Merkel will G7-Bekenntnis zu Klimaziel

Die Kanzlerin peilt auf ihrem G7-Gipfel in Elmau zumindest einen symbolischen Klimaerfolg an. Den Kritikern dürfte auch das nicht ausreichen: Sie setzen auf Protest im Alpenidyll.
| dpa
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Bundeskanzlerin Angela Merkel.
dpa Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Berlin - Kanzlerin Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) pocht auf ein klares Bekenntnis der G7-Staaten zum sogenannten Zwei-Grad-Klimaziel. Die UN-Klimakonferenz in Paris im Dezember werde nur glaubwürdig, "wenn wir wirklich dieses in Kopenhagen vereinbarte Ziel einhalten", sagte Merkel in ihrem am Samstag veröffentlichten Video-Podcast. Ansonsten werde es in Paris kein Klimaabkommen geben. Das wüssten alle Beteiligten. "Deshalb hoffe ich, dass wir als G7-Länder klar sagen können: Wir stehen zu diesem Ziel."

Lesen Sie hier: Gewitterguss durchnässt G7-Gegner

Vor dem Beginn des Gipfels der sieben großen Industrienationen (G7) an diesem Sonntag im bayerischen Elmau verstärkte die Polizei ihre Präsenz im nahe gelegenen Garmisch-Partenkirchen deutlich. Vor einer am Mittag geplanten Demonstration der G7-Gegner war es im Kurort weitgehend ruhig. Die Organisatoren rechneten für den Protestzug mit 10 000 G7-Gegnern. Aus Sorge vor gewalttätigen Ausschreitungen bleiben viele Geschäfte geschlossen.

Umweltschützer verlangen viel einschneidendere Maßnahmen zum Klimaschutz, als von den Regierungen geplant. Das Zwei-Grad-Ziel war 2009 bei der UN-Klimakonferenz in Kopenhagen vereinbart worden. Damit soll die Erderwärmung gegenüber der vorindustriellen Zeit auf höchstens zwei Grad begrenzt werden.

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Die G7-Staaten wollen am Montagvormittag über Maßnahmen zum Klimaschutz beraten. Merkel erhofft sich einen wichtigen Impuls für den UN-Klimagipfel in Paris. Vor wenigen Tagen war allerdings wegen japanischer Vorbehalte noch unklar gewesen, ob das Zwei-Grad-Ziel überhaupt im Abschlussdokument des Gipfels auftaucht.

Merkel erwartet vom G7-Gipfel auch ein Bekenntnis zum Hundert-Milliarden-Fonds, der ab 2020 für die Finanzierung des Klimaschutzes zur Verfügung stehen soll. Deutschland habe mit Blick auf Paris schon vor dem G7-Gipfel mitgeteilt, "dass wir unsere Klimafinanzierung bis 2020 noch mal verdoppeln werden".

Vor Gipfelbeginn wird Merkel US-Präsident Barack Obama am Sonntagvormittag in dem kleinen Ort Krün bei Elmau begrüßen. Es ist auch ein öffentlicher Auftritt vor Bürgern geplant.

Russlands Präsident Wladimir Putin warf den USA kurz vor dem Gipfel vor, mit den Ängsten der Menschen zu spielen und Feindbilder aufzubauen, um damit einen Führungsanspruch in der Welt zu untermauern. Auch der Konflikt in der Ukraine sei die Folge "unprofessioneller Handlungen" der USA, sagte Putin der italienischen Zeitung "Corriere della Sera". Er ergänzte: "Ich denke, dass nur ein nicht gesunder Mensch ... sich vorstellen kann, dass Russland etwa die Nato angreift."

Putin verteidigte seine im Westen umstrittene Politik: "Das, was wir tun, ist bloß eine Antwort auf die Bedrohungen, die an unsere Adresse gerichtet sind." Der Kremlchef besucht am kommenden Mittwoch die Expo in Mailand. Italien ist nach dem G7-Gipfel das erste Land der Gruppe großer westlicher Industrienationen, in das Putin reist.

Der Vorsitzende des Deutsch-Russischen Forums, Matthias Platzeck, warnte den Westen vor fatalen Folgen einer weiteren Abkehr von Russland. "Ich kann mir weder eine gute Entwicklung noch eine stabile Sicherheit im Zerwürfnis mit Russland vorstellen", sagte der ehemalige SPD-Chef der Deutschen Presse-Agentur in Moskau.

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