"Wir müssen gemeinsam kämpfen"

Wir haben beim FDP-Parteitag einen euphorischen Münchner FDP-Chef für ein kurzes Interview erreicht
| Verena Lehner
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Der Chef der Freien Demokraten im Stadtrat, Andreas Keck, ist froh, dass sich seine Partei jetzt auch um Themen wie der Legalisierung von Cannabis annimmt.
dpa/Bernhard Lehn Der Chef der Freien Demokraten im Stadtrat, Andreas Keck, ist froh, dass sich seine Partei jetzt auch um Themen wie der Legalisierung von Cannabis annimmt.

Was Andreas Keck zur Finanzspritze aus der Basis und zur Stimmung innerhalb seiner Partei sagt

AZ: Herr Keck, wie ist die Stimmung beim Parteitag?
Andreas Keck: Sehr gut. Wir sind alle guter Dinge, alle sind gut drauf. Es herrscht Aufbruchstimmung!

Das klingt ja sehr euphorisch.
Ja. Ist es auch. Ich glaube nicht, dass ich übertreibe, wenn ich sage, dass es förmlich zu spüren ist, dass es mit der FDP wieder bergauf geht. Das merkt man auch an der Aufmerksamkeit, die uns von außerhalb der Partei entgegengebracht wird. Der Trend nach oben ist da, aber es liegt noch viel Arbeit vor uns.

Damit es weiter bergauf geht, dafür soll künftig auch eine Finanzspritze aus der Basis sorgen. 75 Euro pro Mitglied sollen die FDP-Kreisverbände an den Bundesverband zahlen. Finden Sie das richtig?
Ja. Wir gewinnen Wahlen, wenn wir gemeinsam kämpfen und gemeinsam auftreten. Unsere guten Ergebnisse bei den Wahlen in Hamburg und Bremen haben gezeigt, dass eine zentrale Kampagnenarbeit mit professioneller Unterstützung gut und richtig ist. Und das Geld dafür solidarisch gemeinsam aufzubringen, ist völlig in Ordnung.

Aber 75 Euro pro Mitglied sind ja nicht gerade wenig, oder?
Wir reden über 25 Euro pro Jahr auf drei Jahre. Das sind gerade mal etwas mehr als zwei Euro pro Mitglied und Monat. Aber natürlich darf die Kampagnenfähigkeit der Kreis- und Landesverbände nicht leiden. Deshalb werden wir unsere Mitglieder bitten, sich an der Umlage per Spende oder erhöhte Mitgliedsbeiträge zu beteiligen.

Und das nehmen die Mitglieder so hin?
Ich bin optimistisch, dass sie das tun werden, ja. Der Aufwind für die FDP ist zu spüren und ich gehe davon aus, dass das die Mitglieder und Unterstützer auch so sehen und deshalb gerne ein paar Euro beitragen werden. Ich habe noch keine einzige ernsthaft kritische Stimme gehört, die sagte, diese Umlage ist völlig daneben. Jedem ist klar, dass es Geld kostet, anständige Werbekampagnen zu führen, die unsere Partei wieder nach vorne bringen.

Hat die FDP ein Geldproblem?
Ich will es anders ausdrücken. Uns sind mit dem Verlust unsere Mandate im Bundestag und in anderen Gremien viele Gelder weggebrochen. Da dürfen wir keinen Hehl daraus machen. Das ist einfach so. Und uns allen ist klar, dass wir das jetzt alle gemeinsam anpacken müssen. Wir brauchen die Power der gesamten Partei.

Was unterscheidet eine FDP im Jahr 2013, in dem sie aus dem Bundestag geflogen ist, von der FDP jetzt?
Neben der Aufbruchsstimmung, die gerade herrscht, ist auch zu spüren, dass die FDP basis-demokratischer geworden ist. Jedes einzelnen Mitglied zählt, es gibt mehr Mitspracherecht, es wird weniger über die Köpfe der Basis hinweg entschieden. Und das macht extrem viel aus. Auch thematisch sind wir anders aufgestellt.

Zum Beispiel, dass sich die FDP jetzt auch für die Legalisierung von Cannabis einsetzt?
Ja, auch das. Ich merke bei den Mitgliedern – übrigens auch bei mir selbst –, die Freude, darüber, dass wir uns thematisch breiter aufgestellt haben. Wir sind einfach nicht nur „Steuersenkungspartei“. Wir packen wieder unsere ur-liberalen Themen an. Die Arbeit in der Partei macht gerade richtig viel Spaß.

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