Umfrage: Sarrazin-Streit kostet SPD Punkte

Nach einer Umfrage für das Magazin „Stern“ und den Fernsehsender RTL würden derzeit nur noch 25 Prozent der Bundesbürger für die Sozialdemokraten stimmen.
| Abendzeitung
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
0  Kommentare Artikel empfehlen
Illustration
dpa Illustration

HAMBURG - Nach einer Umfrage für das Magazin „Stern“ und den Fernsehsender RTL würden derzeit nur noch 25 Prozent der Bundesbürger für die Sozialdemokraten stimmen.

Der Streit um die Thesen von Thilo Sarrazin kostet die SPD an Zustimmung. Nach einer Umfrage für das Magazin „Stern“ und den Fernsehsender RTL würden derzeit nur noch 25 Prozent der Bundesbürger für die Sozialdemokraten stimmen. Im Vergleich zur Vorwoche bedeutet dies ein Minus von zwei Punkten. Trotzdem hätten SPD, Grüne und Linke gegenüber der amtierenden schwarz-gelben Koalition weiterhin eine klare Mehrheit. Den geplanten Ausschluss Sarrazins aus der SPD lehnt die Hälfte der Bundesbürger ab.

Gewinner in der am Mittwoch veröffentlichten Repräsentativ-Umfrage sind die Grünen. Falls an diesem Sonntag Bundestagswahl wäre, könnten sie auf einen Rekordwert von 21 Prozent hoffen (+2 zur Vorwoche). Die Linkspartei käme auf 10 Prozent (+1). Kaum Veränderungen gab es im Regierungslager: Die Union liegt unverändert bei 31 Prozent, die FDP bei 5 Prozent (-1). Damit hätte Rot-Rot-Grün mit insgesamt 56 Prozent 20 Punkte Vorsprung vor Schwarz-Gelb.

Für den suspendierten Bundesbank-Vorstand Sarrazin gab es in der Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa viel Zustimmung. Jeder Zweite (50 Prozent) hält es für falsch, dass die SPD ihren ehemaligen Berliner Finanzsenator loswerden will. 34 Prozent finden dies richtig. Von den SPD-Wählern ist ebenfalls die Hälfte (50 Prozent) gegen einen Ausschluss. 43 Prozent sind dafür.

Ein ähnliches Bild ergibt sich in der Frage, ob die Bundesbank Sarrazin entlassen darf. 50 Prozent sind dagegen, 34 Prozent dafür. Der restliche Bundesbank-Vorstand hatte vergangene Woche beschlossen, sich wegen Sarrazins Äußerungen über die Integration von Zuwanderern von dem Kollegen zu trennen. Über die Abberufung entscheidet nun Bundespräsident Christian Wulff. Das Ausschlussverfahren durch die SPD läuft bereits.

Insgesamt finden die Thesen des Ex-Managers in der Bevölkerung wenig Widerspruch. Gefragt, wie sie alles in allem Sarrazins Äußerungen bewerten, sagten 61 Prozent, sie stimmten ihnen teilweise zu, 9 Prozent teilten sie sogar ganz. 22 Prozent erklärten, Sarrazins Ansichten seien inakzeptabel. 8 Prozent hatten keine Meinung dazu.

dpa

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
Teilen 0  Kommentare – hier diskutieren Artikel empfehlen
0 Kommentare
Artikel kommentieren