Auschwitz-Gedenkveranstaltung: Merkel erinnert an Befreiung

Lehren aus Auschwitz: Kanzlerin Angela Merkel schlägt in einer Gedenkstunde den Bogen zur Gegenwart: Sie verurteilt Hassparolen gegen Flüchtlinge.
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Der Auschwitz-Überlebende Marian Turski spricht bei der zentralen Auftaktveranstaltung des weltweiten Gedenkens zum 70. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz in Berlin.
dpa 2 Der Auschwitz-Überlebende Marian Turski spricht bei der zentralen Auftaktveranstaltung des weltweiten Gedenkens zum 70. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz in Berlin.
Bundeskanzlerin Angela Merkel ist bei der Gedenkveranstaltung des KZ Auschwitz vor Ort und hält eine Rede. Auch die Überlebenden sind Vor ort und erinnern sich an die Befreiung.
dpa/AZ 2 Bundeskanzlerin Angela Merkel ist bei der Gedenkveranstaltung des KZ Auschwitz vor Ort und hält eine Rede. Auch die Überlebenden sind Vor ort und erinnern sich an die Befreiung.

Berlin - Überlebende des Konzentrationslagers Auschwitz haben am Montag zusammen mit Kanzlerin Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) an die Befreiung vor 70 Jahren erinnert. Bei einer Gedenkstunde des Internationalen Auschwitz Komitees in Berlin sagte Merkel: "Wir dürfen nicht vergessen. Das sind wir den vielen Millionen Opfern schuldig." Auschwitz mahne auch heute, nicht hasserfüllten Parolen gegen Menschen zu folgen, die in Deutschland ein neues Leben suchten.

Am 27. Januar 1945 hatte die Sowjetarmee die Überlebenden des nationalsozialistischen Vernichtungslagers befreit. In dem Lager wurden mehr als 1,1 Millionen Menschen ermordet, eine Million waren Juden.

Der Zentralrat der Juden in Deutschland beklagte, dass heute immer noch Juden weltweit Ziel von Angriffen seien, insbesondere von extremistischen Muslimen. "Davor darf niemand die Augen verschließen", sagte Zentralratspräsident Josef Schuster.

Im Bundestag diskutierten am Nachmittag Bundestagspräsident Norbert Lammert, Bundespräsident Joachim Gauck und der Auschwitz-Überlebende und polnische Journalist Marian Turski mit Jugendlichen über die Befreiung des Todeslagers im damals von Deutschland besetzten Polen.

Die Grünen-Vorsitzenden Simone Peter und Cem Özdemir betonten zum Jahrestag: "Es ist unsere gemeinsame Verantwortung als Gesellschaft, an die Nazi-Verbrechen zu erinnern." Heute dürfe nicht zugelassen werden, dass Angriffe gegen jüdische Menschen und Einrichtungen wieder zunehmen. "Neu aufkommende rassistische Ressentiments und Antisemitismus müssen wir entschlossen bekämpfen."

CDU-Generalsekretär Peter Tauber erklärte: "Wir müssen die Erinnerung an das nationalsozialistische Grauen und an das diktatorische Regime wachhalten, gerade bei jungen Menschen. Wir müssen ihren Blick dafür schärfen, Rassismus und Totalitarismus schon in ihren Anfängen zu erkennen."

Für die Linke erklärten die Vorsitzenden von Partei und Fraktion, Katja Kipping, Bernd Riexinger, und Gregor Gysi, zum Gedenken gehöre auch, die Rolle aller Beteiligten der Anti-Hitler-Koalition angemessen zu würdigen.

Am Dienstag erinnert der Bundestag in einer Gedenkstunde an die Befreiung des Vernichtungslagers vor 70 Jahren. Der Bundespräsident fliegt anschließend nach Polen, um dort an der zentralen Gedenkveranstaltung teilzunehmen. Dazu werden zahlreiche Staats- und Regierungschefs erwartet. Der russische Präsident Wladimir Putin ist nicht dabei. Er ist nach Kreml-Angaben nicht eingeladen worden.

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