Mit Internetportal gegen Wirtschaftsspionage

Wirtschaftsspionage richtet jährlich einen Schaden von 20 Milliarden Euro an. Bayern will dagegen nun etwas unternehmen und besonders Mittelständler mit einem Internetportal fit gegen Ausspähung und Datenklau machen.
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MÜNCHEN - Wirtschaftsspionage richtet jährlich einen Schaden von 20 Milliarden Euro an. Bayern will dagegen nun etwas unternehmen und besonders Mittelständler mit einem Internetportal fit gegen Ausspähung und Datenklau machen.

Der bayerische Verfassungsschutz warnt vor den steigenden Gefahren durch Wirtschaftsspionage. Fast die Hälfte der mittelständischen Unternehmen sei schon einmal Angriffsziel für Ausspähung und Datenklau gewesen, sagte der Präsident des Bayerischen Landesamtes für Verfassungsschutz, Burkhard Körner, am Dienstag in München. Um die Firmen besser dagegen zu wappnen, hat die Behörde ein Internetportal mit Informationen zu möglichen Sicherheitslücken sowie mit Tipps zu Prävention und Gegenmaßnahmen gestartet.

Jährlich werden durch Wirtschaftsspionage nach aktuellen Studien bundesweit Schäden von mehr als 20 Milliarden Euro angerichtet. Hinzu komme der Verlust tausender Arbeitsplätze, sagte Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP). Durch die Finanz- und Wirtschaftskrise seien die Risiken noch gestiegen, weil die Hemmschwelle sinke, über Spionage schnell und kostengünstig an wertvolles Knowhow zu kommen, warnte auch Innenminister Joachim Herrmann (CSU). „Darüber hinaus sind in China, Russland und vielen anderen Ländern die Nachrichtendienste gesetzlich verpflichtet, die Wirtschaft ihres Landes zu unterstützen.“ Aber auch Konkurrenten aus westlichen Ländern nutzen immer wieder zweifelhafte Methoden, um an schützenswerte Informationen über Wettbewerber zu kommen.

Zeil sieht vor allem Mittelständler in Gefahr, die sich weniger um ihre Sicherheit kümmern, als international aktive Konzerne. Unter den Branchen werden besonders häufig Maschinenbauer, Autozulieferer sowie Elektrotechnik- und Softwarefirmen zur Zielscheibe. Die Palette reicht dabei von professionellen Analysen bis hin zum Diebstahl von Daten, Plänen und Produkten.

„Eine zentrale Rolle spielt mittlerweile das Eindringen in die Informations- und Datensysteme“, mahnte Zeil. Größter Risikofaktor sei dabei der Mensch. Oft stecke nicht einmal böser Wille sondern nur pure Nachlässigkeit dahinter, wenn Mitarbeiter unbedacht Firmengeheimnisse ausplaudern, deshalb sollten sie unbedingt für die Risiken sensibilisiert werden.

Über das Internetportal „Wirtschaftsschutz Bayern“ können sich die Mittelständler Informationen in einer virtuellen Firma verschaffen. So lernen sie beispielsweise, dass schon Firmen- und Besucherausweise hilfreich für den Schutz von Knowhow sein können, welche Risiken soziale Netzwerke wie Facebook bergen und wie man sich bei Verdachtsfällen verhalten sollte. Der Verfassungsschutz sei bei solchen „Sicherheitsvorfällen“ die beste Anlaufstelle, weil er auch für Vertraulichkeit sorgen könne. Allzu häufig wollten Firmen nämlich aus Furcht um ihren Ruf bei Kunden gar nicht zugeben, dass sie ausgespäht wurden.

dpa

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