Wahlstrategie: Seehofer will jetzt besonnenes Vollgas

Kanzlerin-Schmusen ist jetzt angesagt bei Seehofer und den Seinen. Welche Lehren der CSU-Chef aus dem Wahl-Debakel vom Sonntag zieht.
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Becirct die Kanzlerin: Horst Seehofer.
dpa Becirct die Kanzlerin: Horst Seehofer.

MÜNCHEN - Kanzlerin-Schmusen ist jetzt angesagt bei Seehofer und den Seinen. Welche Lehren der CSU-Chef aus dem Wahl-Debakel vom Sonntag zieht.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat ihre Jungs im Griff: Am Montagmorgen telefoniert sie gleich mit Horst Seehofer. Der CSU-Chef ist danach lammfromm: Wer es wagt, Bundeskanzlerin Angela Merkel zu kritisieren, bekommt eine drüber. Manfred Weber, der EU-Abgeordnete, muss das gleich spüren. Er hatte in einem Interview erklärt: „Merkel muss jetzt mehr zuspitzen. Sie muss sich auch klarer zum politischen Gegner abgrenzen.“ Seehofer giftet: „Wir müssen jetzt der Kanzlerin keine Ratschläge geben! Ein Streit zwischen CDU und CSU freut nur die Medien. In der Sache bringt er nichts.“

Kanzlerin-Schmusen ist jetzt angesagt bei Seehofer und den Seinen. Er säuselt: „Wir haben ein tolles Wahlprogramm. Wir müssen es nur inhaltlich stärker darstellen.“ Es habe sich gezeigt, dass die Wahl noch längst nicht gewonnen sei. Man werde „mit Besonnenheit, aber Vollgas in die letzten vier Wochen gehen“. Das Unions-Desaster vom Vorabend versucht er abzuschwächen. Nein, neue Strategien und Taktiken müsse man sich jetzt nicht überlegen. Panikmache gegen Rot-Rot? Die hat schon bei Seehofers Vorgänger Erwin Huber nicht gezogen.

Vor dem Präsidium doziert Seehofer: „Die SPD-Wähler sind zur CSU übergelaufen. Nur bei den FDP-Wählern tut sich überhaupt nichts.“ Die stehen treu zu den Liberalen. Dabei hat sich der CSU-Chef seit Wochen auf den Koalitionspartner eingeschossen und macht dessen Wirtschaftsminister Martin Zeil madig. Auch jetzt geht er wieder auf ihn los, wirft ihm vor, die politische Gestaltung nicht wahrzunehmen. Was Zeil leiste, „habe nichts mit der Nähe am Menschen zu tun, wie sie die CSU praktiziert“. Auf die „kleinen Leute“ will sich Seehofer jetzt stürzen, sich als Kümmerer präsentieren. Vor der CSU-Spitze kündigt er an: Er werde bei einer schwarz-gelben Bundesregierung „keine ordoliberalen Streichkonzerte“ mitmachen“.

Ob es für Schwarz-Gelb überhaupt reicht? Markus Ferber: „Wenn die Union nicht aus eigener Kraft über 40 Prozent kommt, wird’s bitter.“ Umweltminister Markus Söder: „Man darf dieses Ergebnis nicht unterschätzen.“ Fraktionschef Georg Schmid: „Wir müssen uns klar gegen die FDP abgrenzen.“ Angela Böhm

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