Erkundungsteam der Bundeswehr für Grönland gestartet

Der Konflikt um Grönland hält an. Die Bundeswehr schickt nun Soldaten in die Arktis. Ihr Ziel: Bedingungen für eine mögliche Unterstützung Dänemarks bei der Sicherung in der Arktis prüfen.
von  dpa
Ein Airbus A400M steht startbereit auf dem Fliegerhorst Wunstorf
Ein Airbus A400M steht startbereit auf dem Fliegerhorst Wunstorf © Moritz Frankenberg/dpa

Die Bundeswehr hat ihre Erkundungsmission für die von den USA beanspruchte Arktisinsel Grönland gestartet. Dazu startete am Vormittag ein Transportflugzeug vom Typ A400M mit Soldaten an Bord zunächst Richtung Dänemark. Laut Bundesverteidigungsministerium vom Vorabend sollten 13 Soldaten auf die zu Dänemark gehörende Insel geschickt werden.

"Es geht darum, die Möglichkeiten der Gewährleistung der Sicherheit mit Blick auf russische und chinesische Bedrohungen in der Arktis zu eruieren", teilte das Ministerium nach dem Abflug mit. Dies erfolge auf Einladung und unter der Führung des Bündnispartners Dänemark. "Ziel ist es, dass wir uns ein fundiertes Bild vor Ort verschaffen, für weitere Gespräche und Planungen innerhalb der Nato." 

Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) erklärte: "Russland und China nutzen die Arktis zunehmend militärisch und stellen damit die Freiheit der Verkehrs-, Kommunikations- und Handelswege infrage." Die Nato werde dies nicht zulassen und weiterhin für die regelbasierte internationale Ordnung eintreten. "Entscheidend ist für mich, dass wir uns bei der gemeinsamen Erkundung in Grönland unter dänischer Führung innerhalb der Nato, insbesondere mit unseren US-Partnern, sehr gut abstimmen."

Nach Bundeswehrangaben sollte die Maschine zunächst ins dänische Karup fliegen, wo sich ein großer Militärflugplatz befindet. Dänemark hat demnach angeboten, mit seinem Erkundungsteam und weiteren Partnern morgen gemeinsam nach Grönland zu fliegen. Dies werde mit einem zivilen dänischen Flugzeug geschehen. "Aus unserer Sicht ist der gemeinsame Flug ein starkes Zeichen unserer Geschlossenheit", hieß es aus dem Verteidigungsministerium in Berlin.

Deutschland und weitere europäische Länder unternehmen damit nach erfolglosen Krisengesprächen zwischen den USA, Dänemark und Grönland einen mehrtägigen militärischen Erkundungseinsatz auf der Arktisinsel. Das Gespräch in Washington zu dem Konflikt hatte am Vortag keine Lösung gebracht.

Im November hatte die Marine die erste Maschine des neuen Seefernaufklärers vom Typ P-8A "Poseidon" in den Dienst genommen. Mit dem Flugzeug ist die Besatzung in der Lage, große Seegebiete zu überwachen, Schiffsbewegungen zu verfolgen und U-Boote mit Radar sowie akustischen und optischen Systemen zu orten.

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