Nach Friedrich-Rücktritt: Krise vertagt

Vorerst bleibt der Rücktritt von Hans-Peter Friedrich ungesühnt. Aber früher oder später wird die CSU Rache nehmen, meint AZ-Chefreporter Matthias Maus.
| Matthias Maus
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Der Tag begann mit einem Alarmsignal: „Bundeskanzlerin Angela Merkel spricht Sigmar Gabriel volles Vertrauen aus.“ Dieses „volle“ oder „vollste“ Vertrauen gilt bei Bundeskanzlerin Angela Merkel gemeinhin als Todeskuss. Frag nach bei Wulff, Schavan und Guttenberg.

Im Verlauf des Tages allerdings drehte sich der Trend. Die Regierungskrise fällt vorerst aus und der Rachedurst der CSU bleibt ungestillt. Der Impuls der Bayern-Union im Fall Edathy war einigermaßen verständlich: Für unser Opfer Friedrich wollen wir eine Gegenleistung, den Skalp des Fraktionschefs Oppermann zum Beispiel.

Doch Politik ist kein Kasperltheater. Nach dem simplen System Schlag und Gegenschlag funktioniert das in der großen Koalition nicht. Selbst wenn sie es wollten: Niemand kann den Fraktionschef der zweitgrößten Regierungspartei so einfach rausschmeißen. Nicht Bundeskanzlerin Angela Merkel, nicht Sigmar Gabriel und schon gar nicht die CSU.

Trotz aller Kraftmeierei und allen vorgetragenen Selbstbewusstseins: In der Machthierarchie von Schwarz-Rot ist die CSU der kleinste Partner. Und Merkel hat vor dem Hintergrund gigantischer Aufgaben kein Interesse, die SPD unnötig zu reizen.

Also zurück zur Tagesordnung? Nicht auf Dauer. Der CSU bleibt der Groll und das Misstrauen.

Die Affäre Edathy ist eine offene Rechnung mit der SPD. Und der Tag wird kommen, da wird die CSU versucht sein, diese zu begleichen.

 

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