AZ-Kommentar: Höcke-Ausschluss nicht glaubwürdig

Der AZ-Korrespondent über die AfD und ihren Umgang mit ihrem umstrittensten Mitglied Björn Höcke.
| Claus Schöner
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AZ-Korrespondent Claus Schöner über die späte Entscheidung der AfD, einen Partei-Ausschluss von Björn Höcke zu forcieren.
dpa/AZ AZ-Korrespondent Claus Schöner über die späte Entscheidung der AfD, einen Partei-Ausschluss von Björn Höcke zu forcieren.

Nun soll er also doch ausgeschlossen werden aus der AfD, der rechtsnationale Thüringer Landesvorsitzende Björn Höcke. Ziemlich spät. Schließlich ist der Hetzer Höcke ein Wiederholungstäter. Der Schritt hätte also schon unmittelbar nach der widerlichen Dresdener Rede erfolgen müssen, um zu überzeugen.

Sehr glaubwürdig ist der Kampf der Parteiführung gegen rechtsextreme Umtriebe ohnehin nicht. AfD-Chefin Frauke Petry, die sich als entschiedenste Höcke-Gegnerin inszeniert, ist schließlich selbst der Ansicht, dass man deutschen Schülern genug Holocaust-Gedenken zugemutet hat, und dass der Nazi-Begriff völkisch in unseren Sprachgebrauch gehört.

Co-Chef Jörg Meuten, der wie Alexander Gauland und viele andere in der AfD gegen Höckes Ausschluss ist, erklärt unumwunden, das breite Meinungsspektrum solle erhalten bleiben. Das zeigt, dass die "Alternative" keine bürgerliche Partei rechts von der CDU ist, wie Petry am Montag behauptet hat.

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