"Wird nicht mehr ausreichen": Kanzler Merz mit Hiobsbotschaft für die Rente

Bundeskanzler Merz ist Anfang Mai ein Jahr im Amt - und übt Selbstkritik. Große Reformen sollen kommen, mit Folgen für viele Menschen.
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Der Kanzler stimmt die Bürger auf grundlegende Veränderungen bei der Rente ein.
Der Kanzler stimmt die Bürger auf grundlegende Veränderungen bei der Rente ein. © Kay Nietfeld/dpa

Bundeskanzler Friedrich Merz hat die Bürgerinnen und Bürger in Deutschland auf grundlegende Veränderungen bei der Rente eingestimmt. Der CDU-Vorsitzende sagte beim Jahresempfang des Bundesverbands deutscher Banken in Berlin: "Die gesetzliche Rentenversicherung allein wird allenfalls noch die Basisabsicherung sein für das Alter. Sie wird nicht mehr ausreichen, um den Lebensstandard zu sichern."

Merz sagte, es müssten kapitalgedeckte Elemente einer betrieblichen und privaten Altersversorgung hinzutreten. "Und zwar in weit größerem Umfang, als wir sie gegenwärtig weitgehend auf der Basis von Freiwilligkeit haben."

Die schwarz-rote Koalition arbeitet an einer Reform der Rentenversicherung. Im Sommer will eine von der Regierung eingesetzte Expertenkommission Vorschläge vorlegen. 

Die Koalition müsse und werde den Anstieg der Sozialversicherungsbeiträge stoppen, so Merz.
Die Koalition müsse und werde den Anstieg der Sozialversicherungsbeiträge stoppen, so Merz. © Kay Nietfeld/dpa

"Weit davon entfernt, dass es genug ist"

Der Kanzler sagte kurz vor dem ersten Jahresjubiläum seiner Regierung: "Wir haben einiges erreicht, aber wir sind weit davon entfernt, dass es genug ist." Die schwarz-rote Koalition müsse und werde den Anstieg der Sozialversicherungsbeiträge stoppen. "Wir müssen und wir werden eine strukturelle Reform der gesetzlichen Krankenversicherung auf den Weg bringen."

Der Bundestag hat bereits einen Nachfolger für die immer unbeliebtere Riester-Rente beschlossen. Ab Januar soll es neue Möglichkeiten geben, privat und staatlich gefördert für das Alter vorzusorgen. Die Bundesregierung will damit erreichen, dass mehr Menschen privat Geld für die Rente zurücklegen. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) hat Pläne vorgelegt, mit denen bei den gesetzlichen Krankenversicherungen Milliardensummen eingespart werden und damit neue Beitragserhöhungen abgewendet werden sollen.

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79 Kommentare
Bitte beachten Sie, dass die Kommentarfunktion unserer Artikel nur 72 Stunden nach Veröffentlichung zur Verfügung steht.
  • Candid am 23.04.2026 17:39 Uhr / Bewertung:

    Für einfach gestrickte Personen ist der Überbringen von schlechten Nachrichten selbstverständlich der Schuldige und muss unverzüglich bestraft werden.

    Seit mehreren Jahrzehnten wird von verschiedenen Seiten dringend Empfohlen auf privater Basis finanziell sich auf die Rente vorzubereiten.
    Als Grund wurde immer die Gesetzliche Rente genannt, welche sicher nicht ausreichend sein wird seinen gewohnten Lebensstandard aufrechterhalten.

    Ich kann diese aktuellen künstliche Aufregungen nicht verstehen.
    Anscheinend geht es nur um ein primitiven Meckern.

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  • JENZZ am 22.04.2026 07:17 Uhr / Bewertung:

    Das ist wenig überraschend, wenn der ehemalige Vorstandsvorsitzende des weltweit größten Vermögensverwalters die Interessen dieser Branche bei einem Empfang des Bankenverbandes nicht zu kurz kommen lässt. Die entsprechenden Abteilungen in der Finanzwirtschaft dürften fleissig an neuen "Finanzprodukten" arbeiten und jubeln, wenn einem die große Politik aus der Seele spricht. Der Kanzler (die Bundesregierung) hat die Aufgabe, klar für die gesetzliche Rente Stellung zu beziehen und diese zu stabilisieren. Ob und welche Kapitalmarktprodukte die Bürger nutzen ist deren Sache - schließlich gehen diese da mit eigenem Geld in's Risiko. Oder will Herr Merz das Risiko "offiziell" absichern ? Herr Merz trägt hier seine Interessenkonflikte ohne Scheu zu Schau. So wie er es u.a. ja auch Frau Reiche im Wirtschaftsressort machen lässt.

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  • FRUSTI13 am 22.04.2026 10:08 Uhr / Bewertung:
    Antwort auf Kommentar von JENZZ

    Wo waren Sie denn die letzten 30 Jahre? So ungefähr seit dieser Zeit wird unter anderem von Politikern gewarnt, dass die Rente zur Vollabsicherung des Lebensstandards nicht mehr reichen wird?

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