Zweite Stammstrecke: Baubeginn nicht mehr vor 2014?

Um den Zeitplan bis 2018 einzuhalten, müsste die Bahn bereits im ersten Quartal 2011 mit den Bauvorbereitungen beginnen. Die Finanzvereinbarung mit dem Bund lässt auf sich warten.
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S-Bahn-Tunnel auf der Stammstrecke in München
Mike Schmalz S-Bahn-Tunnel auf der Stammstrecke in München

MÜNCHEN - Um den Zeitplan bis 2018 einzuhalten, müsste die Bahn bereits im ersten Quartal 2011 mit den Bauvorbereitungen beginnen. Die Finanzvereinbarung mit dem Bund lässt auf sich warten.

Die Chancen für eine zweite Stammstrecke bis zu den möglichen Olympischen Winterspielen 2018 werden immer geringer.

Einen Tag vor Weihnachten unterzeichneten Bayerns Verkehrsminister Martin Zeil (FDP) und Bahnchef Rüdiger Grube gerade einmal ein „Eckpunktepapier“ – ohne zu sagen, was konkret drinsteht. Dabei soll es um „offene Punkte zur Finanzierung“ gehen.

Doch das zentrale Problem ist: Bis zum Jahresende sollten Freistaat, Bund und Bahn sogar eine Bau- und Finanzierungsvereinbarung unterzeichnen. Die Voraussetzung zum Bau. Schließlich kommen bis zu 60 Prozent des auf zwei Milliarden Euro geschätzten Projekts vom Bund. Die Verhandlungen werden schwierig. Denn im Verkehrs-Topf des Bundes sind nur rund 2,6 Milliarden, die bis 2020 reichen sollen (dann wird der Topf geschlossen). Es gibt aber bundesweit Wünsche von rund 6,5 Milliarden Euro.

Wie es heißt, werden Land und Bahn erst im Sommer mit Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) verhandeln. Reichlich spät. Denn um den Zeitplan bis 2018 einzuhalten, müsste die Bahn bereits im ersten Quartal 2011 mit den Bauvorbereitungen beginnen. Oder sie baut ohne Finanzierung. Dieses Husarenstück wird sie sich aber kaum trauen. Obendrein ist von den drei Abschnitten der Röhre erst der Mittelteil mit der Planfeststellung durch; und vor dem Verwaltungsgerichtshof laufen Klagen.

„Das ist ein Offenbarungseid von Zeil und Grube“, ätzt der grüne Landtagsabgeordnete Martin Runge.

„Man muss jetzt realistisch sein“, sagt Tunnelbefürworter und CSU-Fraktionsvize Hans Podiuk zur AZ: „Wenn es im Juli mit der Olympiabewerbung klappt, könnten wir Sondermittel beim Bund bekommen. Ansonsten reihen wir uns mit den anderen ein. Dann wird der Baubeginn nicht vor 2014 sein.“

OB Christian Ude (SPD) sagt schon, dass er zu Olympia keine offenen Baugruben am Hauptbahnhof und Marienhof sehen will.

Willi Bock

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