Lasst uns wählen! AZ-Kommentar zur quälenden Regierungsbildung

Das sagt AZ-Korrespondent Torsten Henke über die Regierungsbildung. "Was CDU, CSU und SPD nun aufführen, ist eine Beleidigung der Wähler."
| Kommentar: Torsten Henke
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Angela Merkel hat es eilig, es geht auch um ihre Macht: "Die Welt wartet eigentlich darauf, dass wir agieren können", sagt die Kanzlerin - hier mit CSU-Chef Horst Seehofer.
Nicolas Armer/dpa Angela Merkel hat es eilig, es geht auch um ihre Macht: "Die Welt wartet eigentlich darauf, dass wir agieren können", sagt die Kanzlerin - hier mit CSU-Chef Horst Seehofer.

Wer mit Kollegen, Freunden oder Familienmitgliedern spricht, der weiß längst: Deutschland hat die Nase voll von diesem Koalitions-Hickhack.

Die wochenlange Jamaika-Sondierung mit ermüdenden Balkonszenen war eine Zumutung. Was CDU, CSU und SPD nun aufführen, ist eine Beleidigung der Wähler. Noch bevor sie offiziell miteinander reden, werden schon rote Linien gezogen und Bedingungen gestellt, von denen jeder weiß, dass die andere Seite unmöglich darauf eingehen kann.

Es ist eine entsetzliche Vorstellung, dass sich dieses Theater womöglich noch Monate hinzieht. Neuwahlen wären die beste Option. Wer sagt, dass sie dasselbe verkorkste Ergebnis brächten? Die Bürger hatten eine Menge Zeit, ihre Entscheidung aus dem Herbst zu überdenken.

Am Ende könnte es sehr wohl eine stabile Mehrheit geben. Keine Furcht vor dem Wähler!

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