Die FDP auf dem Weg in die Regierung: gelb, klein und schnell

Bei den Kabinettsposten sorgen die Liberalen für Tempo – und für zwei Überraschungen
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INGOLSTADT - Bei den Kabinettsposten sorgen die Liberalen für Tempo – und für zwei Überraschungen

Das Gefühl von Augenhöhe und Selbstbewusstsein bis zum Anschlag: Bayerns FDP hat am Sonntag mit einem Ja zum Koalitionsvertrag den Weg zur ersten schwarz-gelben Regierung in Bayern endgültig frei gemacht. Auf ihrem Parteitag in Ingolstadt machten die Liberalen deutlich, dass sie sich nicht als Anhängsel ihres neuen CSU-Regierungschefs Horst Seehofer fühlen. Der wertet die Wählerstimmen für FDP und Freie Wähler als für die CSU bei kommenden Wahlen „zurückholbar“. Doch da stemmen sich die Liberalen dagegen: „Wir sind kein Betriebsunfall der bayerischen Geschichte“, tönte Spitzenkandidat Martin Zeil.

Landeschefin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger sekundierte, der „Absolutismus“ in Bayern sei zu Ende: „Wir, die bayerischen Liberalen, sind nicht die bürgerliche Variante der CSU, denen einige Wähler die Stimmen geliehen haben, um sie in fünf Jahren wieder bei der CSU abzugeben.“

Schneller als der große Koalitionspartner war die FDP jedenfalls beim Aufstellen ihres (freilich auch spürbar kleineren) Personaltableaus: Schon vor dem Parteitagsstart war klar, wen die FDP ins Kabinett schickt. Erwartungsgemäß wird Zeil Wirtschaftsminister und muss dafür seinen Posten des Fraktionschefs bereits nach wenigen Tagen wieder aufgeben. Überraschungen gab es dafür bei den weiteren beiden Positionen: Wolfgang Heubisch (62), ein Zahnarzt aus München, wird neuer Kunstminister, obwohl er bisher eher durch wirtschaftspolitisches Engagement aufgefallen war, unter anderem als Vizepräsident des Bundesverbandes der Freien Berufe (siehe auch Kultur, Seite 15).

Und die bislang völlig unbekannte Katja Hessel (36), eine Anwältin aus Nürnberg, bekommt in Zeils Wirtschaftsministerium den Staatssekretärsposten. Ein intimer Kenner des bayerischen Landesverbands kommentierte das Trio im Gespräch mit der AZ in Kurzform: „Heubisch erfreulich, Zeil unvermeidlich, Hessel peinlich“.

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