Müntefering hätschelt die Hessen-SPD: Schäfer gut, Gümbel gut

Erst am Samstag wurde Thorsten Schäfer-Gümbel als neuer SPD-Spitzenkandidat in Hessen nominiert, am Montag saß der Herausforderer von Roland Koch bereits im Berliner Parteivorstand. SPD-Chef Müntefering stärkte dem hessischen Verlegenheitskandidaten den Rücken – zumindest vorläufig.
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Thorsten Schäfer-Gümbel und Franz Müntefering im Willy-Brandt-Haus.
dpa Thorsten Schäfer-Gümbel und Franz Müntefering im Willy-Brandt-Haus.

BERLIN/WIESBADEN - Erst am Samstag wurde Thorsten Schäfer-Gümbel als neuer SPD-Spitzenkandidat in Hessen nominiert, am Montag saß der Herausforderer von Roland Koch bereits im Berliner Parteivorstand. SPD-Chef Müntefering stärkte dem hessischen Verlegenheitskandidaten den Rücken – zumindest vorläufig.

So schnell wie Thorsten Schäfer-Gümbel hat es noch kein Landtags-Hinterbänkler in den SPD-Vorstand geschafft: Zusammen mit Andrea Ypsilanti reiste der neue hessische SPD-Spitzenkandidat am Montag nach Berlin, um sich Franz Müntefering und den anderen roten Parteifürsten vorzustellen.

Die Hessen-SPD habe aus den vergangenen Monaten gelernt, sagte der 39-Jährige. Es sei sicher ein „großer Fehler“ Ypsilantis gewesen, eine Tolerierung durch die Linkspartei auszuschließen. Für die Neuwahl im Januar ließ Thorsten Schäfer-Gümbel eine Zusammenarbeit mit der Linken ausdrücklich offen – ebenso wie ein Bündnis mit der CDU, das wiederum die Grünen gestern ablehnten. Man müsse „in Hessen aus der Bunkermentalität der Parteien insgesamt heraus“, so Schäfer-Gümbel. Von der SPD-Spitze erwarte er „uneingeschränkte Solidarität“.

Während SPD-General Hubertus Heil prompt jubelte, das Präsidium stehe „voll hinter dem neuen Team mit Schäfer-Gümbel als klarer Nummer eins“, gab sich Münte zurückhaltender: Sphinxhaft lächelnd sagte er dem weithin unbekannten Gießener „volle Unterstützung“ zu. Er sei sicher, dass die Hessen-SPD „einen ernsten, ehrlichen und verantwortungsvollen Wahlkampf“ führen werde. Für Roland Koch sei „das Rennen noch nicht gelaufen“ – der CDU-Ministerpräsident bleibe für viele Wähler eine Reizfigur, auch wenn er derzeit „die Backen voller Kreide“ habe.

Die SPD-Fraktion in Wiesbaden forderte die vier Ypsilanti-Absäger indes schriftlich dazu auf, künftig nicht mehr zu den Fraktionssitzungen zu erscheinen. Da sich die Vier von der Partei abgewandt hätten, habe es keinen Sinn mehr, sie für die SPD sprechen zu lassen. Das Wahlkreisbüro des SPD-Rechten Jürgen Walter wurde am Montag von jungen Aktivisten gestürmt, die so ihre „Wut und Enttäuschung über den skandalösen Entschluss der Abweichler“ zum Ausdruck bringen wollten.

Übrigens: Ypsilanti und Schäfer-Gümbel treten am Dienstagabend (ZDF, 22.45 Uhr) bei „Kerner“ auf – zusammen mit Uri Geller und Erich von Däniken. Der Titel der Talkshow hieß ursprünglich: „Faszination Außerirdische. Über Ufos, Männlichkeit und Hautprobleme.“ Jetzt lautet er: "Neues von der SPD! Wer wird in der Zukunft die Fäden in Hessen ziehen?"

jox

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