CDU-Zweifel an Merkels Führungsqualitäten

Baden-Württembergs Regierungschef Mappus warnt vor der Diskussion um Merkels Führungsstil - und zettelt dieses genau damit an. 62 Prozent der Bürger glauben an ein baldiges Ende der Koalition.
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Kanzlerin Angela Merkel wird auch in ihrer Partei immer schärfer kritisiert. (Archivbild)
dpa Kanzlerin Angela Merkel wird auch in ihrer Partei immer schärfer kritisiert. (Archivbild)

Baden-Württembergs Regierungschef Mappus warnt vor der Diskussion um Merkels Führungsstil - und zettelt dieses genau damit an. 62 Prozent der Bürger glauben an ein baldiges Ende der Koalition.

Bisher gilt er als grobschlächtiger Haudrauf. Doch Stefan Mappus, neuer CDU-Ministerpräsident von Baden-Württemberg beherrscht die Kunst der Dialektik. Er warnt vor etwas, und beschwört es so herauf: Mappus warnt davor, die Führungskraft von Kanzlerin und CDU-Chefin Bundeskanzlerin Angela Merkel infrage zu stellen. Damit löste er umgehend eine Debatte darüber aus. Nach einer Umfrage denken 62 Prozent der Bürger, die Koalition werde „nicht mehr lange halten“.

„Wenn einer die CDU vollends in die Krise stürzen will, muss er jetzt eine Führungsdebatte um Bundeskanzlerin Angela Merkel führen,“ sagte Mappus. Die Koalition dürfe so nicht weitermachen. „Wir brauchen mehr Mannschaftsgeist.“ Hintergrund ist eine Reihe von Problemen der schwarz-gelben Koalition bis hin zur Schlappe bei der Bundespräsidentenwahl, bei der Christian Wulff am Mittwoch erst im dritten Wahlgang gewählt worden war. Knapp 20 Wahlleute der Koalition hatten ihm bis zum Schluss die Stimme verweigert.

Bundesbildungsministerin und CDU-Vize Annette Schavan sieht die Koalition „in einer Bewährungsprobe“. Ihre Kritik an „denn, die nach Führung rufen, sich aber nicht führen lassen wollen“, ist eine interessante Zustandsbeschreibung der Koalition. Die Regierung müsse ihre Arbeit überprüfen und die einzelnen Mitglieder müssten besser als bisher zusammenarbeiten.

Der CDU-Abgeordnete Wolfgang Bosbach kritisiert die Parteichefs von CDU, CSU und FDP. „Wenn die Akteure selber nicht gewillt sind, eng und vertrauensvoll zusammenzuarbeiten, hat es Bundeskanzlerin Angela Merkel schwer. Und wir dürfen ihr die Arbeit nicht noch schwerer machen, als sie ohnehin ist Auch Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) sagte, eine Koalition funktioniere so, „dass man gut zusammenarbeitet, dass man gut übereinander redet und dass die Kritik von der Opposition ausgeübt wird.“ Dies sei „ein guter Rat an alle“, sagte de Maiziere, der als enger Vertrauter der Kanzlerin gilt. Die Koalition werde vier Jahre halten, sagte er.

Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) rief zur Sacharbeit. „Wir haben in Berlin ein paar Baustellen, über die dringend entschieden werden muss – und zwar in einem ordentlichen Verfahren, in einer sachlichen und konstruktiven Diskussionskultur mit den Koalitionsfraktionen und in Absprache mit den Ländern.“

.Niedersachsens neuer Ministerpräsident David McAllister (CDU) verlangte, die Berliner Koalitionspartner müssten sich „weniger mit sich selbst beschäftigen“ und „einfach mal die Klappe halten“.

Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) äußerte Verständnis für Forderungen nach einer Aufarbeitung der Zitter-Wahl Wulffs vom Mittwoch. 86 Prozent der befragten sehen in der Wahl eine Blamage für Merkel.

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