Rentenausgleich nach Scheidung bald ohne Tricks und Fehler

Vergessene Betriebsrenten und Einmalzahlungen: Wie neue Regeln Ex-Partnern nach der Scheidung mehr Gerechtigkeit bei der Rente bringen sollen.
dpa |
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Beim Versorgungsausgleich geht es darum, für den Zeitraum der Ehe einen Ausgleich in Bezug auf die späteren Rentenansprüche herzustellen. (Symbolbild)
Beim Versorgungsausgleich geht es darum, für den Zeitraum der Ehe einen Ausgleich in Bezug auf die späteren Rentenansprüche herzustellen. (Symbolbild) © Oliver Berg/dpa
Berlin

Rentenansprüche sollen im Fall einer Scheidung künftig umfassender als bisher zwischen den Ex-Ehepartnern aufgeteilt werden. Das sieht ein Entwurf aus dem Bundesjustizministerium vor, über den das Kabinett heute beraten will. 

Lückenhafte Meldungen werden bisher nicht ausgeglichen

Bereits nach geltendem Recht werden Rentenansprüche aus der Zeit der Ehe bei einer Scheidung hälftig zwischen den Ex-Ehegatten aufgeteilt. Wenn jemand seinen Rentenanspruch beim sogenannten Versorgungsausgleich aber vergessen, verschwiegen oder übersehen hat, geht das bisher zulasten des Ex-Partners. Künftig sollen solche Rentenanrechte, etwa Betriebsrentenansprüche von einem früheren Arbeitgeber, auch nachträglich ausgeglichen werden können.

Auch Rentenansprüche von Unternehmern, die als einmalige Summe und nicht als monatliche Rente gezahlt werden, sollen künftig beim Versorgungsausgleich berücksichtigt werden. Um zu verhindern, dass minimale Anrechte durch Verwaltungskosten aufgefressen werden, soll hingegen häufiger als bisher auf die Teilung solcher Anrechte verzichtet werden.

Hubig: Scheidung soll nicht zum Armutsrisiko werden 

Mit den punktuellen Änderungen werde für mehr Fairness zwischen geschiedenen Partnern gesorgt, sagt Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD). "Eine Scheidung darf nicht zum Armutsrisiko werden." 

Ihr Vorschlag sieht auch vor, dass die gerichtliche Überprüfung des Versorgungsausgleichs aufgrund von Änderungen, die sich ergeben haben, künftig schon zwei Jahre vor dem voraussichtlichen Renteneintritt möglich sein soll. Bisher geht das erst ein Jahr vor Renteneintritt. Die geplante Änderung soll dafür sorgen, dass Gerichtsverfahren in der Regel bis zum Renteneintritt abgeschlossen sind. Über das Vorhaben muss der Bundestag noch entscheiden.

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de

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