Zweite Coronavirus-Teststation: Chaos am neuen Drive-In

Stundenlang warten Münchner im Stau, um sich auf das Coronavirus testen zu lassen – und werden dann abgewiesen, weil sie keinen Termin vereinbart hatten.
| Nina Job
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Am Donnerstag bilden sich lange Schlangen hinunter zur Wiesn.
AZ/job Am Donnerstag bilden sich lange Schlangen hinunter zur Wiesn.

Theresienwiese - Sie stehen Stoßstange an Stoßstange. Kinder quengeln in den Autos. Einige Fahrer lassen den Motor laufen, damit die Klimaanlage weiterläuft und es drinnen nicht zu heiß wird. Seit Mittwoch gibt es auf der Theresienwiese unterhalb der Bavaria, wo zur Wiesn-Zeit große Bierzelte stehen, eine zweite Corona-Teststation. Bislang wurden hier 1.550 Personen getestet. Wie auch auf dem Gelände der Bayernkaserne, wo es bereits einen Drive-In gibt, bleiben die Münchner, die zum Testen kommen, in ihren Fahrzeugen.

Corona-Teststation: Termin notwendig!

Hinter weißen Sichtschutzwänden müssen sie warten, bis sie dran sind. am Donnerstag standen die Autos in einer langen Kolonne bis hinauf zur Theresienhöhe. Die Wartezeit betrug bis zu drei Stunden.

Der Grund: "Es fahren zu viele Leute hin, die keinen Termin über die Telefonnummer 116117 vereinbart haben", sagt Axel Heise, Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern (KVB), die Abstriche in dem Drive-In entnehmen. "Wer ohne vorherigen Termin die Station zur Abstrichentnahme anfährt, steht völlig unnötig im Stau und muss die Wiesn ohne Test verlassen", warnt Heise.

Doch auch einen Termin zu bekommen, ist nicht so einfach – wie ein wartendes Elternpaar am Donnerstag der AZ berichtete. "Ich habe seit Samstag nahezu stündlich versucht, unter der 116117 jemanden zu erreichen. Es war unmöglich, durchzukommen", so der Vater. Die Hotline der KVB sei, so der Münchner, immer besetzt gewesen. Die Familie war am Samstag aus dem Zillertal zurückgekommen. "Wir waren auf einer Hütte", erzählt die Mutter. Bereits seit mehreren Tagen hatten die Eltern und ihre beiden kleinen Kinder Erkältungssymptome. "Es ging uns nicht wirklich schlecht", berichtet sie weiter. "Aber das muss ja nichts heißen ..."

Am Donnerstag bilden sich lange Schlangen hinunter zur Wiesn.
Am Donnerstag bilden sich lange Schlangen hinunter zur Wiesn. © AZ/job

Zurück in München begab sich die Familie – wie von den Behörden dringend angeraten – zunächst in freiwillige Quarantäne. Erst drei Tage später, am Dienstag, hätten sie bei der Hotline jemanden erreichen können. Die Familie wurde auf eine Liste aufgenommen. "Am nächsten Tag rief ein Arzt an, der fragte, ob wir mobil seien." am Donnerstag nun durften sich die Münchner im Auto mit ihren beiden kleinen Kindern in die etwa einen Kilometer lange Schlange der Wartenden einreihen. "Wenn ich das geahnt hätte, hätte ich was zu Essen mitgenommen für die Kinder", sagte die Mutter. "Hoffentlich dauert es nicht zu lange!"

Drive-In-Testung nur bei begründetem Verdacht

Die Drive-In-Testung ist ausschließlich für Personen bestimmt, bei denen ein begründeter Verdacht auf eine Corona-Virusinfektion besteht. Wer in einem Corona-Risikogebiet war und Symptome aufweist, ruft die Bereitschaftsdienstnummer der KVB unter 116117 an. Dort wird dann abgeklärt, ob eine Testung nötig ist. Wenn ja, erhält der zu Testende einen Termin und einen PIN-Code. Nur damit wird die Testung dann auch tatsächlich durchgeführt.

Auf der Theresienwiese wird von 8 bis 18 Uhr getestet – jeden Tag, auch am Sonntag. In der Heidemannstraße 50, auf dem Gelände der Bayernkaserne, wird in Zusammenarbeit mit der Aicher Group ebenfalls getestet, täglich von 13 bis 18 Uhr und auch nur nach vorheriger Terminvergabe. Für Personen, die nicht mit dem Auto kommen können, hat das Gesundheitsreferat zudem zwei Autos im Einsatz, mit denen Ärzte Hausbesuche abstatten.

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