Doch noch Papierfotos? Was jetzt trotz neuer Regelung bei Passfotos gilt
Berlin / München – Ab dem 1. Mai dürfen Passfotos nur noch digital erstellt und eingereicht werden. Damit sind Fotos, die auf Papier gedruckt sind, nicht mehr zulässig. Doch nicht alle Kommunen sind auf diese Umstellung vorbereitet. Was jetzt gilt.
Update 2. April 2025: Papierfotos sollen laut Berichten der Bild doch noch zulässig sein. Viele Kommunen hätten aufgrund der vorgezogenen Bundestagswahl die meisten ihrer Ressourcen dorthin investiert. Das Problem habe sich bereits im Februar angedeutet. Das Bundesinnenministerium habe ein Dokument an alle Passbehörden in Deutschland geschickt, das der Bild vorliege. Im Dokument heißt es: "Auch, wenn nach der technischen Richtlinie ab Mai geänderte Anforderungen an die Lichtbilder gelten, bedeutet dies nicht, dass die technische Möglichkeit, papiergebundene Lichtbilder zu verarbeiten, abgeschaltet wird."
Das würde bedeuten, dass Behörden Papierfotos auch nach dem 1. Mai akzeptieren dürfen. Bei Online-Reservierungen für einen Termin beim Amt müsse ersichtlich sein, ob Fotos nur digital akzeptiert würden. Wenn diese Information fehle, müssen die Kommunen auch mitgebrachte Papierfotos akzeptieren. Der alte Prozess mit den gedruckten Fotos bleibt demnach aktiv. Aber nur dort, wo es nicht anders geht. Bis mindestens 31. Juli 2025, so die Bild.
Neue Regelung für Passbilder: Bye bye Papierfotos
Erstmeldung 1. April 2025: Wer demnächst einen neuen Personalausweis, Pass oder auch eine neue Aufenthaltsgenehmigung beantragen möchte, muss umdenken. Denn die benötigten Fotos dürfen ab 1. Mai nur noch digital erstellt und eingereicht werden. Die Vorlage eines Bildes auf Papier ist dann nicht mehr zulässig.
Konkret bedeutet das: Selbstgemachte biometrische Bilder, solche aus Foto-Apps oder Automaten an Bahnhöfen oder in Einkaufszentren werden von den Behörden dann nicht mehr akzeptiert.
Grundlage der Neuregelung ist das "Gesetz zur Stärkung der Sicherheit im Pass-, Ausweis- und ausländerrechtlichen Dokumentenwesen". Ziel sei es, Manipulationen zu verhindern, etwa durch "Morphing", bei dem Gesichtszüge verschiedener Personen zu einem Foto verschmolzen werden, heißt es dazu aus dem Bundesinnenministerium.
Die Drogeriemarkt-Kette dm ist bereit - andere wägen noch ab
Doch wo sollen die Passbilder künftig entstehen? Direkt bei der ausstellenden Behörde - vorausgesetzt, sie verfügt über das entsprechende Gerät -, bei zertifizierten Fotografen oder bei Drogeriemärkten. Die dm-Kette etwa stellt den Service ab 1. Mai zur Verfügung.
Sebastian Bayer, Geschäftsführer Marketing und Beschaffung, sagte der AZ dazu: "Der zeitliche Aufwand und der Preis bleiben unverändert. Unser Ziel bei der Umsetzung der Anforderungen für die Digitalisierung des Passbildservices war es, dass sich unsere Kundinnen und Kunden auch nach Mai wie gewohnt auf den qualitativ hochwertigen Service von dm verlassen können."
Die Bilder würden nach der Aufnahme verschlüsselt in einer zertifizierten Cloud gespeichert, teilt dm mit. Kundinnen und Kunden erhielten im Markt den Ausdruck eines scannbaren Data-Matrix-Codes, über den die zuständige Behörde dann auf das Passbild in der dm-Cloud zugreifen könne.
"Wir gehen damit einen erforderlichen Schritt und unterstützen das Bundesministerium des Inneren und für Heimat bei der Umsetzung der neuen Anforderung für digitale biometrische Passbilder", sagte Sebastian Bayer. "Die Kommunen sind informiert, dass sie auch nach der gesetzlichen Umstellung auf den Service von dm zählen können."
Andere Drogerieketten überlegen offenbar noch. "Bei Rossmann beschäftigen wir uns durchaus mit diesem Thema, können zum jetzigen Zeitpunkt jedoch keine Aussage dazu treffen, ob wir den Service 'digitales Passfoto mit zertifiziertem Übertragungsweg an die Ämter' anbieten werden", ließ eine Referentin die AZ wissen.
Beim Bayerischen Gemeindetag sind noch keine Beschwerden eingegangen
Tatsächlich ist auch nicht damit zu rechnen, dass bis zum Stichtag alle Kommunen und Gemeinden mit der notwendigen Technik beziehungsweise Software ausgestattet sind. Ein Sprecher des Bayerischen Gemeindetages teilte der AZ zwar mit, bisher sei von den 2031 kreisangehörigen Gemeinden im Freistaat keinerlei Beschwerde – oder gar ein "Notruf" – eingegangen, dass es mit dem digitalen Passfoto nicht funktionieren könnte.
Da es sich um eine übertragene Aufgabe handele, müsse der Freistaat für Hard- und Software sorgen. Doch ein Sprecher des Bundesinnenministeriums sagte der "Bild"-Zeitung, dass nicht jede Behörde ein Foto-Terminal aufstellen werde. "Die Behörden entscheiden freiwillig."
Beim KVR gibt man sich gelassen – zu Recht?
Wie "Bild" weiter berichtet, fänden in einigen Großstädten bereits Testläufe mit dem neuen System statt – darunter in München. Zum Start würden vorsichtshalber weniger Termine vergeben, was zur Folge habe, dass in der bayerischen Landeshauptstadt Anfang Mai kaum noch Slots für neue Pässe verfügbar seien. Eine Sprecherin erläuterte allerdings, dass die Landeshauptstadt die Termine in Etappen freischalte.
Der AZ teilte das KVR dazu mit: "Das Kreisverwaltungsreferat hat die Standorte der Geräte vorbereitet und rechnet in den kommenden Wochen mit der Lieferung und dem Anschluss der Geräte durch die Bundesdruckerei." Man gehe "davon aus, dass die Umstellung auf digitale Passbilder zum 1. Mai 2025 wie geplant erfolgen kann".
Am Schluss die gute Nachricht: Ab Mai soll es möglich sein, sich Pass, Personalausweis oder Aufenthaltsgenehmigung nach Hause schicken zu lassen – vorausgesetzt, der Antragsteller ist in Deutschland gemeldet. Immerhin entfällt in diesem Fall der manchmal lästige Gang zur Behörde.
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