Erster ausländischer Berufsabschluss anerkannt

Erstmals wurde in Deutschland ein ausländischer Berufsabschluss anerkannt: Ein polnischer Zerspanungsmechaniker erhielt das Zertifikat in Nürnberg.
| dapd
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Erstmals wurde in Deutschland ein ausländischer Berufsabschluss anerkannt: Ein polnischer Zerspanungsmechaniker erhielt das Zertifikat in Nürnberg. 

Nürnberg- Ein 36-jähriger Pole hat den bundesweit ersten Bescheid zur Anerkennung eines im Ausland erworbenen Berufsabschlusses erhalten. Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) übergab dem Zerspanungsmechaniker das Zertifikat am Montag in Nürnberg.

„Wir wollen, dass der Taxi fahrende Ingenieur, das die Taxi fahrende Ärztin der Vergangenheit angehören“, sagte Zeil. Mit dem vor sechs Wochen in Kraft getretenen Anerkennungsgesetz werde ein wichtiger Beitrag zur Sicherung des Fachkräftebedarfs geleistet.

Waldemar Felix lebt seit 1996 in Deutschland und hat sich seine in Polen abgeschlossene Ausbildung zum Maschinen- und Industriemechaniker von der IHK FOSA (Foreign Skill Approval) anerkennen lassen. Von dem Dokument erhoffe er sich eine Festanstellung bei einem Automobilhersteller in Baden-Württemberg, für den er bislang als Zeitarbeiter tätig sei, sagte er.

Die IHK FOSA in Nürnberg ist nach dem Beschluss von 77 der 80 deutschen IHKs als bundesweites Kompetenzzentrum für die Prüfung ausländischer Berufsabschlüsse gegründet worden. Nach Angaben ihres Geschäftsführers Ulrich Pahlmann gingen bisher mehr als 250 Anträge auf Anerkennung von Berufsabschlüssen aus etwa 50 Ländern bei ihr ein, darunter vor allem aus Polen, der Türkei und der ehemaligen Sowjetunion, aber auch aus Mauritius, Kuba und Griechenland.

Schwerpunktmäßig strebten die Bewerber eine Anerkennung als Bürokaufmann, im Metallbau und als Elektroniker an. Zwar seien schon einige Anträge bearbeitet worden, jedoch würden unvollständig eingereichte Unterlagen diese Vorgänge häufig verzögern, sagte er. Die Kosten für die Anerkennung richteten sich seinen Angaben zufolge nach dem Arbeitsaufwand der IHK und beliefen sich auf rund 400 bis 420 Euro. Pahlmann geht davon aus, dass bis Ende des Jahres zwischen 3.000 und 4.000 Anträge eingehen. Würden es mehr, könne die Zahl der derzeit 20 FOSA-Mitarbeiter auf 60 aufgestockt werden. Das Interesse an einer Erstberatung bei den örtlichen IHKs sei groß, sagte er.

Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) bezeichnete die Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse in einer Mitteilung als „eine Frage der Gerechtigkeit und des Respekts vor der Qualifikation eines Menschen“. Das seit 1. April gültige Gesetz ermögliche es jedem, der in Deutschland lebe, sich mit allen seinen Fähigkeiten einzubringen. „Das ist gut für Deutschland, denn wir brauchen Fachkräfte“, sagte sie. 

 

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