Das Karussell dreht sich - Das Personal-Tableau zeichnet sich ab

Während Angela Merkel und Guido Westerwelle unter Hochdruck die Koalitionsverhandlungen vorbereiten, zeichnet sich in Berlin bereits das Personal-Tableau des schwarz-gelben Kabinetts ab
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AZ-Montage: Alfred Beschle Illustration

Während Bundeskanzlerin Angela Merkel und Guido Westerwelle unter Hochdruck die Koalitionsverhandlungen vorbereiten, zeichnet sich in Berlin bereits das Personal-Tableau des schwarz-gelben Kabinetts ab

Jetzt soll alles ganz schnell gehen. Bereits am Montagnachmittag empfing Kanzlerin Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ihren Duzfreund und Koalitionspartner in spe, FDP-Chef Guido Westerwelle, um den Fahrplan für Koalitionsverhandlungen abzustecken, die nächste Woche beginnen. Spätestens bis zum 20.Jahrestag des Mauerfalls am 9.November soll die neue Bundesregierung aus CDU, CSU und FDP stehen. Die AZ erkklärt, wer jetzt für welchen Job gehandelt wird.

Auswärtiges Amt: Hier ist der künftige Vizekanzler gesetzt, FDP-Chef Guido Westerwelle.

Kanzleramtschef: Merkel ist mit Amtsinhaber Thomas de Maizière (CDU) zufrieden. Sollte der Sachse Innenminister werden, könnte Fraktionsgeschäftsführer Norbert Röttgen (CDU) ins Zentrum der Macht nachrücken.

Innenminister: Entweder Wolfgang Schäuble bleibt Innenminister oder wechselt in die EU-Kommission nach Brüssel. Dann könnte de Maizière ihn ablösen. Interesse soll auch Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann (CDU) angemeldet haben.

Finanzminister: Vermutlich der undankbarste Job im Kabinett. Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) hat bereits abgewunken. Als Kassenwart gehandelt wird der bisherige Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU). Auch FDP-Finanzxperte Hermann Otto Solms hebt eifrig den Finger. Da er bald 69 wird, könnte ihn nach zwei Jahren der bisherige Chef des Haushaltsausschusses beerben: Otto Fricke (FDP) ist erst 43.

Verteidigungsminister: Falls Merkel den unglücklichen Franz Josef Jung austauscht, wird auch für dieses Ressort Guttenberg gehandelt, der lange Außen- und Sicherheitsexperte der Unions war. Auch FDP-Verteidigungsfachfrau Birgit Homburger käme infrage.

Justizminister: Alles läuft auf das Comeback von Bayerns FDP-Chefin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger zu, die das Amt von 1992 bis 1996 im Kabinett Kohl bekleidete.

Wirtschaftsminister: Sollte Guttenberg den Posten räumen, gilt FDP-Vize Rainer Brüderle als gesetzt. In Rheinland-Pfalz war er früher Landeswirtschaftsminister.

Gesundheitsminister: Dem Vernehmen nach liebäugelt Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU), die Ärztin ist, mit dem schwierigen Ressort. Im Gespräch ist aber auch Saarlands Ex- Gesundheitsminister Josef Hecken (CDU). Er ist derzeit Chef des Gesundheitsfonds.

Arbeitsminister: Favorit ist CDU-General Ronald Pofalla, der lange Jahre Arbeits- und Sozialexperte der Fraktion war. Auf Seiten der Liberalen stünde Generalsekretär Dirk Niebel für den Posten bereit.

Umweltminister: Die baden-württembergische Umweltministerin Tanja Gönner (CDU) könnte SPD-Mann Sigmar Gabriel beerben. Die 40-Jährige genießt auch bis in die Reihen der Grünen hinein Respekt. Bayerns Umweltminister Markus Söder (CSU) dürfte eher nicht nach Berlin wechseln.

Familienminister: Sollte Ursula von der Leyen das Ressort wechseln, könnte die FDP-Europapolitikerin und dreifache Mutter Silvana Koch-Mehrin zum Zug kommen.

Bildungsminister: Sollte Merkel ihre blasse Duz-Freundin Annette Schavan zur Konrad-Adenauer-Stiftung abschieben, könnte Fraktionsvize Katherina Reiche den Posten übernehmen. Sollten die Liberalen zugreifen, käme die ostdeutsche Bildungsexpertin Cornelia Pieper infrage.

Verbraucher- und Agrarminister: Ilse Aigner (CSU), die den Job vor einem Jahr von Horst Seehofer übernommen hat, gilt auf dem Posten als gesetzt.

Verkehrsminister:Hier war zuletzt über CSU-Mann und Landesgruppenchef Peter Ramsauer spekuliert worden. Nach dem Wahldesaster ist es jedoch höchst fraglich, ob die CSU einen dritten Ministerposten bekommt. Auch Franz Josef Jung wird gehandelt.

Entwicklungshilfe: Das bisherige Ressort von Heidi Wieczorek-Zeul könnte an den Merkel-Gertreuen Eckart von Klaeden (CDU) gehen. Markus Jox

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