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Verwandlung von Armin Laschet: Zu große Kampfstiefel

Der AZ-Korrespondent Bernhard Junginger über Armin Laschets Verwandlung.
| Bernhard Junginger
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Wenn der nette Herr Laschet plötzlich im Tarnanzug aufläuft, kann ihn das viele Sympathien kosten. Erst recht, wenn er mit den zu großen Kampfstiefeln nach dem seriösen Herrn Scholz tritt.

Im zweiten TV-Triell hat der Unions-Kanzlerkandidat endgültig in den Rambo-Modus geschaltet, so wie es sich viele seiner Anhänger längst von ihm gewünscht hätten. Doch in den Umfragen nach der Sendung landet Armin Laschet wieder deutlich hinter Olaf Scholz von der SPD.

Armin Laschet: Schnelle Imagekorrekturen kaum möglich

Angriffslust und Durchsetzungsstärke sind in der Spitzenpolitik durchaus hilfreich - doch die Kampfmontur steht nicht allen. Laschet wurde von den Strategen bisher ganz anders positioniert: als Mann des Ausgleichs, ruhig und kompromissbereit. Im Wahlkampf aber muss die Erzählung über den Protagonisten stimmig sein und zur Person passen. Schnelle Imagekorrekturen sind kaum möglich. Misslingt der Start so gründlich wie bei der Laschet-Kampagne, wird es schwer.

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Viele Wähler sind unentschlossen

Vom Kandidaten wird nun ein gemeiner Spagat erwartet: Er muss weiter angreifen und konsequent die Schwachstellen der Gegner herausarbeiten. Das muss er aber sachlich tun, ohne Schaum vor dem Mund, sonst wirkt er unsympathisch und berechnend. Gelingt es Laschet zudem, die inhaltlichen Unterschiede herausarbeiten, ist die Sache für ihn längst noch nicht gelaufen.

Fast zwei Wochen bleiben der Union - und viele Wähler sind unentschlossen. Dass es sich lohnt, nicht aufzugeben, wenn die Umfragen zum Heulen sind, hat Olaf Scholz bewiesen.

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