"Bild": Von der Leyen manipulierte G36-Bericht

Schwere Vorwürfe gegen Ursula von der Leyen: Die Verteidigungsministerin soll den Abschlussbericht über das problembehaftete Sturmgewehr G36 manipuliert und den Bundestags-Ausschuss vorsätzlich getäuscht haben.
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Nächste Runde im Sturmgewehr-Skandal: Ursula von der Leyen soll den Abschlussbericht zum G36 manipuliert haben.
dpa Nächste Runde im Sturmgewehr-Skandal: Ursula von der Leyen soll den Abschlussbericht zum G36 manipuliert haben.

Berlin - Die Standardwaffe der Bundeswehr, das Sturmgewehr G36, trifft nicht so wie es sollte. Für Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) wird diese Waffe mittlerweile zum echten Problem.

Jetzt wird der 56-Jährigen sogar vorgeworfen, den Abschlussbericht zum G36 offenkundig manipuliert zu haben. Wie die Bild-Zeitung berichtet, soll der Bericht, den von der Leyen am 17. April 2015 ans Parlament schicken ließ, in einem Punkt unvollständig sein.

Der Zeitung liegt ein Vorwort der Ministerin vor, dass im sogenannten „Abschlussbericht der weiteren ergänzenden Untersuchungen am Gewehr G36“ - in dem sie das Sturmgewehr ausdrücklich lobt - fehlt. Wörtlich heißt es in dem Vorwort: „Das G36 ist (...) nach wie vor eine zuverlässig funktions- und betriebssichere Waffe.“

 

Kritik an der Kritik

 

Außerdem soll von der Leyen in dem Vorwort Kritik an der Methodik der Untersuchung äußern. Die Waffen seien "in einem technischen Grenzbereich" getestet worden. Soll heißen: Im Alltag würde mit dem G36 anders geschossen als bei den Tests.

Doch von all dieser Kritik an der Kritik ist im Abschlussbericht nichts zu lesen - ganz im Gegenteil. Fünf Tage, nachdem der Abschlussbericht die Leitung ihres Ministeriums erreicht hatte, erklärte die Ministerin im Verteidigungsausschuss: „Das G36, so wie es konstruiert ist, hat in der Bundeswehr keine Zukunft mehr.“

Lesen Sie hier: G36 - Von der Leyen gerät in Erklärungsnot

Die Erklärung des Verteidigungsministeriums: Das Vorwort sei nicht abgestimmt gewesen und deshalb auch nicht an den Ausschuss gesendet worden. „Die Aussagen in dem Dokument widersprechen in keinster Weise den Untersuchungsergebnissen“, so ein Sprecher zur Bild-Zeitung.

Die Ministerin hatte im April im Verteidigungsausschuss des Bundestags erklärt, das G36 habe wegen der von Experten festgestellten Präzisionsprobleme keine Zukunft in der Bundeswehr. Erste Hinweise auf die Präzisionsprobleme gab es schon 2010. Bereits im März 2012 wurden sie von der Rüstungsabteilung des Ministeriums als "erheblicher Mangel" von "erheblicher Einsatzrelevanz" eingestuft.

 

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