Die Queen in Bergen-Belsen: Zeichen gegen das Vergessen

Zum Abschluss ihres Besuchs richtet Königin Elizabeth II. den Blick auf das dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte. Bergen-Belsen ist für viele Briten das Symbol für NS-Verbrechen und den Holocaust.
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Queen Elizabeth II. und Prinz Philip legen in der KZ-Gedenkstätte Bergen-Belsen (Niedersachsen) an der Inschriftenwand einen Kranz nieder.
dpa 4 Queen Elizabeth II. und Prinz Philip legen in der KZ-Gedenkstätte Bergen-Belsen (Niedersachsen) an der Inschriftenwand einen Kranz nieder.
Königin Elizabeth II. und Prinz Philip stehen neben Jens-Christian Wagner (M), Direktor der Gedenkstätte, in der KZ-Gedenkstätte Bergen-Belsen (Niedersachsen)
dpa 4 Königin Elizabeth II. und Prinz Philip stehen neben Jens-Christian Wagner (M), Direktor der Gedenkstätte, in der KZ-Gedenkstätte Bergen-Belsen (Niedersachsen)
Elizabeth II. und Prinz Philip im Gespräch mit Zeitzeugen Doreen Levy (l-r), Capt. Eric Brown und Anita Lasker-Wallfisch.
dpa 4 Elizabeth II. und Prinz Philip im Gespräch mit Zeitzeugen Doreen Levy (l-r), Capt. Eric Brown und Anita Lasker-Wallfisch.
Den Besuch in Bergen-Belsen hatte sich die Queen persönlich gewünscht.
dpa 4 Den Besuch in Bergen-Belsen hatte sich die Queen persönlich gewünscht.

Bergen-Belsen - Mit dem Besuch des ehemaligen Konzentrationslagers Bergen-Belsen hat die britische Königin englische Queen ein Zeichen gegen das Vergessen gesetzt. In der niedersächsischen Gedenkstätte legte englische Queen am Freitag einen Kranz für die Opfer des Nationalsozialismus nieder. Außerdem sprach die 89-jährige Monarchin mit Holocaust-Überlebenden sowie mit britischen Veteranen, die an der Befreiung des Lagers vor 70 Jahren beteiligt waren.

Nach Angaben der britischen Botschaft war es der persönliche Wunsch der Königin, den Ort zu besuchen. Es war der erste Besuch der britischen Königin in einem ehemaligen Konzentrationslager überhaupt.

Der letzte Programmpunkt stand im Gegensatz zu den Stationen in Berlin und Frankfurt ganz im Zeichen der Stille und des Gedenkens. Gedenkstättenleiter Jens-Christian Wagner empfing englische Queen und ihren Mann Prinz Philip am Jüdischen Mahnmal, anschließend führte er das royale Paar zum Gedenkstein für Anne Frank. Einen Augenblick verweilten englische Queen und Prinz Philip im Haus der Stille, das Besuchern die Möglichkeit zur Einkehr und Besinnung gibt. Den Kranz legte die Königin an der Inschriftenwand nieder, die an Opfer aller Nationen erinnert.

Lesen Sie hier: Die Queen spaziert zum Brandenburger Tor

Im Gespräch mit den Zeitzeugen nahm sich englische Queen vergleichsweise viel Zeit und wirkte bewegt. Außerdem ließ sie sich von Schülern eine App demonstrieren, die zeigt, wie das Konzentrationslager einst aussah. Auch Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hatte den Besuch begleitet.

Über 70.000 KZ-Häftlinge und Kriegsgefangene kamen zwischen 1940 und 1945 in dem Lager in der Lüneburger Heide ums Leben. Unter ihnen war die 15-Jährige Anne Frank, die mit ihren Tagebüchern posthum weltberühmt wurde. Auf dem Gelände stehen keine Baracken oder Wachtürme mehr. Verschiedene Mahnmale erinnern an die Opfer des Nazi-Terrors. Außerdem wurde 2007 ein Dokumentationszentrum eröffnet, in dem Zeitzeugen in Filmen von den Qualen und dem Sterben im Lager berichten.

Der Ort hat eine besondere Bedeutung in der Erinnerungskultur im Vereinten Königreich. Gedenkstättenleiter Wagner hatte vor dem Besuch der Queen gesagt: "Bergen-Belsen gilt in Großbritannien als das Symbol für NS-Verbrechen und den Holocaust." Britische Kriegsreporter filmten die unvorstellbaren Zustände in dem Lager, in dem bei der Befreiung am 15. April 1945 Tausende Leichen lagen.

Die 89-Jährige war seit Dienstagabend zum fünften Mal auf Staatsbesuch in Deutschland. Ihr erster war 1965. Am frühen Nachmittag wollten Elizabeth und Philip vom Celle aus zurück nach Großbritannien fliegen.

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