen, sagte Warken. Nun zeige sich im Wettbewerb der Krankenkassen, wie sie jeweils damit umgingen.

Techniker und DAK haben Erhöhungen angekündigt

Große Krankenkassen wie die Techniker Krankenkasse (TK; 12,3 Millionen Versicherte) und die DAK-Gesundheit (5,4 Millionen Versicherte) gaben am Freitag bekannt, ihre Beiträge zum Jahreswechsel zu erhöhen. Auch weitere Kassen kündigten höhere Zusatzbeiträge an. Dem Vergleichsportal Check24 zufolge waren es inklusive betriebsbezogener und regionaler Krankenkassen mehr als 30 (Stand 22. Dezember).

Etwas mehr wollen die Beiträge demnach stabil halten, darunter auch die AOK Bayern – sie ist die einzige aus der AOK Familie, die keine Erhöhung plant.

Die Spanne der Zusatzbeiträge lag laut Check24 vorerst zwischen 2,18 und 4,39 Prozent - verglichen mit der amtlichen Orientierungsmarke für 2026 von 2,9 Prozent.

Knappschaft bisher die einzige, die Beitrag senkt

Laut Check24 ist die Knappschaft bislang die einzige Krankenkasse, die eine Beitragssenkung plant (minus 0,1 Prozent). Die deutschlandweit günstigste Krankenkasse ist demnach die BKK firmus (2,18 Prozent).

Die Tabelle zeigt die Beitragssätze der wichtigsten bundesweiten Ersatz- und Betriebskrankenkassen sowie
relevanter bayerischer Krankenkassen für die Jahre 2025 und 2026, sofern die Sätze bereits bekannt gegeben wurden (Stand: 22.12.2025). Der Pfeil verdeutlicht auf einen Blick, bei welcher Kasse eine Beitragserhöhung geplant ist.
Die Tabelle zeigt die Beitragssätze der wichtigsten bundesweiten Ersatz- und Betriebskrankenkassen sowie relevanter bayerischer Krankenkassen für die Jahre 2025 und 2026, sofern die Sätze bereits bekannt gegeben wurden (Stand: 22.12.2025). Der Pfeil verdeutlicht auf einen Blick, bei welcher Kasse eine Beitragserhöhung geplant ist. © Quellen: Check24; Krankenkassen.de

Eine Erhöhung des Zusatzbeitrags um einen Prozentpunkt -zum Beispiel von 2,5 auf 3,5 Prozent - macht für Beschäftigte mit einem Bruttoeinkommen von 4000 Euro pro Monat rund 20 Euro Mehrbelastung aus, im Jahr also etwa 240 Euro.

Sonderkündigungsrecht bei Erhöhung

Hebt die eigene Krankenkasse den Beitragssatz an, haben Versicherte ein Sonderkündigungsrecht und können in eine günstigere Kasse wechseln - und zwar laut Stiftung Warentest bis zum Ende des Monats, in dem die Krankenkasse erstmals den höheren Beitrag verlangt.

So geht der Wechsel laut Verbraucherzentrale:

1. Aufnahmeantrag bei der Wunschkrankenkasse stellen (meist Onlineformular; aber auch telefonisch oder per E-Mail möglich)

2. Die neue Krankenkasse übernimmt den Wechsel; Sie erhalten eine Mitgliedsbestätigung plus Versicherungskarte

3. Arbeitgeber über Wechsel informieren: Er meldet Sie bei der neuen Krankenkasse per Arbeitgeber-Meldeverfahren an.

Obacht: Nicht nur das Geld entscheidet

Allerdings: Die Zeitschrift "Finanztest" empfiehlt, neben dem finanziellen Vorteil auch Extraleistungen, Service und Erreichbarkeit der Kassen als Auswahl-Faktoren mit einzubeziehen.

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