Bitterer Tag für SPD und CSU – FDP zweite Kraft

Die Wähler watschen schwarze Kandidaten ab, SPD stürzt ab – Liberale und Grüne sind stark wie nie und die Linke knackt Bayern
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Die Wahl ist gelaufen: Vier Trachtler vor einem CSU-Plakat in Aschau im Chiemgau.Foto: dpa
az Die Wahl ist gelaufen: Vier Trachtler vor einem CSU-Plakat in Aschau im Chiemgau.Foto: dpa

Die Wähler watschen schwarze Kandidaten ab, SPD stürzt ab – Liberale und Grüne sind stark wie nie und die Linke knackt Bayern

MÜNCHEN Die CSU tröstet sich über ihr historisch schlechtes Wahlergebnis von 42,6 Prozent hinweg mit der Regierungsbeteiligung im Bund – Bayerns SPD ist mit 17,1 Prozent ins Bodenlose abgestürzt. Auf dem Land wurde sie vielfach von der auf 14,5 Prozent erstarkten FDP als zweitstärkste Partei abgelöst. Die Grünen fuhren mit 10,8 Prozent das stärkste Ergebnis ihrer Geschichte ein – und die Linke hat in Bayern mit 6,7 Prozent erstmals die Fünfprozent-Hürde genommen.

Wenig Überraschung bei den schwarzen Direktmandaten: Alle Kandidaten siegten, doch alle mussten Federn lassen (bis auf Karl-Theodor zu Guttenberg). CSU-Spitzenkandidat Peter Ramsauer verlor in seinem Wahlkreis Traunstein 9,3 Prozentpunkte, Ilse Aigner in Starnberg 5,7 Prozentpunkte.

SPDebakel: In ganz Bayern ging kein einziges Direktmandat an die Sozialdemokraten, der Landesvorsitzende Florian Pronold kam in seinem Wahlkreis Rottal-Inn gerade mal auf 17,5 Prozent. In der einst roten Hochburg Nürnberg erreichte die SPD nur noch 23,6 Prozent der Zweitstimmen, 2005 waren es noch 34,6.

Die FDP ist der große Gewinner, Wirtschaftsminister Martin Zeil sagte mit Genugtuung über die Attacken der CSU: „Die Wähler haben ein klares Urteil gesprochen über den Wahlkampfstil.“ Von 9,5 Prozent im Jahr 2005 steigerten sich die Liberalen auf 14,5 Prozent der Zweitstimmen. Und: Sie landeten in vielen Wahlkreisen auf Platz zwei. Im Erding-Ebersberg mit 15,92 Prozent der Zweitstimmen genauso wie im Wahlkreis München-Land mit 19,7 Prozent.

In den anfänglichen Jubel der Grünen über das zweistellige Ergebnis von 10,8 Prozent mischte sich schnell der Frust über die schwache SPD: Der Landtags-Fraktionschef Sepp Daxenberger erwartet mit Schwarz-Gelb eine „agrarpolitische Katastrophe“ und „tiefe Einschnitte“ im ökologischen und sozialen Bereich. In der Stadt Freising schafften es die Grünen mit den Zweitstimmen sogar auf Platz zwei: 22,4 Prozent fuhren sie dort ein.

Einen deutlichen Erfolg fuhren die Linken in Bayern ein: 6,7 Prozent bei den Zweitstimmen – sogar in Traunstein erreichten die Sozialisten 5 Prozent der Zweitstimmen, in Straubing brachten sie es auf 6,5 Prozent. rie

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